„Welt erlebt kollektiven Burn-out“

In nachdenklichen Worten hat sich Bundestrainer Joachim Löw über die Corona-Krise geäußert

Auch Bundestrainer Joachim Löw lässt die Corona-Pandemie nicht kalt. Nach der Absage der für den Sommer 2020 geplanten Fußball-Europameisterschaft hat sich Löw in bemerkenswerten Worten über die gegenwärtige Situation geäußert.


EM-Absage „völlig richtig“
„Die Corona-Krise hat die Welt fest im Griff und nichts ist mehr, wie es vorher war“, sagte Löw in einer Videoschalte aus seiner Heimat in Freiburg anlässlich der DFB-Pressekonferenz in der vergangenen Woche. Die Entscheidung, die ursprünglich vom 12. Juni bis 12. Juli geplante EM ausfallen zu lassen und auf das Jahr 2021 zu verlegen, bezeichnete der 60-Jährige „als völlig richtig“.
Dann stimmte der Ehrenspielführer des SC Freiburg nachdenkliche Töne an: „Die letzten Tage haben mich sehr beschäftigt. Die Welt hat einen kollektiven Burn-out erlebt“ – alles andere müsse jetzt zurückstehen, die Gesundheit der Menschen stehe an erster Stelle. Er habe das Gefühl, dass die Welt sich auch „ein bisschen stemmt und wehrt gegen die Menschen und deren Tun. Der Mensch denkt immer, dass er alles weiß und alles kann. Das Tempo, das wir in den letzten Jahren vorgegeben haben, das war auch nicht mehr zu toppen“, so Löw. „Machtgier, Profit, noch bessere Resultate, Rekorde“ hätten im Vordergrund gestanden. Aber jetzt, so Löw, „haben wir etwas erlebt, das jeden einzelnen Menschen betrifft.“
Nun komme es darauf an, „dass wir aufeinander schauen und achtsam sind“. Was wirklich zähle, seien die Familie und die Mitmenschen. (fwb)

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