Freiburger WM-Delegation

Vier SC-Spielerinnen bei der Fußball-WM in Frankreich – Deutsche Elf trifft am Samstag im ersten Spiel auf China

Die Freiburger Sportfamilie schaut ab dem Wochenende gebannt nach Frankreich: Gleich vier Erstliga-Fußballerinnen des SC Freiburg vertreten ihre Nationalmannschaften bei der Fußball-WM der Frauen. Klara Bühl, Giulia Gwinn und Merle Frohms spielen für Deutschland, Desiree van Lunteren steht im holländischen WM-Kader. Beim SC ist der Stolz groß.Vor zweieinhalb Wochen gab Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg ihren Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft bekannt. „Ich bin davon überzeugt, dass wir ein Team haben, mit dem wir gut aufgestellt sind für die WM“, sagte sie bei der Bekanntgabe der Nominierungen.


Umbruch in der DFB-Elf
Zwei Wochen und viele schweißtreibende Trainingseinheiten später beginnt nun die Jagd auf die begehrte WM-Trophäe. Am Montag brach die Mannschaft vom Frankfurter Flughafen in Richtung Frankreich auf. Das Ziel der Deutschen: Rennes. In der Hauptstadt der Bretagne muss die DFB-Auswahl am Samstag (15 Uhr/ARD) gegen China ihr erstes Gruppenspiel bewältigen.
Mit an Bord sind auch Klara Bühl, Giulia Gwinn und Merle Frohms vom SC Freiburg. Komplettiert wird die Freiburger WM-Delegation durch die Holländerin Desiree van Lunteren. „Als Verein sind wir stolz, vier aktuelle und sechs ehemalige Freiburger Spielerinnen bei der Weltmeisterschaft spielen sehen zu dürfen“, sagt SC-Managerin Birgit Bauer über die Gesandschaft. Im DFB-Kader stehen auch die ehemaligen SC-Spielerinnen Laura Benkarth, Carolin Simon, Sara Däbritz, Melanie Leupolz und Lina Magull.
Dass gleich vier Breisgauerinnen auf den WM-Zug aufgesprungen sind, ist Ausweis der guten Arbeit die in Freiburg geleistet wird. In der abgelaufenen Saison – ein Jahr der personellen Umbrüche – schaffte es der SC bis ins Pokalfinale (und scheiterte erst dort an Meister Wolfsburg). Die vier WM-Vertreterinnen Bühl, Gwinn und Frohms und van Lunteren gehören zu den Stützen im SC-Team. „Sie haben sich die Nominierung mit ihren Leistungen in dieser Saison mehr als verdient“, sagt Bauer. Gwinn allerdings wird den Verein im Sommer Richtung Bayern München verlassen.
Torhüterin Frohms muss sich bei der WM wohl mit einem Platz auf der Bank zufrieden geben. Wolfsburg-Keeperin Almuth Schult meldet sich rechzeitig zur WM fit zurück. Der bisherigen deutschen Nummer eins scheint der Platz im Tor sicher. Klara Bühl und Giulia Gwinn haben dagegen gute Chancen auf Einsatzzeiten. Bei der WM-Generalprobe im letzten Vorbereitungsspiel gegen Chile (2:0 für Deutschland) standen beide auf dem Feld, Gwinn von Beginn an, Bühl in der zweiten Hälfte.
Und welche Chancen haben die Deutschen beim diesjährigen Kräftemessen um den WM-Pokal? Zu den absoluten Topfavoritinnnen zählen sie trotz ihrer hocherfolgreichen Vergangenheit (Weltmeister 2003 und 2007, achtfacher Europameister) jedenfalls nicht. Dazu befindet sich Mannschaft der neuen Bundestrainerin Voss-Tecklenburg zu sehr im Umbruch. Allein sieben der 20 nominierten Feldspielerinnen haben weniger als 15 Länderspiele absolviert. Heißeste Anwärterinnen auf den WM-Pokal sind die Titelverteidigerinnen aus den USA sowie Gastgeber Frankreich.
Größte Neuerung in diesem Jahr ist die Einführung des Video-Schiedsrichters auch bei den Frauen. Wer die WM nicht verpassen will: ARD und ZDF übertragen alle 52 Spiele, ebenso der Streaminganbieter DAZN. Das Endspiel wird am 7. Juli in Lyon ausgetragen.

Matthias Joers

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