Ein Buddy für den kleinen Traum

Das Freiburger Start-up-Unternehmen Buddy Star entwickelt erfolgreich Verkaufsanhänger für Streetfood

Der Foodtruck-Trend ist längst auch in Südbaden angekommen. Viele junge Menschen mit Faible für Gastronomie sehen im Erwerb eines Trailers oder Trucks eine Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen. Eine Freiburger Firma hat diesen Markt erkannt und bietet eine clevere Lösung an. Über eine Erfolgsgeschichte made in Freiburg.Der Genuss auf Rädern steht hoch im Kurs, die triefende Bockwurst aus der Bude wird zunehmend durch Kaffee mit Baum-Schaumkrone, Burger im Veggie-Mantel und Waffeln mit Sternenstaub verdrängt. Die Street-Food-Kultur hat den Imbiss revolutioniert. Die Frittenbude 2.0 heißt jetzt Food Truck oder Trailer, ist jung, flexibel, mobil und hip, weder Truck noch Kunde legen sich aufeinander fest.
Der Wirt rollt heute an, wo der Hunger des Städters am größten ist, morgen zum 40. der Freundin und im Zenit des Sommers hätte er gern die Besucher des Schlossbergfests bewirtet, wenn es denn stattgefunden hätte.
Das Prinzip entspricht in vielerlei Hinsicht dem Zeitgeist, der einen ermutigt, sich mit einem kulinarischen Einfall selbstständig zu machen oder seine Gastro zu flexibilisieren. Wer den Mut und die Ideen aufbringt, scheitert derzeit spätestens an den entscheidenden Zutaten: Geld und Aufwand. Ein gebrauchter Trailer oder Food-Truck kostet bei Ebay 8.000 bis 9.000 Euro, die Ausstattung entspricht aber selten dem Bedarf, ein Cappuccino mit Brataroma schmeckt vermutlich gewöhnungsbedürftig, und der TÜV ist anspruchsvoll. Wunschaufträge sprengen das Budget, ein Ausbau der Marke Eigenbau kostet wiederum einiges an Nerven und Zeit.
Eine pfiffige Lösung hat sich nun der umtriebige Freiburger Unternehmer Wolfgang Walk mit dem „Buddy Star“ einfallen lassen. Die zunehmende Nachfrage nach mobilen Versorgungslösungen brachte den Lebensmittelingenieur und Verpackungsentwickler zum Grübeln. Er ließ sich von der Street-Food-Kultur inspirieren, nutzte die Infrastruktur seiner Verpackungsfirma IIC und bringt mit Team und Partnern seit fast drei Jahren Food-Geschäftsideen ins Rollen.
Mit maßgeschneiderten Anhängern in Wunschausstattung ab 6.500 Euro senkt er die Schwelle für den Traum vom Eigen-Food und ermöglicht damit immer mehr Selfmade-Unternehmern mit kleinem Budget, sich zu verwirklichen. Die Modelle gibt es in allen Varianten, auch als chromglänzendes amerikanisches Retro-Modell samt Schriftzügen – inzwischen auch als Leasing-Variante. Und so wächst die Zielgruppe mit sinkendem Aufwand und die Ideen sprudeln über wie die Wasserhähne in Düsseldorf, wo die Stadt einen Buddy aufgestellt hat, mit dem sie für Leitungswasser wirbt. Emmendingen und Frankfurt an der Oder ziehen sehr wahrscheinlich nach.


Die Idee lag auf der Hand
Für den Ausschank arbeitet IIC derzeit an Bioverpackungen aus Oliven-Trester, so schließt und erweitert sich der Kreis. Einfall und Zufall fördern ohnehin die schönsten Geschichten zutage: Geschichten vom Glück, das auf der Straße lag. Im Fall von Benjamin Winterhalter, dem Marketingleiter von Buddy Star, und Samir, einem jungen Palästinenser, lag das Glück sogar direkt ums Eck. An einem verregneten Tag war Winterhalter zur Mittagspause unterwegs in die Eisenbahnstraße und traf auf Samir, der mangels Dach über seinem Falafel-Stand schnell seine Siebensachen zusammenpackte.
Die Idee lag auf der Hand: Heute, ein halbes Jahr später, hat Samir einen überdachten grünen Buddy mit Leuchtkette und ist in der Eisenbahnstraße mit „Lelanis Veganes Food“ der Star des Mittagsimbiss’. Die Zutaten müssen frisch sein, das Original der orientalischen Falafel gibt es nur bei ihm, sagt er stolz.

Anna Henschel

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