Neubau-Pläne in Gefahr?

Corona-Krise löst Diskussion über Neubau einer Eishalle aus – EHC zeigt sich irritiert

Noch ist alles nur ein Gerücht, bestätigt ist nichts: Aber die Corona-Krise setzt die städtischen Finanzen so sehr unter Druck, dass am Ende der geplante Neubau eines Eisstadions der Pandemie zum Opfer fallen könnte. Der EHC reagiert verwundert über die Diskussion und sagt, er sei mit der Stadt „weiter in guten Gesprächen“.Am 30. Juni 2024 läuft die 2014 verlängerte Betriebsgenehmigung für die Echte-Helden-Arena im Freiburger Westen aus. Seither tickt für die Stadt und den EHC Freiburg die Uhr, um einen Ersatz für die hoffnungslos veraltete Halle aus dem Boden zu stampfen.


„Mit uns hat niemand aus der Verwaltung gesprochen“
Ursprünglich sollte es in diesem Jahr den Durchbruch für die lang gehegten, und immer wieder verworfenen Pläne geben. „Wir müssen 2020 die Weichen stellen, sonst können wir uns vom Eissport in Freiburg bald verabschieden“, sagte Finanzbürgermeister Stefan Breiter im Januar. Auch Michael Müller, Präsident des Eishockey-Zweitligisten, rührte regelmäßig die Werbetrommel für die neue Halle.
Dann kam die Corona-Krise – und um den Neubau einer Halle für 3.500 bis 4.000 Zuschauer wurde es plötzlich still. Bis zum Montag. Da tagte der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt über das coronabedingte Haushaltsloch. Zwar würden Bund und Land die ausbleibenden Gewerbesteuer-Einnahmen der Stadt kompensieren, so Finanzbürgermeister Breiter laut einem BZ-Bericht. Aber mit einem aktuellen Defizit von 38,08 Millionen Euro für das laufende Haushaltsjahr und einem neuen Schuldenstand zum Jahresende von 258 Millionen Euro schrumpfen die finanziellen Spielräume der Stadt für Groß-Ausgaben deutlich. Und eine neue Eishalle mit zwei Eisflächen, die laut der Prognose vom Januar um die 40 Millionen Euro kosten würde, steht in dieser Gemengelage offenbar schnell zur Disposition. Hinter den Kulissen sei bereits besprochen worden, dass „Dinge wie das Eisstadion“ nicht umzusetzen seien, wird FDP-Stadtrat Sascha Fiek in der BZ zitiert.
Der EHC reagierte am Dienstag „mit Verwunderung“ auf den Zeitungsartikel. „Mit uns hat niemand aus der Stadtverwaltung gesprochen“, sagt der EHC-Vorsitzende Werner Karlin. Und EHC-Präsident Michael Müller fügt an: „Wir sind weiterhin in guten Gesprächen mit dem Baudezernat und Baubürgermeister Martin Haag wegen des Standorts und der Machbarkeit einer neuen Eishalle.“
Der Verein verweist in seinem Statement auch darauf, dass das Eisstadion an der Ensisheimer Straße Freiburgs meistgenutzte Sportstätte für Breitensport sei. In erster Linie käme eine neue Eishalle der breiten Bevölkerung zugute. Rund 100.000 Besucher jährlich nutzen die Eishalle, darunter Freizeitläufer, Hobbyspieler, Parasportler sowie Kinder und Jugendliche. Der EHC-Vorstand werde nun mit der Rathausspitze Kontakt aufnehmen, um sich über die Hintergründe der aktuellen Diskussion zu informieren. „Wir stehen jederzeit für konstruktive Gespräche zur Verfügung“, so Werner Karlin und Michael Müller unisono.

Matthias Joers

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