„Nur etwa 130 Plätze“

Heute startet das Sommernachts-Kino unter Corona-Bedingungen – Interview

Kino-Highlights unter freiem Himmel bietet das Sommernachts-Kino ab dem heutigen Mittwoch auf der großen Open-Air-Leinwand im Innenhof des Schwarzen Klosters. Welche Filme gezeigt werden und wie der Besuch unter Corona-Bedingungen abläuft, erklärt Veranstalter Ludwig Ammann im Gespräch mit Saskia Schuh.

Herr Ammann, was erwartet die Besucher beim diesjährigen Sommernachts-Kino?

Ludwig Ammann: Auch dieses Jahr sind die schönsten und erfolgreichsten Filme der letzten zwölf Monate zu sehen. Aufgrund der dreimonatigen Schließung der Kinos haben wir zusätzlich Filme im Programm, die noch etwas älter sind. Wir zeigen auch Premieren wie unseren Eröffnungsfilm, die wunderbare Komödie „Auf der Couch in Tunis“ oder „Master Cheng in Pojanjoki“ morgen. Auch Klassiker dürfen nicht fehlen, dieses Mal sind „Die Blechtrommel“ und „Harold und Maude“ dabei. Wir zeigen außerdem Kinohits wie „Systemsprenger“ oder den Oscar-Preisträger „Parasite“. Als besonderes Schmankerl erwartet die Besucher passend zur Zeitgeschichte eine kleine Auswahl an Filmen unter dem Label „BlackCinemaMatters“, unter anderem „12 Years a Slave“ oder „Moonlight“.

Auf welche Filmhighlights freuen Sie sich besonders?

Ammann: Ich freue mich sehr, dass „Harold und Maude“ gezeigt wird. Den „Joker“ kann ich jedem nur empfehlen, der Film ist kein gewöhnlicher Mainstream, sondern viel düsterer und eindrucksvoller. Ein besonderes Highlight, das ich noch nicht gesehen habe, ist „972 Breakdowns – Auf dem Landweg nach New York“, der wird von den Machern der erfolgreichen Doku „Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt“, den Freiburgern Patrick Allgaier und Gwendolin Weisser, ins Kino gebracht. Auch auf „Berlin Alexanderplatz“ als großes, deutsches Kino zum Abschluss freue ich mich.

Wie sieht der Ablauf unter Corona-Bedingungen aus?

Ammann: Man muss sich das Ticket vorher kaufen, es gibt keine Abendkasse. Am besten online, aber auch im Friedrichsbau sind die Karten in den Tagen vor der Vorstellung erhältlich. Im Gegensatz zu früher geben wir einzelne Spielwochen der Reihe nach frei, weil sich die Abstandsregeln noch ändern könnten und wir dann mehr Leute in den Innenhof des Schwarzen Klosters lassen könnten. Bisher hatten wir 330 Plätze, die fast immer ausverkauft waren. Dieses Jahr sind es aufgrund der Corona-Regeln zwei Drittel weniger als sonst, also nur etwa 130 Plätze. Wer also ein Ticket bekommen will, sollte sich nach der Freigabe der Vorstellung möglichst schnell darum kümmern. Auch ein Kontaktformular muss ausgefüllt werden, das kann man auf unserer Homepage runterladen. Außerdem muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, allerdings nur, bis man auf seinem Platz sitzt. Um den Kapazitätsverlust auszugleichen sind die Tickets dieses Jahr ausnahmsweise zwei Euro teurer.

Lohnt sich das Sommernachtskino für Sie als Veranstalter dieses Jahr?

Ammann: Wir hoffen, dass es gutes Wetter gibt, dann ist es für uns rentabel. Im Vergleich zu den letzten Jahren ist es ganz wenig, was dabei rum kommt, aber es ist immerhin nicht so wie in unseren Kinos, wo wir wahrscheinlich bis Ende des Jahres an jedem Tag an dem wir aufmachen, Geld verlieren. Normalerweise zieht es im August oder im September beim Kinobetrieb wieder an, daran zweifeln wir allerdings nach den sechs Wochen, in denen wir wieder geöffnet haben, weil Kinostarts von Filmen, die viele Besucher ins Kino ziehen, wie „Tenet“ oder Disneys „Mulan“ bereits verschoben wurden. Da ist das Sommernachtskino eine kleine, erfreuliche Abwechslung von diesem düsteren Geschehen.

Info
Vom 29. Juli bis 5. September werden beim Sommernachts-Kino im Innenhof des Schwarzen Klosters Neuheiten, Klassiker und Publikumslieblinge gezeigt.
Weitere Infos und Tickets unter www. sommernachts-kino.de. 

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