Breisgauer Geldsegen

Der SC Freiburg erzielt hohe Transfer-Erlöse, stößt beim Santamaria-Wechsel aber an Grenzen

Vor dem DFB-Pokal-Erstrundenspiel am Sonntag in Mannheim (18.30 Uhr) konnte der SC Freiburg mit Guus Til einen weiteren Spieler präsentieren. Geld ist vorhanden, vor allem dank der hohen Erlöse für Robin Koch, Luca Waldschmidt und Alexander Schwolow. Doch ein Wechsel hapert gehörig.Es ist die kurioseste Geschichte dieses Transfersommers aus Freiburger Perspektive: Ausgerechnet der so seriös wirtschaftende und in allen finanziellen Fragen diskret kommunizierende SC Freiburg soll elf Millionen Euro für den Kauf eines Spieler angeboten haben? Eine Summe, die die allseits bekannte Zurückhaltung des Sportclubs beim Geldausgeben deutlich konterkarieren würde. So stand es zumindest in einem offiziellen Statement des französischen Erstligisten SCO Angers, der damit das Freiburger Interesse an SCO-Profi Baptiste Santamaria publik gemacht hatte.


Finke glaubt an Ligaverbleib
Dass es ein Freiburger Angebot in dieser Höhe in Wahrheit nie gab, darf als gesichert gelten. Erst recht in Zeiten der Corona-Pandemie ist der SC auf umsichtiges Finanzieren angewiesen, finanzielle Abenteuer verbieten sich. Und doch verrät die Episode, welchen Schwierigkeiten der SC in diesem Sommer begegnet. Allein für die Abgänge von Alexander Schwolow (Hertha BSC), Luca Waldschmidt (Benfica Lissabon) und Robin Koch (Leeds United) verdiente der SC schätzungsweise mehr als 35 Millionen Euro. Die Klubs, mit denen Freiburg über neue Spieler verhandelt, wissen das natürlich. Im Fall des 28-jährigen Sechsers Santamaria sollen jedoch vereinsinterne Unstimmigkeiten bei SCO Angers eine Einigung mit Freiburg verhindert haben. Beim französischen Erstligisten herrscht wohl Uneinigkeit darüber, ob man Santamaria ziehen lassen möchte oder nicht, schreibt die Seite Footmercato. Dem Vernehmen nach sieht sich der SC bereits anderweitig um.
Perfekt ist dagegen die Verpflichtung des Niederländers Guus Til von Spartak Moskau. Der 22-jährige Mittelfeldspieler kommt auf Leihbasis. Wegen einer Bänderverletzung ist er jedoch noch nicht im Mannschaftstraining. Bei den Testspielen gegen den polnischen Erstligisten Zabrze (4:1) und gegen Sandhausen (1:1) saß Til aber bereits auf der Tribüne.
Einen prominenten Fürsprecher, dass die Arbeit des Vereins auch in der neuen Saison Früchte tragen wird, hat der SC in seinem langjährigen Trainer Volker Finke: „Ich bin sicher, dass der Ligaverbleib gelingt. Es ist noch genug Substanz im Kader vorhanden“, sagte der 72-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.

Matthias Joers

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