#freiburghältzusammen

In Zeiten der Corona-Krise beweisen die Menschen große Solidarität und halten sich an die Regeln

Wenn man der Corona-Krise überhaupt irgendeinen positiven Aspekt abgewinnen kann, dann ist es die Solidarität unter den Menschen. In der epochalen Krise beweisen die Südbadener, dass sie zusammenhalten, wenn es darauf ankommt.Das Leben in Freiburg hat sich spätestens seit vergangenem Samstag drastisch verändert. Die Stadt ist mit dem Betretungsverbot für öffentliche Orte als erste Großstadt in Deutschland einen Sonderweg gegangen, der inzwischen europaweit als Standard gilt. „Auch wenn es schwer fällt: Nur wenn wir auf persönliche Treffen soweit wie möglich verzichten, können wir die Ausbreitung des Corona-Virus verlangsamen und eindämmen“, erklärt Oberbürgermeister Martin Horn.
Die sozialen Kontakte werden seither auf ein Minimum heruntergefahren, während Ärzte und Pfleger unter erschwerten Bedingungen am Anschlag arbeiten und die Wirtschaft in die Knie geht. Doch jede Situation hat auch Gutes. In Freiburg, wie auch überall anderswo, ist eine Welle der der Solidarität ausgebrochen – auf allen Ebenen: jüngere helfen ihren älteren Nachbarn, in dem sie Besorgungen erledigen, Ehrenamtliche arbeiten als kostenlose Einkaufshelfer, die Uniklinik Freiburg nimmt französische Covid-19-Patienten aus dem vom Virus besonders hart getroffenen benachbarten Elsass auf, die dringend auf Beatmung angewiesen sind und viele Bürger unterstützen ihre lokalen Restaurants, in dem sie deren Abhol- und Lieferservice in Anspruch nehmen. Auch in den Stadtteilen gibt es Initiativen: So hat etwa der Bürgerverein Herdern eine Mailadresse (helfen@buergerverein-herdern.de) eingerichtet für Menschen im Stadtteil, die angesichts der Coronavirus-Situation Hilfe benötigen. Die Welle der Hilfsbereitschaft macht natürlich auch vor den Sozialen Netzwerken nicht halt, während die Badische Zeitung unter dem Schlagwort „BZ hilft“ ein Netzwerk gründet, dass Menschen, die Hilfe anbieten können, mit jenen zusammenbringen soll, die Hilfe benötigen.
Große Solidarität erfahren derweil auch die von der Krise arg gebeutelten Freiburger Händler. Der aus der Not geborene Lieferservice, in dem sich verschiedenste Sparten zusammengefunden haben, erfährt eine ungeahnt große Resonanz (mehr dazu auf Seite 5). „Wir sind positiv überrascht von der breiten Solidarität der Freiburger für die Händler vor Ort“, erklärt Susanne Atila, Geschäftsführerin der Händlergemeinschaft Z'Friburg in der Stadt.
Das Gebot möglichst weniger sozialer Kontakte bedeutet selbstverständlich auch keinen gemeinsamen Kirchgang: Dennoch müssen die Gläubigen nicht auf die gemeinsame Ausübung ihres Glaubens verzichten. Das Erzbistum Freiburg reagiert mit Livestreams aus dem Freiburger Münster auf die ungewöhnlichen Umstände. Bis auf Weiteres überträgt das Erzbistum jeden Werktag um 18.30 Uhr und jeden Sonntag um 10 Uhr über die Website des Erzbistums eine Heilige Messe aus dem Freiburger Münster.
Das Betretungsverbot öffentlicher Orte funktioniert derweil tadellos: „Nahezu alle befolgen die Einschränkungen. Unsere Mitarbeitenden kommunizieren direkt und setzen auf erklärende Konfliktlösung. Bis auf drei 500 Euro Bußgelder an Personen, die sich in der ersten Nacht renitent verweigert haben, ihre Gruppenversammlung aufzulösen, konnten wir alles kommunikativ lösen. Danke dafür“, postet Oberbürgermeister Martin Horn auf seiner Facebook-Seite.

Sven Meyer


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