„Wir haben viel zu tun“

Fridays For Future schläft auch in den Sommerferien nicht

Was machen die Fridays-for-Future-Aktivisten eigentlich während der Sommerferien? Ruhen die Umwelt-Demos während der schulfreien Zeit? Anna Castro Kösel vom Organisationsteam Freiburg beantwortet die wichtigsten Fragen zum Sommerprogramm der Bewegung.

Wie hat sich die Fridays-for-Future-Bewegung in Freiburg seit den ersten Demonstrationen entwickelt?

Anna Castro Kösel: Die ersten Demos waren noch eher provisorisch. Im Laufe der Zeit haben wir uns aber besser vernetzt. Uns wurde zunehmend bewusst, welchen Einfluss wir tatsächlich haben können. Es war ein Lernprozess – auch für mich. So war ich früher deutlich schüchterner. Heute habe ich den Mut, zu formulieren, was genau mich an der politischen Lage stört. Wir haben uns als Bewegung stärker politisiert und sind konkreter in unseren Forderungen geworden – was es manchmal umso frustrierender macht, weil man nicht weiß, wie viel überhaupt noch zu retten ist.

Wie viel Eigendynamik steckt heute in der Bewegung?

Anna Castro Kösel: Bei der letzten Demo haben wir gar nicht viel Werbung gemacht. Wir waren absolut positiv überrascht, wie viele Menschen gekommen sind. Daran merkt man, dass das Themen Umwelt und Klima den Schülern und Studenten sehr nahe gehen und sie sich von sich auch damit identifizieren und dafür stark machen wollen.

Fürchtet man, dass die Bewegung sich mit der Zeit ausläuft? Immerhin sind nun Sommerferien.

Anna Castro Kösel: Wir wollen dem mit diversen Aktionen entgegenwirken, um auch in den Sommerferien präsent zu sein und sicherzustellen, dass das Thema aktuell bleibt. Mit Aktionen wie den Critical-Mass-Events wollen wir weiter auf unser Anliegen aufmerksam machen. Wichtig wird der 20. September, an dem ein globaler Streik geplant ist. Dann soll es auch in Freiburg einen Generalstreik geben. Wir haben ein Klimaaktionsbündnis gegründet und sind dabei, Organisationen, Gewerkschaften und Unternehmen zu mobilisieren, die an diesem Tag streiken. Danach ist noch einmal eine Aktionswoche geplant. Wir haben also auch in den Sommerferien viel zu tun. Ich bin optimistisch, dass es noch eine ganze Weile weitergeht. Wir wollen, dass die Bewegung nicht im Sande verläuft.

Wie haben die Schulen bis dato auf Fridays-for-Future reagiert?

Anna Castro Kösel: Anfangs gab es die Befürchtung, dass im Rahmen der Demos lediglich geschwänzt wird und es wurde mit Nachsitzen und anderen Sanktionen gedroht. Das hat sich gewandelt. Schwänzen kann man uns nun wirklich nicht unterstellen – dafür laufen zu viele Aktionen außerhalb der Schulzeit. Inzwischen stehen uns die Schulen sehr wohlwollend gegenüber.

Zurück