Mal was Neues in der Waffel

Die Freiburger genießen an heißen Tagen nicht nur die Eis-Klassiker – viele Eisdielen punkten mit kreativen Sorten

Wenn der Sommer heiß und das Bedürfnis nach Erfrischung groß ist, dann führt der Weg fast schon zwangsläufig in die Eisdiele. Neben den Klassikern wie Vanille, Schoko oder Erdbeere sind die Freiburger aber durchaus experimentierfreudig bei dem, was in Waffel oder Eisbecher landet. Dem tragen auch viele Eisdielen Rechnung und locken mit kreativen Eigenkreationen.Im Eiscafé Mona Lisa am Bertoldsbrunnen ist die Auswahl groß und das Eis selbstgemacht, aus echten Zutaten und ohne Konzentrate oder Pulver – das erklärt Marcelli Magrizio, kreativer Kopf des Familienbetriebes. Im Eislabor im Keller entstehen die Kreationen. Sogar Besuchergruppen führt er durch das Innere der Eismanufaktur. Tatsächlich handelt es sich bei den Aromastoffen um Extrakte aus echten Früchten, Nüssen und Co. Durch die große Experimentierfreude Magrizios bietet die zentrale Eisdiele allerhand kuriose Sorten, wie Mojito oder das beliebte „Summer in the City“ aus Zitrone, Erdbeerstücken und Basilikum. „Wenn es heiß ist, dann sind diese erfrischenden Sorten der Renner“, weiß der Fachmann. „Im Frühjahr sind es Geschmacksrichtungen wie Giotto mit Milchanteil.“ Zimt, Weiße Schokolade-Nutella oder auch Reis: An ausgefallenen Geschmacksrichtungen spart man im Mona Lisa nicht.


Gewagte Mischungen als Alleinstellungsmerkmal
Kreativ sind auch die Sorten im beliebten Eiscafé Nart im Stadtteil Zähringen. Direkt an der Straßenbahnhaltestelle Reutebachgasse gelegen, setzt Inhaber Antonio Nart auch hier auf die eine oder andere Eigenkreation, wie das schmackhafte Ricotta-Feige-Pistazie oder – für besonders Mutige – dunkle Schokolade mit Wasabi: eine zugegebenermaßen gewagte Kombination, die jedoch einen interessanten Widerspruch im Geschmacksempfinden hervorruft. „Das gibt es nur bei uns, wir suchen immer nach interessanten Kombinationen“, erklärt Antonio Nart. Gerade die eher experimentellen Eissorten seien gefragt. „Die Leute probieren hier anscheinend gerne etwas Neues.“
Auf die Klassiker konzentriert man sich hingegen im Eiscafé „Gelato al Bacio“ in der Sundgauallee, gegenüber des Betzenhauser Torplatzes. Inhaber Silvano Baccichetti schwört auf Vanille, Schokolade, Straciatella und Co. „Die gehen nach wie vor am besten“, verrät der Eiskonditor. „Wir haben viele ältere Gäste aus dem Viertel, die schwören auf die klassischen Sorten.“ Auch bei den Eisbechern hält man sich in Betzenhausen an Bewährtes wie Spaghetti-Eis oder Banana-Split.


Das richtigeVerhältnis finden
Nicht ganz alltäglich ist hingegen das hausgemachte Eis der „Hommade Sweets Company“ in der Schiffstraße unweit des Rathausplatzes. Hier stehen, wie der Name bereits vermuten lässt, amerikanisch anmutende Eissorten im Vordergrund. Strawberry-Cheesecake, Blueberry Crumble oder auch Kanadische Mandel sind hier hoch im Kurs.
Breitgefächert ist auch das Angebot im Eiscafé „Limette“ im Vauban, an heißen Tagen sicher eine der beliebtesten Eisdielen in der Stadt. Viele der selbstgemachten Sorten sind vegan, die Fruchtsorten laktosefrei und die Auswahl groß. Gleichzeitig experimentiert man auch hier gerne mit Geschmacksrichtungen. Das belegen Sorten wie Caramel/Fleur de Sel oder Zimt/Sesamkrokant/dunkle Schokolade. Gerade die Kombination aus salzigen und süßen Geschmacksnuancen kitzelt das gewisse Etwas aus der Eiscreme heraus. „Man muss das richtige Verhältnis finden, dann schmeckt diese Mischung wirklich hervorragend“, erklärt ein junger Mann hinter der Theke. Das mache die Freiburger Eislandschaft so bunt, wie sie ist. So wird jedes Eis zur Überraschung.

Benjamin Resetz

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