Ungewohnte Vielfalt

Vor dem Gastspiel in Hoffenheim gibt es kaum noch Verletzte beim SC Freiburg

Durchschnaufen konnte der SC Freiburg in der vergangenen Woche, zumindest jene Spieler, die nicht auf Länderspielreisen waren. Abseits der sportlichen Pflichten war sogar Zeit für die schönen Dinge: Freiburgs stellvertretender Kapitän Christan Günter heiratete am Wochenende in Kirchzarten seine langjährige Freundin (mehr auf Seite 6). Der 26-Jährige Tennenbronner war in den vergangenen Jahren so etwas wie eine seltene Spezies beim SC: Im Unterschied zu vielen Mitspielern blieb er von Verletzungen so gut wie verschont, und verpasste so gut wie kein Spiel.
In dieser Saison dagegen befindet sich Günter in kerngesunder Gesellschaft: Der SC kann personell aus dem Vollen schöpfen. Im Mannschaftstraining muss der SC nur auf Torwart Mark Flekken (Syndesmoseriss) und Marco Terrazzino (Innenbandriss im Knie) verzichten. Vor dem anstehenden Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim am Sonntag (15.30 Uhr / Sky) versetzt das Trainer Christian Streich in eine ungewohnt schwierige Lage. Mit 29 Profis ist der Kader eigentlich zu groß. „Die letzten zwei Jahre hatten wir viele Verletzte und mussten reagieren“, sagte er vergangene Woche. Jetzt sei das anders.
Verschärft wird das personelle Überangebot von Spielern, die mit aller Macht auf ihre Berücksichtigung drängen – so wie Yoric Ravet, der eigentlich verkauft werden sollte, beim Testspiel gegen Aarau aber zwei Tore erzielte. „Er versucht alles dafür zu tun, dass er auffällt“, sagt Streich.
Schon vor der Saison gab SC-Chefscout Klemens Hartenbach daher zu bedenken, dass es eine Herausforderung werden könnte, dass die Spieler mit weniger Spielzeiten im Team nicht außen vor bleiben: „Entscheidend wird vielleicht sein, wie die erfahrenen Spieler, die bei uns große Verantwortung haben, es schaffen die Mannschaft zusammenzuhalten“, sagte er in einem Interview für das SC-Stadionmagazin.
Und auch die Gerüchteküche um die Zukunft von SC-Toptalent Luca Waldschmidt kommt nach dem Schließen des Transferfensters noch nicht zum Stillstand. Medienberichten soll er den Verein im Sommer für eine festgeschriebene Ablösesumme von 23 Millionen Euro verlassen dürfen. Am vergangenen Woche war der 23-Jährige erstmals an Bord der deutschen A-Nationalmannschaft. In der EM-Qualifikation gegen die Niederlande (2:4) und beim Sieg in Nordirland (2:0) blieb er jedoch ohne Einsatzminuten.

Matthias Joers

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