Umfrage: So geht es dem Handel

Sechs Freiburger Händler ziehen ein Zwischenfazit nach der Wiedereröffnung – Hygienestandards funktionieren gut

Auch große Läden und Autohäuser sind inzwischen wieder komplett geöffnet, wenn auch überall die neuen Sicherheits- und Hygienevorkehrungen gelten, die im Zuge der Corona-Pandemie erlassen worden sind. Der Freiburger Wochenbericht hat sechs Händler gefragt, wie der Neustart läuft.Laura Lay, Abteilungsleiterin bei Schafferer: „Wir sind positiv überrascht, weil es doch eine sehr rege Kundenfrequenz gibt. Auffällig ist, dass die Leute sehr bewusst einkaufen, wir verkaufen mehr Waren im höheren Preissegment, beispielsweise Kaffeemaschinen oder Töpfe. Das Bummeln ist vor allem in den ersten zwei Wochen ausgeblieben, das wurde in der letzten Woche wieder mehr, nachdem auch wieder mehr große Geschäfte geöffnet haben. Insgesamt sind wir sehr zufrieden. Man hat sich an die Masken und Abstandsregeln gewöhnt, das ist alles gut händelbar. Man merkt auch, dass die Kunden wirklich froh sind, dass wir wieder da sind und sie lokal einkaufen wollen. Insgesamt ist alles reibungsloser abgelaufen, als wir am Anfang dachten.“

Frank Motz, Inhaber der Kaiser Modehäuser: „Wir haben unsere fünf Filialen in drei Etappen wiedereröffnet. Wir liegen derzeit bei unserem Umsatz bei etwa 60 Prozent Minus. Natürlich ist das auch ein branchenspezifisches Problem, denn Mode ist nicht unbedingt das, was die Menschen gerade brauchen. Sie gehen ja nicht aus, ins Theater, Kino, zu Hochzeiten oder Veranstaltungen. Man merkt aber auch, dass die Leute noch sehr verhalten sind, sie gehen nur für Besorgungen in die Stadt und weniger zum Bummeln oder Verweilen. Das liegt wohl vor allem auch an der geschlossenen Gastronomie. Eigentlich hätten wir ja am letzten Samstag einen Megasamstag gehabt, das tut natürlich auch nochmal weh. Die Mundschutz- und Abstandsregeln funktionieren bislang gut. Wir sind gespannt auf nächste Woche, wie es läuft, wenn die ersten Gastronomiebetriebe wieder öffnen dürfen.“

Henner Wieschmann, Geschäftsführer bei Saturn Freiburg: „Bei uns ist die Nachfrage groß, Elektrogeräte wie beispielsweise Computer fürs Homeoffice oder für das digitale Lernen sind natürlich derzeit ein großes Thema. Wir hatten immer wieder Warteschlangen im Service oder vor dem Laden, das ist besser geworden, nachdem die Beschränkung auf 800 Quadratmeter weggefallen ist, jetzt verteilen sich die Kunden besser. Die Leute kommen jetzt auch gezielter, um etwas zu kaufen und halten sich nicht mehr so lange im Laden auf. Schwierig ist es manchmal mit dem Mindestabstand, darauf achten Kunden öfter nicht, weil viele denken, sie sind ausreichend geschützt, weil sie einen Mundschutz tragen. An der Kasse klappt das mit Hilfe der Makierungen, im Laden nicht immer, da ist es wichtig, dass jeder individuell darauf achtet, den Mindestabstand einzuhalten.“

Franz-Xaver Grünwald, geschäftsführender Gesellschafter des Autohauses Gehlert: „Das Neuwagengeschäft liegt derzeit am Boden. Man merkt, dass die Privatkunden erstmal abwarten wollen, was kommt. Erfreulich gestaltet sich hingegen das Gebrauchtwagengeschäft. Dort geht derzeit alles über den Preis. Sobald es von Seiten der Politik Kaufimpulse gibt, rechne ich mit einem stark anziehenden Neuwagengeschäft. Im Werkstattbereich mussten wir leider Kurzarbeit anmelden, weil wir zum einen deutlich weniger Aufträge haben, zum anderen ist dies den vom Land vorgeschriebenen Sicherheitsabstandsvorkehrungen geschuldet. Die Umsetzung des Hygienekonzepts für Mitarbeiter und Kunden lief indes problemlos.“

Jochen Bohny, Geschäftsführer von Sport Bohny: „Die Kauflust ist noch sehr verhalten. Momentan wird hauptsächlich der Bedarf gedeckt. Die Frequenz ist in den Geschäften mehr als überschaubar. Laufsport, Fitness und Inliner sind momentan die Renner. Ich denke, durch die Eröffnung der Gastronomie kommt auch zu Teilen wieder das schöne Einkaufserlebnis zurück. Meine Hoffnung für uns und unsere Mitarbeiter sowie die Kunden ist es, dass die Abstandsregel in Zukunft ausreichend ist und auch eingehalten wird, damit von den Masken Abstand genommen werden kann.“

Alexander Entov, Geschäftsführer bei Breuninger Freiburg: „Wir freuen uns sehr, unser Freiburger Haus nach herausfordernden Wochen nun endlich wieder vollständig geöffnet zu haben und wieder persönlich für unsere Kunden da sein zu können. Natürlich haben wir unsere Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen maximal intensiviert und einen eigenen Breuninger Hygienestandard verabschiedet, der unseren Kunden und Besuchern einen angenehmen und vor allem sicheren Aufenthalt in unserem Haus gewährleistet. Unser gesamtes Freiburger Team ist hochmotiviert, unseren Kunden wieder schöne Einkaufsmomente und besten Service zu bieten.“

(sas/mey)

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