Ein ungelöster Fall

Transferschluss beim SC: Eine Leihe, zwei Vertragsauflösungen und keine Bewegung im Fall Haberer

Am letzten Tag des Bundesliga-Transferfensters ließ der SC Freiburg drei Spieler ziehen: Florian Kath wurde verliehen, die Verträge mit Marco Terrazzino und Torhüter Constantin Frommann aufgelöst. Der wechselwillige Janik Haberer steht dagegen weiterhin in Lohn und Brot bei den Breisgauern. Einen neuen Verein fand der 26-Jährige nicht. Ausgang der Geschichte: ungewiss.„Stand jetzt ist er Teil unserer Mannschaft“, ließ sich SC-Pressesprecher Sascha Glunk am Dienstag zitieren. Viel mehr ist auf offiziellem Wege nicht zu erfahren, der Verein möchte sich nicht weiter dazu äußern. Im SC-Mannschaftstraining war Haberer am Dienstag nicht. Bis zuletzt befand er sich in externer Reha wegen einer Sprunggelenksverletzung.


Letzter Ausweg: Ausland?
Der 26-jährige defensive Mittelfeldspieler steht seit 2016 in Freiburg unter Vertrag. Allein in der vergangenen, erfolgreichen Saison absolvierte er 26 Ligaspiele, 12 davon über die vollen 90 Minuten. Doch auch am Montag, dem letzten Tag des Transferfensters, fand er keinen neuen Verein. Nun bliebe noch ein Wechsel in die Schweiz oder nach Russland, wohin Transfers bis zum 12. bzw. 17. Oktober möglich sind. Bis zum gestrigen Dienstag kamen auch Portugal oder die Niederlande als Ziel in Frage.
Immer wieder hatte sich Dietmar Kohli, Haberers Berater und Stiefvater dazu, im Magazin Kicker öffentlich über seinen Spieler geäußert. Kohli gab sich betont zuversichtlich, das der anvisierte Wechsel zustande kommen würde. „Es gibt nach wie vor genügend Klubs im In- und Ausland, die Interesse an Janik haben“, ließ er sich sogar zitieren. Laut einem Bericht des Kickers hatte Haberer seinen Abschied auch im SC-Mannschaftskreis angekündigt. Wie die verfahrene Situation am Ende ausgehen wird, scheint derzeit völlig offen. Im Franzosen Baptiste Santamaria verpflichtete der SC längst einen hochkarätigen Ersatzmann für Haberer.
Dass für Verein im Einzelfall auch Vertragsauflösungen ein Mittel zur Kaderplanung sind, ist im Fall von Marco Terrazzino und Torhüter Constantin Frommann zu sehen. Beide Spieler sind nun vereinslos und können sich damit auch nach Ablauf der Transferperiode einen neuen Klub suchen. „Es war eine schwierige Entscheidung, denn Marco hat sich trotz der nicht einfachen persönlichen Situation immer voll reingehängt und ist in der Mannschaft hoch angesehen“, sagte Sportdirektor Klemens Hartenbach. Und Torhüter Frommann, der bereits als 12-Jähriger zum SC kam und sich laut Hartenbach „auch neben dem Platz immer top verhalten“ habe, darf weiterhin voll mittrainieren. „Das ist für uns eine Selbstverständlichkeit“, so Hartenbach. Florian Kath, der immer wieder mit Verletzungspech zu kämpfen hatte, leiht der SC für ein Jahr an Drittligist Magdeburg aus.

Matthias Joers

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