Fünf Neue für Freiburg

Mehr Listen, mehr Kandidaten – bei der Gemeinderatswahl am 26. Mai gibt es neue Listen und frische Gesichter

Insgesamt 18 Listen mit 806 Kandidaten buhlen am 26. Mai bei der Freiburger Gemeinderatswahl um die Gunst der Wähler. In diesem Jahr sind gleich fünf neue Listen hinzugekommen. Wir stellen die Neuen, ihre Inhalte, Ziele und Spitzenkandidaten vor.

NICHT
Wer? Die Liste NICHT („necessary intellectually charging tendency“) tritt mit 16 Kandidaten an. Die Mitglieder sind hauptsächlich Studenten und Akademiker, viele sind jünger als 30 Jahre. Die Liste ist je zur Hälfte mit Männern und Frauen besetzt.
Was? NICHT ist deutlich im linken politischen Spektrum zu verorten. Vor allem die Themen öffentlicher Raum und Wohnen dominieren die sprachlich schwierige und inhaltlich konfus aufgebaute Website. Gefordert wird beispielsweise eine Aufkündigung der Sicherheitspartnerschaft mit dem Land, man wendet sich gegen das „Hinklotzen von Fertigstadtteilen“ (Dietenbach) und fordert einen respektvolleren Umgang mit der Gedenkstätte auf dem Platz der Alten Synagoge.
Die Spitzenkandidaten? Die Spitzenkandidaten sind die Umweltwissenschaftlerin Rym Nouioua (1993), welche die Liste anführt und auf Platz zwei der 1957 geborene Meinhard W. Lutz, der als Beruf „Privatus“ angibt. Auf Platz drei steht der Azubi Hans-Peter Braun (1989).
Die Liste in einem Satz: k.A.
www.nicht.fr


URBANES FREIBURG
Wer? Urbanes Freiburg ist eine junge Liste mit einem Durchschnittsalter von 33 Jahren und Kandidaten, die sich bereits vielfältig in der Stadtgesellschaft engagiert haben und dieses sowohl in ihren Initiativen als auch bei Urbanes Freiburg fortsetzen. Die Liste mit 48 Kandidaten ist je zur Hälfte mit Männern und Frauen besetzt.
Was? Von Baukultur über Bildung und Kultur bis hin zu Migration, Wirtschaft und Mobilität – Urbanes Freiburg ist bei den Themen breit aufgestellt. Die Website bietet einen guten und detaillierten Überblick über die verschiedenen Bereiche. Die Liste will das Wachstum der Stadt konstruktiv begleiten und nicht verhindern. „Urban“ heißt Vielfalt fördern – vor allem in der Kultur-Szene: So soll beispielsweise die Musikstadt Freiburg als Standortfaktor ausgebaut werden. Besonderes Highlight: Der interaktive Stadtplan, der konkrete Vorhaben in der Stadt benennt, und mit den Wählern und Bürgern gemeinsam weiterentwickelt werden kann.
Die Spitzenkandidaten: Maria Del Mar Mena Aragon (1984) ist Qualitäts- und Prozessmanagerin und Mitbegründerin des Vereins „Artik“ und steht auf Platz eins. Der Veranstaltungskaufmann Simon Waldenspuhl (1988) saß bereits für „Die Partei“ die vergangenen fünf Jahre im Gemeinderat und belegt Platz zwei. Auf Platz drei steht die Studentin Esther Hauth (1989).
Die Liste in einem Satz: „Wir stehen für ein urbanes Lebensgefühl und möchten mit linksliberaler, progressiver Politik unsere wachsende Stadt gestalten.“
www.urbanesfreiburg.de



BÜRGER FÜR FREIBURG
Wer? Die „Bürger für Freiburg“ bezeichnen sich als überparteiliche, unabhängige und bunte Bewegung engagierter Bürger. Unter den 48 Kandidaten sind 14 Frauen.
Was? „Zwölf Punkte für unsere Stadt“ bringen die „Bürger für Freiburg“ im Wahlkampf zur Sprache. Darunter unter anderem „Für eine starke Mitte in Handel und Gewerbe“ oder „Ja zu 50 Prozent sozialem Wohnungsbau, aber richtig!“. Auch Umweltschutz, Bürokratieabbau und Sicherheitspolitik spielen eine große Rolle. Zu jedem dieser Punkte werden auf der Website konkrete Maßnahmen zur Umsetzung genannt: So wird beispielsweise ein „Nachtbürgermeister“ als Ansprechpartner in Sachen Sicherheit gefordert, oder eine Umwandlung von Ferien- in Mietwohnungen angeregt.
Die Spitzenkandidaten: Die Top drei der „Bürger für Freiburg“-Liste besteht aus gestandenen Herren. Angeführt wird sie von dem Projektentwickler Guido Boehlkau (1964), gefolgt von Franco Orlando (1972), Geschäftsführer von BikeSportWorld und dem Finanzfachmann Uwe Stasch (1977), der Mitglied im Management der Eisvögel und Zunftmeister bei der Breisgauer Narrenzunft ist.
Die Liste in einem Satz: „Wir sind eine neue überparteiliche, unabhängige und bunte Bewegung engagierter Mitbürger, die mit Ihnen gemeinsam etwas für unsere Stadt bewegen wollen. Erfahren und voller Energie wollen wir unsere Stadt voranbringen.“
www.buerger-fuer-freiburg.de


AfD
Wer? Die Alternative für Deutschland tritt mit 24 Kandidaten bei der Kommunalwahl an, darunter zwei Frauen. Vom Student bis zum Rentner sind auch hier alle Altersklassen vertreten.
Was? Die AfD hat ein umfangreiches Wahlprogramm mit vielen Unterpunkten. Unter den Überschriften Bauen & Wohnen, Sicherheit & Ordnung, Verkehr & Infrastruktur, Umwelt & Natur, Wirtschaft & Finanzen sowie Gesellschaft finden sich unter anderem Forderungen wie Bürokratieabbau, ein Livestream für Gemeinderatssitzungen im Internet, Nein zu Windrädern auf Freiburger Gemarkung oder Videoüberwachung in der Innenstadt.
Die Spitzenkandidaten: Für die AfD treten der Student Andreas Schumacher (1993), der Rechtsanwalt und Unternehmensberater Dr. Detlef Huber (1971) sowie der Auszubildende Karl Schwarz (1993) an.
Die Liste in einem Satz: k.A.
www.freiburg.afd-bw.de


Liste Teilhabe und Inklusion
Wer? Die Liste Teilhabe und Inklusion tritt mit 49 Kandidaten an. Dabei spiegeln deren Berufe Name und Inhalt der Liste wider. Soziale Tätigkeiten sind hier nämlich deutlich häufiger vertreten als in den anderen Listen. Fast die Hälfte der Kandidaten sind Frauen, von Jung bis Alt ist jedes Spektrum vertreten.
Was? Die Liste Teilhabe und Inklusion bietet ihr Wahlprogramm niederschwellig auch in einfacher Sprache oder als Mindmap an. Dabei ist der Name Programm: Zielsetzungen sind unter anderem die barrierefreie Stadt, ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr, inklusive Wohnquartiere und inklusiv gestaltete Kulturangebote. Gerade bei Dietenbach böte sich ein von Beginn an inklusiv geplanter Stadtteil an.
Die Spitzenkandidaten: An der Spitze steht der Teilhabeberater Ramon Kathrein (1981), ihm folgt der 1982 geborene Rettungsassistent Sebastian Müller (ehemaliger Stadtrat Junges Freiburg) und schließlich die Krankenschwester Rebekka Schütz (1978).
Die Liste in einem Satz: „Wir möchten für Menschen da sein, die diskriminiert wurden oder werden, für Menschen, deren Stimme oft zu wenig Gehör im politischen Spektrum findet und für Menschen, die ihren Interessen noch nicht durch ihre Wählerstimme Ausdruck verleihen können oder die überhaupt keine Wählerstimme haben.“ (clk)
www.ltifreiburg.com
Hinweis: Die Landeszentrale für politische Bildung (LpB) stellt zur Gemeinderatswahl in Freiburg unter www.kommunal-o-mat.de ein Informationsangebot zur Verfügung, das bei der Wahlentscheidung unterstützen kann.

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