Ein kurzes Vergnügen?

Steigende Fallzahlen: Die Zahl der erlaubten Zuschauer könnte auch in Freiburg zurückgehen

Zurück aus der Länderspielpause, rein in den Bundesligaalltag: Der SC Freiburg bereitet sich auf sein zweites Saisonheimspiel vor, Gegner am Samstag ist Werder Bremen (15.30 Uhr/Sky). Die Gretchenfrage ist: Wieviele Zuschauer dürfen ins Stadion? Stuttgart und Mainz müssen wegen gestiegener Fallzahlen bereits Abstriche hinnehmen. Freiburg könnte folgen.Die euphorische Fanrückkehr beim Heimspielauftakt des SC gegen den VfL Wolfsburg Ende September ist noch in guter Erinnerung. 3.200 Zuschauer durften beim 1:1 gegen den Werksklub ins Schwarzwaldstadion. Es war das erste SC-Heimspiel vor Fans nach 205 Tagen gähnender Leere auf den Rängen. Jenen Anhängern, die im Losverfahren ein Ticket ergattert hatten, war die Vorfreude auf das Spiel anzusehen. „Ja, ich bin einer der Glücklichen“, sagte ein Fan im Zug auf dem Weg nach Freiburg. Und nach der Partie schwärmte Flügelflitzer Rolland Sallai wie „großartig“ die Partie dank der Fans gewesen sei. „Sie sind unser zwölfter Mann“, so der Ungar. Drei Wochen sind seither vergangen. Drei Wochen, in denen – leider – viel geschehen ist.


Die Behörden entscheiden
Vielerorts steigen die Corona-Fallzahlen, auch in Freiburg (siehe Seite 1). Das lässt die Fußball-Bundesliga mit großer Ungewissheit auf das kommende Wochenende blicken. Der VfB Stuttgart, der gegen den SC vor 8.000 Fans gekickt hatte und gegen Leverkusen sogar 9.500 Zuschauer ins Stadion lassen durfte, erlebt nun eine Vollbremsung: Die Partie gegen Köln am 23. Oktober müsse „leider nach derzeitigem Stand vor leeren Zuschauerrängen“ stattfinden, so der VfB am Montag. Auch in Mainz erhalten statt 6.800 Fans nur noch 250 Zutritt ins Stadion. Beim SC war am Dienstag bis Redaktionsschluss nicht sicher, ob es gegen Bremen bei den 3.200 zugelassenen Zuschauern bleibt. „Wir warten auf Ansagen der DFL und des Gesundheitsamtes“, sagte SC-Pressesprecher Sascha Glunk am Dienstagmittag. Die Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz, die am Dienstag in Freiburg bei 34 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern lag, deutet aber auf eine Reduzierung der Fanzahlen hin.
Sportlich bleibt die Kaderzusammenstellung spannend. Neuzugang Guus Til absolvierte im Test gegen Stuttgart (0:3) die ersten 60 Minuten für Freiburg. Ihm könnte ein Platz im Kader winken. Abzuwarten bleibt, in welcher Form die Nationalspieler zurückkehren. Vincenzo Grifo zum Beispiel gelang beim Testspiel mit Italien gegen Albanien eine Torvorlage. In der Nations League gegen Polen am Sonntag stand er aber nicht mehr im Kader, eine weitere Partie bestreiten die Italiener heute gegen die Niederlande.

Matthias Joers

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