„Meist reicht ein Gespräch“

Polizei verstärkt Masken-Kontrollen im Nahverkehr – die meisten reagieren verständnisvoll, aber auch überrascht

Damit die Menschen beim Einhalten der Maskenpflicht während der Corona-Pandemie nicht nachlässig werden, setzt die Polizei auf verstärkte Kontrollen. Wie diese ablaufen und wann ein Bußgeld droht, erklärt Polizeisprecher Özkan Cira im Gespräch mit Saskia Schuh.

Herr Cira, warum gibt es verstärkte Kontrollen zur Einhaltung der Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr?

Özkan Cira: Übergeordnetes Ziel ist natürlich die Eindämmung der Infektionszahlen, insbesondere geht es aber natürlich darum, zu sensibilisieren. Wir sind jetzt schon lange in dieser Situation mit der Maskenpflicht und wir wollen einfach dem entgegenwirken, dass man da vielleicht nachlässig wird und auch zeigen, dass es weiterhin sehr wichtig ist, sich daran zu halten.

Wie läuft so eine Kontrolle ab?

Cira: Am vergangenen Donnerstag gab es im gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Freiburg Kontrollen im ÖPNV, das heißt wir waren in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen, Lörrach, Waldshut, und auch in Freiburg unterwegs. Kontrolliert wurde sowohl an Bahnhöfen und Haltestellen als auch in Bahnen und Bussen. Die Kollegen sind meist in Zweier- oder Dreierteams durchgelaufen und haben geschaut, ob jeder eine Maske aufhat. Am Omnibusbahnhof in Freiburg haben wir beispielsweise vormittags innerhalb weniger Stunden etwa 1.000 Personen kontrolliert, wir mussten etwa 100 Personen ansprechen, weil sie ihre Maske nicht oder nicht richtig aufhatten. Bis auf eine Person haben alle sofort Einsicht gezeigt und die Maske aufgezogen.

Was passiert, wenn sich ein Fahrgast weigert, eine Maske zu tragen?

Cira: Wenn jemand die Maske nicht oder nicht richtig trägt, reicht meistens schon ein klärendes Gespräch. Wir mussten zum Glück bei dieser Schwerpunktkontrolle lediglich 17 Mal ein Ordnungswidrigkeitenverfahren einleiten. Fahrgäste, die keine Mund-Nasen-Bedeckung trugen und sich uneinsichtig zeigten, müssen mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 250 Euro rechnen. Ansonsten haben wir aber festgestellt, dass sich der Großteil der Menschen an die Maskenpflicht hält.

Wie haben die Fahrgäste auf die Kontrolle reagiert?

Cira: Bis auf ein paar wenige Ausnahmen haben alle Verständnis für die Kontrolle gezeigt. Insbesondere an Haltestellen und in Wartebereichen haben wir aber vermehrt Personen angetroffen, welche die vorgeschriebene Mund-Nase-Bedeckung nicht oder nicht richtig trugen. Viele waren überrascht, da sie tatsächlich nicht wussten, dass sich die Maskenpflicht auch auf Haltestellen, Wartebereiche oder Bahnhofsgebäude erstreckt. Es war natürlich wichtig, dass wir da sensibilisieren konnten und ich denke, dass das nach dieser Aktion auch bekannter sein dürfte. Trotzdem wird es natürlich auch in Zukunft solche Kontrollen geben – die sind jederzeit möglich, deshalb sollte man einfach darauf achten, im öffentlichen Nahverkehr eine Maske zu tragen.

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