Surrend durch die Stadt

Neue Technologie für Freiburgs öffentlichen Nahverkehr: Die Buslinie 27 fährt ab sofort rein elektrisch

Die Frage, wie die Gesellschaft weniger CO2 produzieren kann, beschäftigt auch die Freiburger Verkehrs AG. Da Elektrobusse als Hoffnungsträger für den öffentlichen Nahverkehr gelten, wurden nun die ersten beiden angeschafft. Auf der Linie 27 geht es ab sofort surrend leise mit grüner Energie durch den Freiburger Stadtverkehr.Am vergangenen Freitag wurde ein neues Kapitel in der Mobilität der Stadt Freiburg eingeläutet, da waren sich alle Premierengäste rund um Oberbürgermeister Horn einig. An jenem Tag schickte die Freiburger Verkehrs AG ihre ersten beiden E-Busse auf die Straßen. Betrieben werden die Fahrzeuge des Herstellers Solaris mit zertifiziertem Ökostrom der Badenova. Beachtlich: Jeder Bus spart im Vergleich zu einem herkömmlichen Dieselbus 55 Tonnen CO2 im Jahr ein. Damit werden die bei der Herstellung der Batterien anfallenden CO2-Ausstöße nach spätestens einem halben Jahr ausgeglichen sein.
Jeder Bus kostete 500.000 Euro, die dazugehörige Ladestations-Infrastruktur 600.000 Euro. Stadt und Staat haben die Anschaffung mit 400.000 Euro bezuschusst – unter anderem aus dem Klimaschutzfonds der Stadt. Die erste Linie, die ab sofort vollelektrisch befahren wird ist die 27. Weitere sollen folgen. Derzeit läuft bei der VAG die Ausschreibung für weitere 15 E-Busse.
„95 Jahre nach dem Start der ersten Dieselbuslinien in Freiburg, läuten wir mit den E-Bussen einen weiteren Wandel in der Geschichte des öffentlichen Nahverkehrs in unserer Stadt ein“, erklärte VAG Vorstand Stephan Bartosch.
Seit gut fünf Jahren beobachtet die VAG intensiv die Entwicklung auf dem Elektrobussektor und hat die Einführung vorbereitet. „Mit der Umstellung auf Elektrobusse, die wie unsere Straßenbahnen und die Schauinslandbahn mit zertifiziertem Ökostrom betrieben werden, sehen wir eine deutliche Stärkung des umwelt- und klimafreundlichen öffentlichen Nahverkehrs. So sind die Elektrobusse energieeffizienter und leiser und beim Betrieb entstehen keine Abgasemissionen“, erläuterte Bartosch. Sein Vorstandskollege Oliver Benz ergänzte: „Mit der Straßenbahn sind wir seit 1901 Experten für Elektromobilität, nun folgt konsequenterweise die Ausweitung auf unseren Busbereich.“


USB-Anschlüsse installiert
Was beim Betrieb der leuchtend grünen Busse auffällt ist vor allem das leise Fahrgeräusch, das nur als sanftes Surren wahrgenommen wird. Im Inneren sieht der Bus aus wie jeder andere auch – bis auf die Tatsache, dass USB-Anschlüsse vorhanden sind, an denen die Fahrgäste ihre Handys aufladen können. Auch WLAN ist vorhanden.
Die Lebensdauer eines Akkus beträgt im Fall der Freiburger Busse rund acht bis neun Jahre. Danach ist vorgesehen, diese noch für weitere neun Jahre als Speicher für Solarstrom zu nutzen, der auf dem VAG-Betriebsgelände produziert wird. In Süddeutschland zähle Freiburg in Sachen Elektromobilität im öffentlichen Nahverkehr nunmehr zu den Vorreitern erklärte Stephan Bartosch. Oberbürgermeister Horn erinnerte zudem daran, dass Freiburg in Sachen klimaschonende Mobilität auch aufgrund des Ausbaus von Stadtbahnen und Radwegen bundesweit einen der vorderen Plätze einnimmt.

Sven Meyer

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