Viel beachtet im Umzugsjahr

„Offensichtlich machen wir nicht alles falsch“: Nach acht Jahren unter Trainer Streich erlebt der SC eine Hochphase

Der SC Freiburg steht vor einer besonderen Rückrunde: Es soll die letzte sein im gegenwärtigen Schwarzwaldstadion. Unabhängig davon erlebt der Verein gerade eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit. Aus der Fußballfachwelt, aber auch von Trainerkollegen, werden SC-Trainer Christian Streich und der Verein fast im Wochenturnus mit Lob bedacht. Am Rande des Trainingslagers des SC Freiburg in Sotogrande kam es zu einer Begegnung mit Symbolcharakter. Christian Streich traf sich zum kurzen Plausch mit drei ehemaligen Bundesligatrainern: Andreas Zorniger (bis 2015 beim VfB Stuttgart und bis 2019 bei Bröndby IF), Sandro Schwarz (bis 2019 bei Mainz) und dessen Assistent Michael Thurk. Auch SC-Sportdirektor Klemens Harten-bach und Sportvorstand Jochen Saier sagten kurz Hallo. Das derzeit vereinsfreie Trainer-Trio war nicht zum Vergnügen vor Ort: Thurk, Zorniger und Schwarz besuchten den SC zu Fortbildungszwecken. Warum auch nicht? Streich, seit über acht Jahren SC-Trainer und dienstältester Bundesligacoach, schlägt landauf, landab nicht nur viel Respekt entgegen, er gilt vor allem als fachlich über (fast) jeden Zweifel erhaben.


Über 40 Interviewanfragen
Auch im zurückliegenden Halbjahr verging fast keine Woche, in der die Arbeit im Breisgau nicht von Experten gelobt wurde. So sagte der frühere Bayern- und Dortmund-Trainer Ottmar Hitzfeld aus Lörrach dem Schweizer Verlag Finanz und Wirtschaft: „Christian Streich ist für mich in jeder Saison Trainer des Jahres“.
Wie positiv das Standing der Breisgauer ist, verdeutlichen zwei aktuelle Umfragen des Fachmagazins Kicker: Auf die Frage, wer derzeit der beste Trainer der Welt sei, wählten 239 aktuelle Bundesliga-Profis Christian Streich auf Platz drei hinter Jürgen Klopp (FC Liverpool) und Pep Guardiola (Manchester City) – wenn auch „nur“ mit einem Ergebnis von 1,3 Prozent der Stimmen. In einer anderen Umfragen wählten rund 80.000 Kicker-Leser Streich auf Platz eins der Bundesliga-Trainer mit einem Notenschnitt von 1,8. Ebenfalls auf Platz eins landete der SC bei der Frage, welcher Verein das erfolgreichste Klub-Management hat: Die SC-Manager Jochen Saier und Klemens Harten-bach erhielten mit 2,0 die Bestnote. Und 2019 landete der SC beim Sympathieranking der TU Braunschweig erneut auf dem ersten Platz vor allen anderen Bundesligavereinen.
„Offensichtlich machen wir nicht alles falsch“, sagte Streich im SWR über die jüngsten Umfragen. Dem Wochenbericht bestätigt SC-Pressesprecher Sascha Glunk, dass der Verein derzeit eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit erlebt: Mehr als 40 Interviewanfragen habe die SC-Medienabteilung allein im Trainingslager vermittelt, TV-Teams von ZDF, SWR und Sky reisten an. „Sogar aus Australien und den USA haben sich Journalisten gemeldet“, sagt Glunk und bestätigt, dass die Aufmerksamkeit höher gewesen sei als in den vergangenen Jahren. Zurückzuführen sei das auf den sportlichen Erfolg des Teams und auf die Entwicklung einzelner Spieler, so Glunk.

Matthias Joers




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