Einfach war es nie

Die Stadtbau wird 100 Jahre alt – und ihre Herausforderungen werden nicht weniger

Mit einem Festakt feiert die Freiburger Stadtbau am Donnerstag ihr 100-jähriges Bestehen. Ihre historischen Wurzeln liegen im Stadtteil Beurbarung und der Wohnungsnot nach Ende des Ersten Weltkriegs. Auch heute, 100 Jahre später, liegt im Mangel an Wohnraum die größte Herausforderung für die Stadtbau GmbH. Stürmische Zeiten hat die Freiburger Stadtbau viele erlebt: Die städtische Finanzmisere in den 1990er- Jahren, der Streit um die Einsetzung einer Doppelspitze und natürlich der Bürgerentscheid im Jahr 2006, als der damalige Oberbürgermeister Dieter Salomon an dem Versuch scheiterte, die Stadtbauwohnungen zu verkaufen.
Die Bedeutung der Stadtbau aber ist in ihrem Jubiläumsjahr vielleicht so hoch wie lange nicht mehr – trotz, oder vielleicht auch wegen all der Politisierung der vergangenen Jahre. „Der Wohnungsmangel in Freiburg ist heute und war rückblickend phasenweise immer wieder Thema“, sagt Magdalena Szablewska, seit 2016 technische Geschäftsführerin. Und sie fügt an: „Die Freiburger Stadtbau erfüllt in Freiburg eine wichtige soziale Aufgabe“. Das war auch 1919 so, direkt nach Kriegsende, als die Siedlungsgesellschaft gegründet wurde, aus der später die Stadtbau hervorging. Freiburg war im Ersten Weltkrieg die Stadt in Deutschland, die durch die Bombardierungen aus der Luft am stärksten zerstört wurde. Es herrschte ein „großer Wohnungsbedarf“, so Szablewska. Zu den ersten Bebauungen gehörten damals die Gartenstadt Haslach und der Tennenbacher Platz.
Wenn Ralf Klausmann, seit 1999 Chef der Stadtbau und heute ihr kaufmännischer Geschäftsführer, aufzählen soll, worin in der Gegenwart die größte Herausforderung für die FSB liegt, fällt seine Liste lang aus. „Bauen an sich wird immer teurer, angefangen von den Preissteigerungen für Rohstoffe und Materialien bis hin zur Arbeitskraft“, sagt er. Das bekommt auch die Stadtbau zu spüren. Zum Jahresende 2018 verwaltete der Verbund 11.007 Wohnungen und 2.870 Parkplätze. Das größte Problem liegt auf der Hand: „Es gibt nicht ausreichend baureife Grundstücke, die mit benötigtem Wohnraum bebaut werden können. Dies ist die größte Herausforderung in der Vergangenheit und in naher Zukunft“, sagt Klausmann. Es soll nicht nur bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, sondern dazu in ökologischer Bauweise mit Spielplätzen, Frei- und Grünflächen. Einfach zu bewältigen war die Stadtbau-Vergangenheit nicht – und ihre Zukunft wird es wohl auch nicht.

Matthias Joers

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