Anpacken. Selbst machen!

Zwei Freiburger wollen der Vermüllung etwas entgegensetzen – und sammeln einfach selbst

„Seepark – Wisch&Weg“ nennt sich die Facebook-Gruppe, die Tarik Hinz und seine Frau Rebecca Meier gegründet haben. Denn ihnen stinkt’s, im wahrsten Sinne des Wortes. „Wir wohnen jetzt schon seit sieben Jahren hier am Seepark“, erzählt Tarik Hinz von ihren Beweggründen, „hier gab es schon längere Zeit ein Müllproblem, doch jetzt, seit wir Kinder haben, ist uns das erst so richtig bewusst geworden.“ Auf der großen Wiese liege regelmäßig sehr viel Müll rum. „Das sieht teilweise aus wie nach einem Festival, überall Verpackungen, Flaschen und ähnliches“, so Hinz.
Schon vor längerer Zeit hatte seine Frau Rebecca deshalb angefangen unterwegs Müll zu sammeln: auf Spielplätzen, am Wegesrand – eben überall da, wo sie mit ihren Kindern unterwegs war. Schließlich reifte bei beiden ein Entschluss: Warum nicht endlich mal gemeinsam aktiv werden und was Größeres starten? Und bei sich selbst, in der direkten Umgebung damit anfangen? Deshalb haben sie beschlossen, einfach selbst zuzupacken, statt sich nur zu beschweren. „Wir haben bei unseren Nachbarn und Freunden angefragt“, so Tarik Hinz. Einen ganzen Sonntag lang, am 6. September, zogen die Familien mitsamt ihren Kindern, bestückt mit Greifzangen und Müllsäcken, durch den Seepark, um Müll einzusammeln. Säckeweise haben sie die Hinterlassenschaften ihrer Mitmenschen zusammengetragen. „Die Kinder fanden das wirklich toll, es hat uns allen Spaß gemacht und es kamen auch einige Säcke zusammen“, berichten die beiden stolz.
Um auch andere zum Mitmachen zu motivieren, gründeten die beiden die Facebook-Gruppe. Alle drei bis vier Wochen wollen sie nun eine Müllsammelaktion starten und über die Gruppe zum Mitmachen aufrufen. „Die Stadt verhängt ja nun hohe Bußgelder, da das Müllproblem aktuell überhandnimmt. Wir wollten die Menschen lieber mit etwas positivem zum Mitmachen bringen“, unterstreicht das Ehepaar, „viele haben auch gesehen, was wir gemacht haben, fragten nach und fanden es auch gut. Wenn es nur ein bis zwei Leute sehen und dann sagen, sie nehmen ihren Müll wieder mit, können wir das als Erfolg verbuchen.“
Der nächste Termin ist am Sonntag, 27. September um 10 Uhr auf der großen Stusiewiese: „Wir freuen uns über alle, die mitmachen, egal ob Leute aus der Nachbarschaft oder von weiter weg.“

Claudia Kleinhans

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