Mehr Flächen, mehr Tiere

Susanne Eckert und Birte Boxler vom Mundenhof über ihre Zukunftsplanungen

Der Mundenhof ist eine beispiellose Erfolgsgeschichte – und gerät durch den immensen Zu- spruch an seine räumlichen und personellen Grenzen. Unsere Mitarbeiterin Sigrid Hofmaier fragte die beiden Leiterinnen Susanne Eckert und Birte Boxler nach den Zukunftsplänen für den städtischen Tier-Natur-Erlebnispark.

Der Mundenhof soll in den nächsten vier bis sechs Jahren um fünf bis sechs Hektar erweitert werden. Um welche Flächen geht es da?

Susanne Eckert: Zum einen geht es um die Neuorganisation von Flächen in unserem Zentrum rund um das alte Kuhstallgebäude, die besser genutzt werden könnten, zum anderen um den Bereich südwestlich des Munden-hofs bis zur Autobahn, zu dem auch Reitclub, Stadtgärtnerei, Acker- und Waldflächen gehören. Eine umweltschonende Planung vorausgesetzt könnte es auch einen niederschwelligen Weg über die angrenzenden Weideflächen geben. Im Moment laufen Gespräche mit den zuständigen Stellen, da können wir noch nichts Konkreteres sagen.

Sie möchten das Gelände weiterhin für Besucher attraktiv, dabei aber für den Mundenhof machbar gestalten. Wie kann der zusätzliche personelle und finanzielle Aufwand gestemmt werden?

Birte Boxler: Eine Vergrößerung der Mundenhoffläche und das Präsentieren weiterer Tierarten gehen einher mit höherem Arbeitsaufwand bei den Mitarbeitenden. Hier sind es die politischen Entscheidungsträger, die die Weichen für die Zukunft stellen werden. Planungsmittel stehen uns zur Verfügung, alles andere wird sich zeigen. Wir blicken dabei optimistisch in die Zukunft.

Wie entwickelt sich die von Ihnen, Frau Eckert, angelegte „Prärie“, wann wird sie nutzbar und welche Tiere werden sich dort wohlfühlen?

Susanne Eckert: Die Prärie wächst und gedeiht – mit vielen Wildkräutern, die auch für Rinder eine wahre Gesundheitsapotheke sind. Im vergangenen Jahr hatten sich zwei Bisonkälber bereits einen Weg zu der im Bisongehege gelegenen Prärie gebahnt. Wir haben die Herde dann eine Zeitlang dort gewähren lassen. Noch ist die Fläche allerdings nicht stabil, sodass wir den Stromzaun, der die Prärie vor den hungrigen Bisons schützt, wieder aktiviert haben. Geplant ist, die Rinder immer mal wieder kurzzeitig auf die Fläche zu lassen – aber so, dass noch etwas Blühendes bleibt.

Wurde die im vergangenen Jahr angesichts der hohen Besucherzahlen angedachte Entzerrung von den Mundenhof-Besuchern angenommen und wird sie fortgesetzt?

Birte Boxler: Es ist uns gelungen, die Besucher durch neue Attraktionen vom stark genutzten Hauptweg auf andere Wege Richtung Hügel zu locken. In diesem Jahr werden wir zusätzlich ein Zauneidechsen-Biotop anlegen. Hierfür sind Liegebänke angedacht und ein Schattenpavillon geplant. Ein Aussichtsturm bei den Lamas ist ein weiteres Projekt, das wir gerne realisieren würden.

Kommentar
Noch mehr Mundenhof. Das hört sich doch erst einmal gut an, ist das Tiergehege doch bei Familien aus Freiburg und dem Umland ein beliebtes Ausflugsziel. Immer wieder sonntags drängeln sich die Massen auf überfüllten Wegen, platzen die Spielplätze aus allen Nähten und glühen die Sitze in der Hofwirtschaft noch vom Hintern des Vorgängers. Der Haken: Leider ist auch auf den Parkplätzen die Hölle los. Obwohl die Parkflächen gefühlt noch einmal so groß wie der Mundenhof selbst sind, ist an sonnigen Tagen kaum noch eine Lücke zu finden. Deshalb hat die Stadt Freiburg auch jüngst die Preise für das Parken am Wochenende erhöht. Sogar verdoppelt. Doch der Effekt bleibt bisher aus: Ganze vier Leutchen standen beim letzten Besuch der Autorin an der Bushaltestelle, während Hunderte das Auto nahmen. Ist die Verbindung zu schlecht, das Parken noch zu billig, die Menschen zu faul? Klar ist, wenn die Erweiterung kommt, muss auch das Verkehrskonzept noch einmal neu durchdacht werden. (clk)

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