Der perfekte Standort

Multifunktionsarena und Heimat für den EHC Freiburg: Megaprojekt auf dem Messegelände?

Am heutigen Mittwoch wird die Stadt Freiburg in einer Pressekonferenz über den Stand der Dinge beim Thema Eissporthalle berichten. Vieles spricht dafür, dass die langersehnte Multifunktionsarena auf den Weg gebracht wird.Die Betriebsgenehmigung für die marode EHC-Eishalle in der Ensisheimer Straße läuft bis Ende Juni 2024. Eine weitere Sondergenehmigung gilt als ausgeschlossen. Da die „Echte Helden Arena“ nicht nur Spiel- und Trainingsstätte des Eishockey-Zweitligisten samt seines Jugend- und Frauenteams, sondern weit und breit auch die einzige Eishalle ist, in der Hobbyläufer aktiv sein können, besteht Konsens darüber, dass eine neue Halle her muss. Auf dem bisherigen Eishallen-Areal samt Parkplatz könnte die Stadt dann Wohnungen errichten.
Nach Informationen des Freiburger Stadtmagazins „chilli“ gibt es einen klar favorisierten Standort für die neue Eis-Arena: Dabei handelt es sich um das Verlängerungsstück an der Freiburger Messehalle, auf dem derzeit das Flüchtlingsheim St. Christoph beheimatet ist. Das Heim räumlich zu verlegen, dürfte kein allzu großes Problem darstellen. Als Arena-Standort wäre das riesige Grundstück zwischen Madisonallee und Hermann-Mitsch-Straße wie ein Jackpot: Es gehört der Stadt, verfügt über eine perfekte Infrastruktur und nahezu keine Anwohner. Auch die Nachbarschaft zum neuen SC-Stadion würde perfekt passen. Wie „chilli“ berichtet, liegt eine fertige Machbarkeitsstudie des renommierten Freiburger Architekturbüros Sacker vor. Die Pläne sehen vor, dass der Neubau direkt an die Sick-Arena anschließt und Richtung Haltestelle Messe mit einer breiten Glasfront abschließt.
Konzipiert wäre das Ganze als Multifunktionsarena, in der auch Konzerte und andere Veranstaltungen stattfinden könnten. Wirtschaftlich stünde das Projekt damit auf breiterem Fundament. Auch für die Messe böten sich neue Optionen – man denke nur an die Genussmesse Plaza Culinaria, die seit Jahren aus allen Nähten platzt. Konzertveranstalter wie Marc Oßwald von Vaddi Concerts machen sich seit Jahren für eine solche zusätzliche Spielstätte stark: „Es bräuchte eine Multifunktionshalle, die einerseits von einer Profisportmannschaft genutzt wird und die andererseits nach einem schnellen Umbau als Konzert- oder Eventarena taugt“, erklärte der Konzertveranstalter schon vor fünf Jahren in einem Wochenbericht-Interview.
Fest steht: In Sachen Eisstadion drängt die Zeit. „Wir müssen 2020 die Weichen stellen, sonst können wir uns vom Eissport in Freiburg bald verabschieden“, erklärte Finanzbürgermeister Stefan Breiter. Die Machbarkeitsstudie soll dem Gemeinderat daher noch in diesem Jahr vorgelegt und über den Bau abgestimmt werden. Die Chancen, dass Freiburg bis 2024 eine neue Wölfe-Heimat samt moderner Multifunktionsarena bekommt, stehen gut. Bei der Finanzierung des mindestens 40 Millionen Euro teuren Projekts wird allerdings Kreativität gefragt sein.

Sven Meyer


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