Von Dosenöffnern und Fanbannern

Alle wichtigen Fakten rund um das erste Geister-Heimspiel im Schwarzwald-Stadion

Premiere für das Schwarzwald-Stadion: Gegen Werder Bremen wird der SC Freiburg am Samstag zum ersten Mal ein Punktspiel ohne Zuschauer im heimischen Stadion austragen. So ungewohnt ist das für die Mannschaft gar nicht mal – schmerzlich vermisst werden die Fans von den Spielern aber dennoch. Hier sind die Fakten zum ersten Geister-Heimspiel.Das 1:1 in Leipzig gab einen Vorgeschmack auf das, was den SC Freiburg am Samstag (15.30 Uhr/Sky) erwartet: Ein Heimspiel ganz ohne Zuschauer. Ob das für den Sportclub im Spiel gegen Bremen, das am Montag 1:4 gegen Leverkusen unter die Räder geraten war, ein Nachteil ist, ist eine der Fragen, die sich nun stellen:


Nichts Neues für den SC?
Ein Spiel vor leeren Rängen im Schwarzwald-Stadion ist nichts Neues für die Freiburger Mannschaft. Regelmäßig würde das Team unter der Woche im leeren SC-Stadion Elf gegen Elf trainieren, sagte Trainer Christian Streich nach der Partie in Leipzig. Er habe die Situation daher „insgesamt nicht als fremd“ empfunden. Auf Dauer, so Streich, sei das aber nichts – „weil wir die Menschen dabei haben wollen“.


Wer darf rein?
Das DFL-Konzept für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs sieht vor, dass sich maximal 300 Personen auf dem Stadiongelände aufhalten dürfen. Mit dieser Personenzahl rechnet auch der SC, wie Vorstands-Sprecher Holger Rehm-Engel bestätigt. Konkret gibt es drei Zonen (Stadioninnenraum, Tribünenbereich und Außengelände), in die jeweils höchstens 100 Personen Zutritt haben. So dürfen z.B. maximal vier Balljungen, zehn Journalisten und vier Delegationsvertreter des Gastvereins ins Stadion.


Ist ein Stadionsprecher da?
Stadionsprecher Claus Köhn genießt bei den SC-Spielen längst Kultstatus. Seit über drei Jahrzehnten ist er die SC-Stimme. Doch beim Geister-Heimspiel am Samstag wird er wenig zu tun haben. Der SC bestätigt dem Wochenbericht, dass der Sprecher nur die wichtigsten Dinge durchsagen wird: Tore, Ein- und Auswechslungen, Mannschaftsaufstellung, organisatorische Hinweise. Es steht auch noch nicht fest, ob Köhn oder ein anderer Sprecher diese Aufgabe übernimmt.


Gibt es ein Programm?
Einlauf-Musik und vielleicht auch das Badner-Lied werden am Samstag wohl aus den Lautsprechern ertönen. Mehr aber auch nicht. Es wird auch kein Halbzeit-Programm geben.


Sind Fan-Banner geplant?
Im Vorfeld des ersten Geister-Heimspiels gab es einen Austausch mit den Fans und das Angebot, am Tag vor dem Spieltag Banner, Fahnen oder Ähnliches aufzuhängen. Laut SC haben sich die Fans zumindest für das erste Heimspiel gegen Bremen dagegen entschieden. In den kommenden Heimspielen kann sich das ändern.


Was sagen die Spieler?
Nach dem Spiel in Leipzig war die einhellige Meinung unter den Spielern, dass die Situation ungewohnt war – und die Fans gefehlt haben. Das, sagt Vincenzo Grifo in einem Videointerview des Klubs, werde erst recht für das Heimspiel gelten. „Mit den Fans bebt das ganze Stadion bei einem Tor. Die Fans sind die, die das Spiel mittragen. Man jubelt ja am meisten mit den Mitspielern – und mit den Fans“, so der Deutsch-Italiener.


Vorteil Freiburg?
Einen Vorteil aber könnte der SC in der Phase der Geisterspiele haben – seine Standardstärke. Aufgrund der ungewohnten Situation spielen viele Mannschaften vorsichtig, mit einem Fokus auf die Defensive. „Standards können ein Dosenöffner sein, das hat das Spiel gegen Leipzig gezeigt“, sagt Grifo. Mit seinem Eckball hatte er das 1:0 durch Gulde eingeleitet. Auch das wegen Abseits aberkannte Freiburger 2:1 fiel nach einem Freistoß. Grifo versprüht daher Zuversicht: „Wir haben das sehr oft geübt in den letzten zwei, drei Wochen. Und wir wissen, dass wir viele gute Standardschützen haben“, sagt er.

Matthias Joers

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