Vier Rollen, die verbinden

Die Freiburger Skateboardszene kommt nicht nur bei Wettkämpfen zusammen

Skateboarding ist mehr als ein Sport. Für die meisten Skater ist es Kunst und Lebenseinstellung. Die Szene in Freiburg ist gut vernetzt. Die „D-Jam“ – ein Wettbewerb, der jedes Jahr im Dietenbach-Skatepark im Stadtteil Weingarten steigt – bietet die Gelegenheit, sich zu treffen und zu skaten. Am Samstag jährte sich der Contest zum fünften Mal.Schwung holen sie in der sogenannten Quarterpipe, wie der Surfer in der Welle. Mit Tempo geht es eine Schräge hinauf, ein kurzer Trick in der Ebene und dann mit Schwung aufs Rail, das Geländer, an dem die Skater so manchen waghalsigen Slide hinlegen. Spektakulär geht es zu, wenn einige der besten Skater Freiburgs auf Wettkampfebene die Rollen und Achsen glühen lassen, im einzigen Contest-Format, das sich in Freiburg über Jahre etablieren konnte. Der Boardshop Freiburg veranstaltet seit inzwischen fünf Jahren das große Event im Dietenbachpark. Es ging aus der Rieseljam hervor, die seit 2005 im Rieselfeld, ab 2015 im Dietenbachpark unter dem Namen D-jam steigt. „Ohne eine enge Verzahnung mit der Skateboardindustrie und dem Großhandel ist so eine Veranstaltung nicht möglich“, weiß Florian Bechert vom Boardshop Freiburg. „Da es sich um einen Regionalcontest auf Chillbasis handelt, halten sich die Sponsoren sehr zurück.“


Wettkampf ohne Rivalität
Chillbasis – Bechert formuliert, was im Dietenbachpark passiert. Strahlender Sonnenschein, Menschen grillen, auf den Rasenflächen kampieren die Zuschauer und die Skater gemeinsam. Ein DJ spielt Hip-Hop, es wird gelacht, geraucht und Bier getrunken. Mittendrin: 30 Skater, die beim Wettbewerb in Dreierteams an den Start gehen, dabei jedoch nicht wie Konkurrenten wirken. „Wir kennen uns alle untereinander“, erklärt Merlin Brauns, der an diesem Tag Teil der Wettbewerbs-Jury ist, die die Läufe bewerten. „Hier herrscht keine echte Rivalität. Men kennt sich und feiert auch die anderen Skater für ihre Tricks.“ Brauns ist Vorsitzender des Skatement e.V., dem einzigen Freiburger Skateboard-Verein. „Das Prädikat e.V. brauchen wir, um mit der Stadt auf Augenhöhe kommunizieren zu können“, so der 27-Jährige. 2015 wurde der Skatepark im Dietenbach eröffnet, an dessen Verwirklichung der Verein maßgeblich beteiligt war, indem er das Know-how aktiver Skater einbrachte. Bis 2020 soll der zweite Bauabschnitt fertig sein. „Vieles hätte auf dem Weg dahin schiefgehen können. Aber wir haben einen guten Plan. Der Park wird nicht perfekt, aber wir sind froh, dass wir so etwas in Freiburg haben.“ Der Wettkampf auf dem Parkgelände kommt sogar so gut an, dass befreundete Skater aus Basel angereist sind und teilnehmen.
Man kennt sich in Freiburger Skateboardkreisen. Vor dem Konzerthaus, am Platz der alten Synagoge und anderen Spots in der Stadt treffen sich die meist jungen Männer unf Frauen und machen das, was sie auch bei der D-Jam tun: Sie skaten mit Gleichgesinnten.

Benjamin Resetz

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