Das etwas andere Spitzenspiel

Erster gegen Vierter: Der SC Freiburg zu Gast beim Spitzenreiter aus Mönchengladbach

Alles ist im Lot beim SC Freiburg, selbst ohne den Langzeitverletzen Luca Waldschmidt und den rotgesperrten Vincenzo Grifo. Mit dem Selbstbewusstsein aus dem glücklich erkämpften Punktgewinn bei Bayer Leverkusen geht es nun zum Spitzenreiter. Chancenlos muss der SC da nicht sein.Vielleicht heißt vom FC Union Berlin lernen, siegen lernen. Der Aufsteiger aus der Haupstadt hat am Wochenende überraschend vorgemacht, wie man Tabellenführer Mönchengladbach ein Bein stellen kann. Mit 2:0 bezwangen die Berliner die Borussen – wenn auch vor dem eigenen Publikum in der Alten Försterei.
Da nämlich fängt das Problem für Freiburg an. Denn zuhause im heimischen Borussia-Park sind die Gladbacher eine Macht: Fünf ihrer letzten Heimspiele konnte die Mannschaft von Trainer Marco Rose gewinnen, unter anderem gegen Dortmund, Frankfurt und zuletzt gegen den AS Rom in der Europa League.
Auch am morgigen Donnerstag muss der Tabellenführer der Bundesliga auf europäischem Parkett ran und ist zu Gast beim österreichischen Erstligisten Wolfsberg. Die Gladbacher Doppelbelastung könnte für den SC noch ein Vorteil werden – bis zum Anpfiff am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) dürften die Freiburger weit ausgeruhter sein als ihre Gastgeber. Union Berlin jedenfalls knackte die Borussia durch sein schnelles und effizient ausgeführtes Umschaltverhalten. Ein Rezept, das auch den Breisgauern liegt. Und dass sie bei einem auswärts übermächtig erscheinenden Gegner bestehen können, haben sie beim 1:1 in Leverkusen zu Genüge unter Beweis gestellt. Obwohl eine große Portion Glück dazu gehörte. „Wir hätten auch mit 1:2 oder sogar mit 1:3 zurückliegen können“. Doch überhaupt, die Auswärtsbilanz: In der Auswärtstabelle steht der SC Freiburg mit drei Siegen und zwei Remis auf einem starken fünften Rang.
Das ist auch Ausdruck des großen Selbstvertrauens, von dem die Freibuger derzeit zehren. „Es war toll, dass wir gegen so eine starke Leverkusener Mannschaft bis zur letzten Minute hoch angelaufen sind“, sagt Christian Streich über den Auswärtspunkt. Spielerisch habe nicht alles geklappt, aber der Fleiß habe gestimmt, so der SC-Coach. Nur eines ihrer letzten neun Spiele haben die Freiburger verloren. Ausgeschlossen ist ein Erfolgserlebnis bei den heimstarken Gladbachern damit keineswegs.


Die Waldschmidt-Frage
Einmal mehr gut aufgelegt war Torhüter Mark Flekken, auch wenn er sich früh gegen Leverkusen einen Ausrutscher auf dem seifigem Boden erlaubte. Doch mit inzwischen 27 parierten Bällen baute er die gute Bilanz in seinen vier Einsätzen weiter aus. Zum Vergleich: der mit Adduktorenproblemen fehlende Stammtorhüter Alexander Schwolow parierte in acht Spielen 21 Bälle.
Zurückhaltend bleibt Christian Streich bei einer Prognose über die Verletzungsdauer von Luca Waldschmidt. „Es geht darum, dieses Trauma aufzuarbeiten“, sagt er über den 23-jährigen, der vor einer Woche im Mittelgesicht operiert wurde und auch Verletzungen am Knie und am Sprunggelenk auskurieren muss. Im Länderspiel war er mit Weißrusslands Torwart zusammengeprallt. Christian Streich sagt: „Wenn er im Januar wieder im Training ist, können wir sehr froh sein.“

Matthias Joers

Zurück