Hilfe für den Winterschlaf

Birgit Schlegel aus Vörstetten gibt Tipps, wie man Igeln helfen kann – sie päppelt verletzte oder kranke Tiere auf

Sie kümmert sich um kranke, verletzte Igel oder zieht verwaisten Nachwuchs mit dem Fläschchen auf: Birgit Schlegel aus Vörstetten hilft seit Jahren kleinen Stacheltieren in Not. „Die Igel finden derzeit fast nichts mehr. Durch die Trockenheit gibt es dieses Jahr sehr viele unterernährte Igel, die Hilfe brauchen“, sagt sie. Derzeit pflegt sie neun Igel gesund. „Wenn sie genügend Gewicht haben, um es über den Winter zu schaffen, werden sie wieder ausgewildert“ – dafür sucht Birgit Schlegel immer geeignete Plätze. 15 Igel besuchen sie zudem, um sich den nötigen Winterspeck anzufressen.
Wer einen Igel in seinem Garten entdeckt, „sollte ihm auf jeden Fall eine Schale mit Wasser rausstellen und kann einen Laubhaufen liegenlassen oder eine Kiste mit Laub als Unterschlupf hinstellen“. Wiegen die putzigen Tierchen jetzt weniger als 400 Gramm, brauchen sie laut der Igelexpertin Hilfe, um es über den Winter zu schaffen. „Füttern kann man Hunde- oder Katzenfutter, Pastete mit Rind oder Huhn und 70 Prozent Fleischanteil, sonst kriegen sie gerne Durchfall“, erklärt sie. Auch Rührei oder gebratenes Rinder- und Geflügelhack mögen Igel gerne. Männchen gehen schon Mitte Oktober in den Winterschlaf, die Weibchen oft erst vier Wochen später. Und wie erkennt man, dass eines der Wildtiere krank oder verletzt ist und Hilfe braucht? „Sie sind oft eingefallen und apathisch, haben viele Flöhe und Zecken. Sie schnupfen, wanken oder sind mitten am Tag unterwegs.“
Seit sechs Jahren widmet Birgit Schlegel ihre Freizeit Igeln in Not. „Es hat damit angefangen, dass wir kleine, unterernährte Igel gefunden und sie durchgekriegt haben. Wir haben draußen Igel gefüttert, es kamen immer mehr, das hat sich rumgesprochen und mir wurden die ersten kranken oder verletzten Igel gebracht. Dabei werde ich von meiner Familie tatkräftig unterstützt und arbeite mit Tierärzten zusammen, für diese Hilfe bin ich sehr dankbar.“
Die Notfälle,werden ihr aus Freiburg und der Region und sogar aus Frankreich gebracht. (Wer ein hilfebedürftiges oder verletztes Tier findet, kann sich bei Birgit Schlegel, 01 62/ 7 29 77 73 melden.) Sie sind oft unterernährt, extrem verwurmt, teilweise voller Fliegenmaden und haben manchmal innere Blutungen, weil sie Gift oder Schneckenkorn gefresssen haben. Elternlose Igelbabys zieht sie mit dem Fläschchen groß, die müssen – auch nachts – alle zwei bis drei Stunden gefüttert werden. Erst vor Kurzem haben sie sieben Igel-Bays auf einmal auf Trab gehalten, „sechs davon haben wir durchgekriegt, da sieht man, dass sich die Mühe lohnt“.

Saskia Schuh

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