Wo Hunde an die Leine gehören

Auf Wunsch vieler Bürger ruft die Stadt eine Schwerpunktwoche Dreisam aus - Was sie bewirken soll

Der Freiburger Vollzugsdienst (VD) kontrolliert diese Woche mit großem Aufwand die Dreisam. Nachdem der VD im Juli verstärkt Kinderspielplätze kontrolliert hatte, findet auf vielfachen Wunsch von Bürgern nun die nächste Schwerpunktwoche am stark frequentierten Fluss statt. Das akuteste Problem geht dabei von Hunden und ihren Besitzern aus.„Wir werden regelmäßig vor Ort angesprochen, aber es gibt auch viele Leute, die uns E-Mails schreiben und darin zu verstehen geben, dass sie mit einigen Missständen gar nicht einverstanden sind“, berichtet Ramon Oswald, Leiter des kommunalen Vollzugsdiensts. Was das konkret bedeutet, erläutert er wie folgt: „Es gibt entlang des Flussufers viele größere Gelage. Leider sind darunter auch Leute, die dort feiern und hinterher alles liegenlassen – von Plastiktüten bis Einweggrills – und sogar leere Flaschen in die Dreisam werfen. Auch Glasscherben sind ein Problem. Das alles betrifft vor allem die warme Jahreszeit.“
Das andere, nicht minder große Ärgernis seien die vielen freilaufenden Hunde, durch die sich zahlreiche Passanten gestört fühlten. „Während der Schwerpunktwoche werden wir da ein Auge darauf werfen und die Halter ansprechen. Vielen scheint nicht klar, zu sein, dass es freiburgweit eine Regelung gibt, wonach für alle Hunde an der Dreisam Leinenpflicht herrscht.“ Oswald betont, dass er und seine Mitarbeiter diejenigen, die gegen die Regel verstoßen, während der aktuellen Schwerpunktwoche nicht direkt mit einem Bußgeld belangen wollten, sondern die Hundehalter im Gespräch sensibilisieren möchten. „Es gibt Menschen, die Angst vor Hunden haben, auch diese Leute haben ein Recht, die Dreisam zu genießen. Sie ist ein Erholungsort. Zudem gibt es genügend Orte, an denen es erlaubt ist, die Hunde frei laufen zu lassen“, sagt Oswald.


Notorische Müllsünder
Bei der Schwerpunktaktion steht vor allem der ungemein populäre Dreisamabschnitt zwischen dem Sandfangweg und Littenweiler im Fokus. Seit der vom Bürgerverein Oberwiehre/Waldsee initiierten Renaturierungsmaßnahme hat sich dieser Abschnitt zu einem Hotspot entwickelt. An warmen Sommertagen ballen sich hier die Ausflügler. Das sei von Anfang an ausdrücklich erwünscht gewesen und sei – bis auf einige notorische Müllsünder – auch vollkommen in Ordnung, betont der Bürgervereinsvorsitzende Hans Lehmann. Allerdings solle in Zukunft noch stärker darauf hingewiesen werden, wo Grillen erlaubt sei und wo die Natur Vorrang habe.
Bezüglich eines verbesserten Müllkonzepts stehe man derzeit in engem Kontakt mit der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF). Desweiteren würden die deutlich erhöhten Reinigungsintervalle während der Sommermonate Wirkung zeigen. Die Schwerpunktwoche begrüßt der Bürgerverein ausdrücklich, wünscht sich jedoch, dass die Maßnahmen dauerhaft Wirkung zeigen.
„Wir versuchen permanent das Bewusstsein der Leute für Müllprävention zu stärken. In dieser Woche bündeln wir alle unsere Kräfte darauf“, erzählt VD-Leiter Ramon Oswald. Eine Ansprache früh am Abend, bevor der kollektive Rausch einsetze, bringe erfahrungsgemäß am meisten – zumal es in jeder Gruppe Vernünftige gebe, die darauf achteten, dass Ansagen auch eingehalten würden. „Dass gar kein Müll mehr hinterlassen wird, werden wir aber vermutlich niemals schaffen.“
Aus Sicht von Hans Lehmann stellten die Hinterlassenschaften von Hunden derzeit mit das größte Problem dar. „Unsere zentrale Forderung ist es, doch bitte mehr Doggybag-Stationen aufzustellen, um dem Hundekot Herr zu werden“, so Lehmann. Ein weiteres dringliches Problem sei zudem die Verlagerung der „nächtlichen Aktivitäten“ auf die Sandfangwiese. „Leider gibt es dort – vor allem im Sommer – nicht nur Lärmbelästigung, sondern auch regelmäßig menschliche Kot-Hinterlassenschaften“, berichtet der Bürgervereinsvorsitzende. Vielleicht sollte die Stadt nicht nur über mehr Hundekotbeutel, sondern auch ein Toilettenhäuschen nachdenken.

Sven Meyer
 

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