Corona trübt die Freibadsaison

Aufgrund der Logistik, des hohen Personalbedarfs und der Kosten kann die Stadt Freiburg nur drei Bäder betreiben

Während in anderen Städten die Bäder schon länger wieder geöffnet sind, müssen sich die Freiburger noch bis zum 1. Juli gedulden. Das umstrittene Konzept der Stadt sieht viele Einschränkungen vor. Einige Bäder wie das beliebte Lorettobad bleiben gleich ganz zu. Seit dem 6. Juni hätten die Freibäder laut Corona-Verordnung des Landes wieder öffnen können, doch in Freiburg blieben sie zu. Seit vergangener Woche herrscht nun Klarheit: Freiburgs Wasserratten dürfen ab 1. Juli wieder ins kühle Nass. Das Konzept sorgt jedoch für wenig Begeisterung.
„Sicherlich hätte man zwei Wochen schneller sein können, aber Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit“, erklärte Freiburgs Finanz- und Sportbürgermeister Stefan Breiter. Das Resultat: Das Strandbad wird für Freizeit und Sport öffnen, das Eugen-Keidel-Bad für gesundheitliche Zwecke und kurz vor den Sommerferien kommt noch das Freibad St. Georgen hinzu. Die restlichen Bäder bleiben bis auf weiteres geschlossen. Begrenzt sind dabei die Kapazitäten: Nur 30 bis 40 Prozent der normalen Besucherzahlen dürfen in die geöffneten Bäder und das auch nur zeitlich begrenzt.
Im Falle des Strandbads heißt das konkret: Generell gilt die Abstandspflicht von 1,5 Meter und die Maskenpflicht im Eingangs- und Kassenbereich sowie in den Umkleiden und Toiletten. Damit möglichst viele Bürger das Bad nutzen können, ist die Aufenthaltsdauer auf zwei Stunden beschränkt, die die Gäste in einem festgelegten Zeitfenster online reservieren müssen. Die Online-Reservierung wird erst einige Tage vor dem 1. Juli freigeschaltet. Der Reservierungsnachweis muss beim Badbesuch vorgezeigt werden.
Viele Einrichtungen des Bades sind jedoch nicht oder nur eingeschränkt nutzbar. Im Becken dürfen zudem auf einer Bahn höchstens zehn Menschen schwimmen – aber nur in eine Richtung, zurück geht es auf der Bahn daneben, um Gegenverkehr zu verhindern. Geschlossen bleiben indes Lorettobad, Westbad, Haslacher Bad, Faulerbad und die kleinen Bäder in Hochdorf und Lehen. Auf den Rasenflächen soll es Markierungen für den Sicherheitsabstand geben. Das Konzept stieß im Gemeinderat, bei Bürger- und Sportvereinen und im Leserforum der BZ auf harsche Kritik. Das Echo dort lässt sich wie folgt zusammenfassen: familienfeindlich, zu kurze Aufenthaltszeiten, zu weite Anfahrtszeiten für einige Stadtteile und eine übervorsichtige Berechnung der Gästeanzahl. Dennoch will die Stadt an ihrem Konzept festhalten.

Sven Meyer

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