Kundgebung statt CSD-Parade

Trotz Corona: Am Samstag findet der Christopher Street Day statt – in kleinerer Form und mit Hygieneregeln

Im vergangenen Jahr zogen beim Christopher Street Day (CSD) rund 15.000 Teilnehmer durch die Stadt und feierten eine bunte Party. Am kommenden Samstag findet der CSD – trotz Corona-Pandemie – auf dem Platz der Alten Synagoge statt. Allerdings als Kundgebung in kleinerem Rahmen.Am Christopher Street Day wird für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern sowie gegen deren Diskriminierung und Ausgrenzung demonstriert. Mit den Feierlichkeiten wird außerdem jedes Jahr an die ersten Aufstände queerer Menschen gegen polizeiliche Razzien in der New Yorker Christopher Street im Jahr 1969 erinnert.
Normalerweise ist eine bunte Schar von tausenden Teilnehmer mit lauter Musik und kreativen Mottowagen in der Stadt unterwegs und feiert eine fröhliche Party. Das ist wegen der Corona-Pandemie nicht möglich, trotzdem fällt der CSD dieses Jahr nicht aus.


Mit Abstand und Maske
„Der CSD ist eine sehr wichtige Veranstaltung für die Community. Aufgrund der aktuellen Ereignisse um Covid-19 ist es leider nicht möglich mit einer großen Parade durch Freiburg zu ziehen. Mit der Kundgebung werden wir trotzdem zusammen sichtbar sein“, sagt CSD-Organisator Ronny Pfreundschuh. Als kleinen Ersatz für die große Parade gibt es von 14 bis 18 Uhr auf dem Platz der Alten Synagoge Performances, Redebeiträge und Infostände.
Beim CSD handle es sich nicht um eine Veranstaltung im engeren Sinne, sondern um eine Versammlung und die steht unter dem Schutz des Versammlungsrechts. Gemeinsam mit den Behörden wurde ein Corona-Hygienekonzept entwickelt, die Teilnehmer müssen den Mindestabstand von eineinhalb Metern einhalten und bei der Kundgebung einen Mund-Nasen-Schutz tragen.
Als Motto haben die CSD-Macher dieses Jahr „Abwehrkräfte stärken… gegen Nazis, Covid-19 und andere gefährliche Bedrohungen!“ gewählt.
„Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass unsere Community auf vielfältigste Arten bedroht wird. Wer den Freiburger CSD kennt weiß, dass wir uns seit 2014 von Beginn an klar und deutlich gegen Faschismus, Rechtsextremismus, Nationalismus und gegen alle anderen antiemanzipatorischen Kräfte einsetzen“, so Ronny Pfreundschuh.
Die Corona-Pandemie habe die queere Szene in Freiburg hart getroffen, vor allem wegen der Kontaktbeschränkungen, weil es keine Partys gibt und es lange schwierig war, sich zu treffen. „Deshalb wollen wir mit dem CSD auch dieses Jahr die Möglichkeit bieten, sich zu treffen und das Gefühl vermitteln, dass wir viele sind, gerade in einer so schwierigen Zeit“, so Ronny Pfreundschuh.
Der CSD stand trotzdem auf der Kippe – auch weil die große Finanzierungsparty am Samstagabend dieses Jahr wegfällt. Im vergangenen Jahr lagen die Kosten bei rund 30.000 Euro. „Zwar sind diese jetzt geringer, liegen aber immer noch im vierstelligen Bereich. Einen Teil davon können wir durch die ’Queergarten’-Abendveranstaltungen am Freitag und Samstag (bereits ausverkauft) decken. Wir organisieren da ja alles ehrenamtlich und unkommerziell, hoffen deshalb auch auf Spenden und eine Förderung durch die Stadt, da sind wir gerade in Verhandlungen“, sagt der CSD-Organisator.

Saskia Schuh




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