Saison endet mit Bruchlandung

Freiburgs Erstliga-Basketballerinnen stürzen in die Zweitklassigkeit

Aus und vorbei: Nach 17 Jahren im deutschen Oberhaus spielen die USC Eisvögel in der kommenden Saison nur noch zweitklassig. Was bedeutet der Abstieg für die Korbjägerinnen von der Schwarzwaldstraße?

Es war das bezeichnende Ende einer ganz und gar misslungenen Saison für die Freiburger Basketball-Frauen. Nach 17 Jahren geht es für die Eisvögel abwärts. Vorbei die Zeiten, als die Breisgauerinnen regelmäßig die Liga aufmischten. Der Höhepunkt der Eisvögel-Historie liegt dabei noch nicht lange zurück. Erst 2013 gewannen die Freiburgerinnen den deutschen Pokal und damit als erste

 Freiburger Sportmannschaft seit dem Freiburger FC 1907, der damals deutscher Fußball-Meister wurde, einen nationalen Titel.

Nach einem Urteil des Schiedsgerichts, der einen Punktabzug für den USC aus der Partie gegen Marburg in letzter Instanz bestätigte, war der Klassenerhalt bereits vor dem letzten Spieltag rechnerisch nicht mehr möglich. Schon am Donnerstag hatte der sportliche Leiter Harald Janson die Spielerinnen über das Unausweichliche informiert und so auch die letzten leisen Hoffnungen der Korbjägerinnen zunichte machen müssen. Auf die Breisgauerinnen wartet nun ein schwieriges Jahr in Liga zwei. Erinnerungen an die Männer des USC Freiburg werden wach, die in goldenen Zeiten einst ebenfalls in der ersten und zweiten Liga spielten, seit dem verwaltungsbedingten Zwangsabstieg in die erste Regionalliga jedoch nie wieder im Profibasketball Fuß fassen konnten und nun in der sechstklassigen Oberliga auflaufen. Diese Gefahr besteht für die USC-Frauen nicht. Dennoch kommt der Absturz der Eisvögel einer Zäsur im Freiburger Basketball gleich.

Vorerst letztes Erstligaspiel hatte keie Bedeutung mehrDas Konzept an der Schwarzwaldstraße war nicht aufgegangen. Der vielleicht größte Fehltritt war die Meldung für einen internationalen Pokalwettbewerb, der Central Europe Women League. Hier ließen die Freiburgerinnen gar das Finalturnier sausen, da es sich mit einem Ligaspieltag überschnitt. Am Ende waren es aber die teilweise schwachen Auftritte der Mannschaft von Trainer Sascha Bozic, die dem Dauererstligisten das Genick brachen – Punktabzug hin der her.

Auch das bedeutungslose letzte Saisonspiel gegen Ligaschlusslicht Rotenburg-Schleeßel ging mit 69:79 verloren und setzte somit den passenden Schlussakkord am Ende einer traurigen Spielzeit. Offen ist, wie es für Eisvögel-Trainer Bozic nun weitergeht. Der angehende Lehrer hatte während der gesamten Saison  die Doppelbelastung aus Ausbildung und Trainerarbeit eines Erstligisten zu stemmen. „Es war eine kräftezehrende Saison“, hatte dieser resümiert. „Ich lasse erst einmal alles sacken nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen.“ Auf einer Klausurtagung des Eisvögel-

Managements sollen die Zukunftsplanungen konkretisiert werden.

Eine letzte marginale Chance auf den Klassenverbleib haben die Eisvögel allerdings noch: Sollte einer der Aufsteiger aus den zweiten Ligen nicht von seinem Aufstiegsrecht Gebrauch machen, so würde die Liga bei den Freiburgerinnen anfragen, ob diese ein weiteres Jahr in Liga eins bestreiten wollen. Benjamin Resetz

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