Ein Kulturgut auf zwei Rädern

Am Samstag findet das „1. Vespa Treffen Freiburg“ statt – aber was macht die kultigen Roller so beliebt?

Eine Gruppe Vespa-Begeisterter veranstaltet am Samstag, 11. Mai das „1. Vespa Treffen Freiburg“. Worin die Faszination der kultigen Blechroller aus Italien liegt, haben wir die Veranstalter vorab gefragt.Die Geburtsstunde des 1. Vespa Treffens Freiburg liegt in Köln. Bei einem Tag der Offenen Tür im dortigen Scooter Center war dem Freiburger Gebäudetechniker Wolfgang Bandemer aufgefallen, dass es eine vergleichbare Veranstaltung bisher in Freiburg nie gegeben hat. Das sollte sich ändern, entschied er beim gemeinsamen Fachsimpeln mit Bekannten in Köln: „Wir haben aus der Bierlaune beschlossen, diese Veranstaltung im Mai durchzuführen“, sagt Bandemer, der ursprünglich aus dem Motocross-Sport kommt.
Auf den kommenden Samstag dürfen sich die Vespa-Fans der Region also freuen: In der Hans-Bunte-Straße 7A auf dem Gelände des Autohauses N. Schmidt ist jeder eingeladen, der ein Herz für die motorisierten Blechroller hat. Verkaufsstände mit Scooter-Zubehör, Essen und Trinken, sogar eine Tombola zugunsten der Cleft-Kinderhilfe – für alles wird gesorgt sein. „Wichtig ist uns der Spaß rund um Vespa, der Austausch und die Freude, diese Leidenschaft mit anderen zu teilen“, sagt Bandemer.


Vespas verbinden
Einer der Mitveranstalter ist Olaf Just (48), der in Freiburg lebt und schon weltweit Vespa-Treffen besucht hat, etwa in Vancouver und Washington. „Vespa verbindet weltweit“, sagt er und nennt die kultigen Roller „ein Kulturgut“. Er und seine Mitstreiter sehen es als ihre Aufgabe an, die Vespa-Kultur zu erhalten und an die nächste Generation weiterzugeben. Seine beiden Söhne hat er bereits mit dem Vespa-Virus infiziert. Der Diplom-Volkswirt, der mit einer eigenen Firma Vespa-Zubehör vertreibt, besitzt gleich mehrere Roller. „Es ist wie eine Sucht...hat man eine, kommt die nächste dazu“, sagt er. Allzu viel möchte er darüber aber nicht preisgeben, denn die Roller der italienischen Kultmarke seien ein begehrtes Diebesgut. Eines von Justs Modellen hat es sogar als Requisite in den Freiburg-Tatort mit Heike Makatsch geschafft. Seine bisher schwierigste Vespa-Tour war die Teilnahme am sogenannten „PRE RE“ im Jahr 2017, die als härteste Vespa-Nachtrallye der Welt gilt. Mit seiner Vespa PX 200 (Baujahr 1983) war er einer von 60 Vespisti, die 333 Kilometer und acht Pässe in den Alpen Österrreichs bewältigten.
Die Vespa-Szene in der Region beschreibt Just als sehr aktiv. „Die Gegend ist mit dem Schwarzwald, den Hügeln des Kaiserstuhls und dem Markgräflerland sowie den Vogesen in der Nähe einfach ideal, um die Leidenschaft Vespafahren auszuleben“, sagt er. Auch der Verein Vespa Freunde Südbaden wird am Samstag dabei sein. Und selbst wenn am Samstag jemand mit einem Elektro-Roller aufkreuzt, den die Firma Vespa seit 2018 verkauft, werde dieser nicht vom Hof gejagt. „Wir verschließen uns nicht vor den neuen Technologien“, sagt Initiator Wolfgang Bandemer. Hauptsache, der Vespa-Kult bleibt noch lange bestehen.

Matthias Joers
1. Vespa Treffen Freiburg, Sa., 11. Mai, Hans-Bunte-Str. 7A, 11 - 20 Uhr.

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