Wie geht es weiter mit dieser Schmuddelecke?

Seit über einem Jahr steht die Sportarena leer – Die Verhandlungen mit dem potenziellen Nachmieter dauern noch an

Der beißende Geruch von Urin liegt in der Luft, ein kaputtes Rad lehnt zwischen den Schaukästen, deren Scheiben beklebt und verschmiert sind. Licht fällt kaum an diesen Ort. Die Dietlerpassage zwischen Salzstraße und Grünwälderstraße hinterlässt einen verwahrlosten Eindruck. Kaum zu glauben, dass man sich hier im Herzen der so beliebten Freiburger Innenstadt befindet.


„Das ist kein schönes Bild“
Seit mehr als einem Jahr steht das Gebäude der früheren Sportarena leer. Bei der Händler-Gemeinschaft „Z’Friburg in der Stadt“ gehen seither Beschwerden ein. Auch Anca Rosler-Koslar, der Vorsitzenden des Lokalvereins Innenstadt stinkt es gewaltig. „Es ist abstoßend, wenn man da durchgeht. Man sieht Touristen, die die Nase rümpfen. Für unsere schöne Innenstadt ist das kein schönes Bild“, sagt sie. Die Dietler-Passage? Für sie ist das „eine versiffte Pinkelecke“. Nicht nur der trostlose Anblick sorgt für Unmut, viele fragen sich auch: Wie geht es weiter mit der 4.300 Quadratmeter großen Immobilie?
Anruf in München, beim Deutschland-Sitz der BMO Real Estate Partners. Viel will der Vermögensverwalter nicht preisgeben. Aber er beschwichtigt. Man sei seit einem Jahr in Verhandlungen, noch immer mit dem gleichen, potenziellen Mieter. Wer das ist, verrät die BMO Real Estate noch nicht. „Seien Sie aber sicher: Es ist ein guter Mieter, kein unbekannter. Er wird Ihnen gefallen“, heißt es in München. Die Rede ist von einem Textiler. Sollten die Verhandlungen ein positives Ende finden, dann würde wohl auch der versiffte Arkadengang der Vergangenheit angehören. Laut BMO werde dieser dann geschlossen, so dass nur noch der schmale Gehweg zwischen den Häuserschluchten als Verbindung bestehen bliebe. Noch aber gebe es technische Probleme, die zu lösen sind. Wann werden die Miet-Verhandlungen abgeschlossen sein? „Das kann schnell gehen, es kann aber auch noch eine Weile dauern“, heißt es bei BMO Real Estate.
Lokalvereins-Vorsitzende Rosler-Koslar wäre zufrieden, wenn die Passage dieser Form geschlossen würde. „Man müsste aber eine Lösung für die Räder finden“, sagt sie. Die Stellplätze würden gebraucht. Generell sieht sie die Leerstands-Problematik in der Innenstadt auf einem guten Weg. So habe sich die Konviktstraße „berappelt“. Auch in der Schusterstraße gingen die Leerstände zurück. Aber sie wünscht sich mehr Kreativität: „Warum nicht das Handwerk als Mieter in die Innenstadt holen? Oder gemischte Lösungen, wie bei den Start-Ups in der alten Lokhalle“, schlägt sie vor. Ein Langzeit-Leerstand wie in der Sportarena sei aber vor allem eines, sagt Rosler-Koslar: „Schlecht für Freiburg“.

Matthias Joers




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