Die Wölfe rücken sich selbst in neues Licht

Beim EHC Freiburg hat sich während der Sommerpause einiges getan, auf und um das Eis – Stadionfest und Testspiel am Samstag

Der EHC Freiburg bereitet sich auf seine fünfte Saison in der zweithöchsten deutschen Eishockeyliga vor – und vieles ist anders. Ein neuer Trainer, eine neue sportliche Leitung, ein neuer Kader und eine neue Hallenbeleuchtung, die das altehrwürdige Stadion im Freiburger Westen in neuem Licht erstrahlen lässt. Am kommenden Samstag steht anlässlich des Stadionfests das erste Testspiel auf heimischem Eis an.Eine neue Zeitrechnung ist beim Eishockey-Zweitligisten nicht angebrochen. Wohl aber wurde ein neues Kapitel in der Wölfe-Chronik aufgeschlagen. Der „Freiburger Weg“, mit dem sich der Verein nach der Insolvenz im Jahre 2011 von der viertklassigen Regionalliga zurück ins deutsche Profieishockey spielte, ist nach zweimaligem Klassenerhalt in letzter Minute passé. Das Konzept, mit dem kleinsten Budget der Liga einen Kader um etliche Eigengewächse herum zu bauen, weicht einem neuen Selbstverständnis – wenngleich noch immer Ur-Freiburger wie Niko Linsenmaier, Alexander Brückmann oder Philip Rießle den Kern der Mannschaft bilden.
Nun sollen es aber vor allem junge, talentierte Spieler richten, angeführt von erfahrenen DEL-2-Recken, die sich beim EHC bereits bewährt haben, und gestandenen Importspielern mit jeder Menge Praxis und Profistationen in Nordamerika und Europa. Dafür wurden der Vorjahresetat von rund 1,3 Millionen Euro um gute 20 Prozent erhöht und neue Sponsoren gewonnen. Die neue Ausrichtung soll Talente zum EHC locken und zu einem bekannten Ausbildungsstandort für junge Spieler machen.


Ein Schotte gibt jungen Spielern eine Chance
„Bei uns sollen die jungen Spieler Verantwortung übernehmen und sich für Höheres empfehlen, während sie anderswo kaum Spielpraxis bekommen würden“, erklärt Sportchef Daniel Heinrizi. Trainer Peter Russell ergänzt: „Ich wüsste nicht, warum 19- oder 20-Jährige nicht auf DEL-2-Niveau mithalten sollten. Das sind ausgewachsene Männer, die gutes Eishockey spielen.“
Die wohl spektakulärste Neuverpflichtung des Sommers ist dann auch der 45-jährige Schotte, der parallel die britische Nationalmannschaft trainiert und eine ganz neue Atmosphäre an die Ensisheimer Straße bringt. Peter Russell ist ein Eishockey-Verrückter, mit großem Sachverstand und Trainingsmethoden, die auf der Begeisterung und Motivation aller Beteiligten fußen. „Am Ende zählen die Ergebnisse, aber ich glaube, es ist ein wichtig, Spaß an dem zu haben, was man tut“, so der Coach. Er will den EHC in Zukunft härter und schneller spielen lassen. „Wir werden eine defensive Grundausrichtung haben und mit dem Puck schnell nach vorne spielen.“
Augenscheinlich sticht die neue Hallenbeleuchtung ins Auge, die dank LED-Technik energiesparender und ungleich heller ist und den Sport optisch deutlich aufwertet. Am Dienstagabend durften sich die Wölfe-Fans davon überzeugen, wenn das Team zum ersten Mal in neuer Zusammensetzung auf heimischem Eis spielt. Das Ergebnis des ersten Testspiels beim Schweizer Zweitligisten HC Sierre stand bis Redaktionsschluss noch nicht fest. Das Rückspiel steigt am Samstag (16 Uhr) im Rahmen des Stadionfestes, bei dem auch der neue Kader vorgestellt wird.

Benjamin Resetz

InfoEHC Stadionfest am Samstag, 17. August ab 14 Uhr (Franz-Siegel-Halle, Ensisheimer Str. 1): EHC Freiburg vs. HC Sierre (16 Uhr) mit Mannschaftsvorstellung.

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