Durchgebissen

Ein Déjà-vu mit Happy End: Wie im Vorjahr erlebt der SC Freiburg eine knifflige Saison. Das versöhnliche Ende lässt aber auf die neue Saison hoffen.

 

Gelöste Stimmung im letzten Saisonspiel: Ein 5:1 gegen Nürnberg und dem SC Freiburg ist wieder zum Feiern zumute. „Ich bin schon sehr erleichtert. Es war viel Druck da, weil man nicht mit noch einer Niederlage aus der Saison gehen wollte“, sagte SC-Trainer Christian Streich nach dem ersten Dreier seit acht sieglosen Spielen. Während die Spieler sich in die verdiente Sommerpause verabschieden, müssen die Verantwortlichen nachsitzen. Es gilt die richtigen Schlüsse zu ziehen am Ende einer Saison, die Kraft gekostet hat, aber auch viel Positives hinterlässt.


Wo lagen die Probleme?
Es sind vor allem einzelne Partien, in denen die Freiburger Leistung zu Denken gab – das 1:4 in Augsburg oder das 0:3 in Hannover. Dann gab es noch die Sorte Spiele, in denen der SC sich gut verkaufte, aber trotzdem leer ausging. „Wir hatten ein paar schwache Spiele, aber nicht so viele“, sagt SC-Trainer Streich. Größtes Übel waren wie im Vorjahr die vielen Verletzungen: Höfler, Lienhart, Abrashi, Sallai, Kübler, Gulde, Petersen – sie fehlten teilweise wochen- oder monatelang. „Die Langzeitverletzten haben wir lange, lange kompensiert, aber irgendwann ergebnismäßig nicht mehr“, so Streich, der von einer „überwiegend guten Saison“ spricht. „Hinten raus“, sei es aber zu dünn gewesen. Auch aufgrund einer mangelnden Chancenverwertung kam die Serie von acht sieglosen Spielen zustande.


Was war positiv?
„Wir haben tolle Spiele gemacht“, findet der SC-Chefcoach. Die Siege gegen Gladbach, Leipzig und Berlin, oder die zwei Unentschieden gegen den Deutschen Meister aus München verzückten Spieler und Fans. Und wieder ist dem SC der Klassenerhalt gelungen, dieses mal zwei Spieltage vor Schluss. „Wir müssen immer wissen, wo wir herkommen. Von den letzten zehn Jahren waren wir neun in der Bundesliga. Für Freiburg ist das nicht so schlecht“, sagt Streich. Neben dem aufopferungsvollen Charakter der Mannschaft ist vor allem die Entwicklung einzelner Spieler bemerkenswert. Luca Waldschmidt strahlte viel Torgefahr aus, erzielte nur ein Tor weniger als Nils Petersen (10 Tore). Philipp Lienhart zeigte nach seiner Verletzung herausragende Leistungen. Zudem stellten die Brüder Keven und Nico Schlotterbeck bei ihren Bundesliga-Debüts unter Beweis, dass die Freiburger Nachwuchsarbeit nach wie vor erstaunliche Talente zu Tage fördern kann.


Was bringt die Zukunft?
Wie es personell weitergehen wird beim SC Freiburg, ist noch weitestgehend offen. Vincenzo Grifo, der Freiburger Topscorer muss (vorerst) zurück nach Hoffenheim, so viel steht fest. „Es wird Veränderungen geben, aber nicht so viele“, glaubt Streich. Ganz sicher sein, ob nicht doch noch ein Spieler weggekauft wird, kann man sich in Freiburg aber erst, wenn die Transferperiode am 31. August endet. Spekuliert wird über einen Abgang von Janik Haberer, auch Torhüter Alexander Schwolow gilt als ein Wechselkandidat. Tottenham soll angeblich Interesse an Robin Koch zeigen. Zudem wird Florian Niederlechner mit dem FC Augsburg in Verbindung gebracht. Dem SC ist aber zu wünschen, dass kein großer Ausverkauf stattfindet. „Die Mannschaft ist soweit intakt“, sagt Streich. Darauf kann der Verein nun aufbauen.

Matthias Joers

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