FT-Volleyballer bleiben in der 2. Bundesliga

Interview mit 1844-Trainer Jakob Schönhagen über die Corona-bedingte Annullierung der 2. Volleyball-Bundesliga Süd

Herr Schönhagen, inzwischen steht fest, dass die vorzeitig beendete Saison in der 2. Volleyball-Bundesliga nicht gewertet wird. Damit gibt es keinen Meister und keinen Absteiger. Haben Sie damit schon gerechnet?Jakob Schönhagen: Wir haben uns natürlich Gedanken gemacht, auch schon im Vorfeld. Es ist insgesamt eine Regelung, die für viele in Ordnung sein wird. Es kommt natürlich darauf an, wie es mit den Aufsteigern und den Absteigern, die schon feststanden, geregelt wird. Wir sind natürlich froh, dass wir weiterhin in der Liga bleiben können.

An Sport ist zurzeit kaum zu denken. Wie geht die Mannschaft mit der jetzigen Situation um?

Schönhagen: Die Mannschaft hat sich vor eineinhalb Wochen, am Tag des Spielabbruchs voneinander verabschiedet. Zuerst ist unser Pole Maciej Madej direkt am Samstag abgereist, bevor die Grenzen dichtgemacht haben. Drei Tage später reiste der Engländer Rupert Scott ab und einen Tag später unser Australier Caleb Watson. Ansonsten versucht jeder, mit der Situation klarzukommen. Wie man hört, sind alle Spieler wohlauf. Wie sie sich fit halten, ist erstmal ihnen überlassen. Wir wollen zwei Wochen Ruhe reinbringen. Alle sollen in der Lage sein, runterzufahren. Erst danach beginnen wir mit den Gesprächen.

Ihr Team konnte fünf der letzten sechs Spiele gewinnen. Worin lag der Schlüssel für diesen Aufwärtstrend?

Schönhagen: Sehr bemerkenswert war, dass dieses Team, das zu großen Teilen aus sehr unerfahrenen Spielern besteht, immer wieder in der Lage war, nach vorne zu schauen. Egal wie groß die Rückschläge waren. Da muss ich echt ein großes Lob aussprechen. Sie haben sehr, sehr akribisch gearbeitet und sich immer wieder neu motiviert. Auch unsere beiden Neuzugänge Maciej Madej und Jannik Kühlborn haben positiv eingeschlagen. Sie haben viel Stabilität gebracht, genauso wie der reaktivierte Dominic Salomon. Das hat dazu geführt, dass viele Spieler drumherum stabiler geworden sind. Wir waren wirklich sehr gut drauf, vor allem in Aufschlag, Annahme und Block haben wir massiv zugelegt.

In der ersten Saisonhälfte konnten Sie nur vier Spiele für sich entscheiden. Woran haperte es da?

Schönhagen: Das war eine Mischung aus spielerischer Unerfahrenheit, psychischem Druck und Spielpech. Gerade am Anfang haben wir die knappen Sätze leider verloren. Das hätte der Saison einen ganz anderen Drive geben können. Aber jetzt ist das natürlich Kaffeesatzleserei.

Die Ungewissheit, wie und wann der Sportbetrieb wieder aufgenommen werden kann, ist groß – auch in anderen Sportarten. Was haben Sie intern vereinbart hinsichtlich der Saisonvorbereitung?

Schönhagen: Wie gesagt, wir haben noch nichts Konkretes geplant. Geht ja auch nicht. In den nächsten zwei Wochen wird es erste Gespräche geben. Es stehen auch ein paar Grundsatzentscheidungen mit dem Verein an. Und dann hoffen wir, wieder ordentliches Zweitligavolleyball mit einem konkurrenzfähigen Team bieten zu können. Interview: M. Joers

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