Ende einer Mammutbaustelle

Nach vier Jahren Bauzeit: Die Kronenbrücke ist wieder frei – Radfahrerfreundlich und modern beleuchtet

Die Kronenbrücke, eines der wichtigsten verkehrstechnischen Nadelöhre der Stadt, ist ab dem heutigen Mittwoch wieder frei. Die Erleichterung darüber, dass die mit allerlei Komplikationen verbundene Baustelle tatsächlich noch in diesem Jahr fertig wurde, ist im ganzen Rathaus spürbar. Die größte Verbesserung gibt es für den Radverkehr. Die neue Brücke hätte eigentlich schon vor anderthalb Jahren fertig sein sollen. Doch eine Fehlberechnung des externen Planungsbüros machte den Zeitplan zunichte. Die Stadt befindet sich deswegen im Rechtsstreit. Hinzu kam eine Gashochdruckleitung, die aufwendig gesichert werden musste, was ebenfalls Zeit kostete. „Mit der Baufirma gab es relativ viele Reibereien. Ich bin heilfroh, dass wir die Brücke nun endlich freigeben können“, erklärt Frank Uekermann, Leiter des Garten- und Tiefbauamtes.
So viel zum unschönen Teil. Für die Bürger zählt jedoch vor allem, dass die 46 mal 46 Meter große Brücke nun endlich wieder für alle Verkehrsteilnehmer offen ist. Die neue Streckenführung ist deutlich übersichtlicher als auf der alten Kronenbrücke. Die Kosten für Brücke und Fahrradrampen belaufen sich auf 15 Millionen Euro.
„Die große Entlastung gibt es definitiv für die Radfahrer und die Fußgänger“, sagt Uekermann. So gibt es ab sofort für die Radfahrer zwei Spuren pro Richtung. Praktisch ist zudem: Wer aus der Stadt kommt und von der Brücke auf den Dreisamradweg Richtung Osten abbiegen will, kann dies auf der Autospur tun. Dass dieser wichtige Radschnellweg endlich wieder durchgängig befahrbar ist, wird alle Freiburger Radfahrer freuen.
Die ganz große Entlastung für den notorisch zäh fließenden Autoverkehr wird indes ausbleiben. Etwas zügiger dürfte es aber künftig doch vorangehen. Außerdem lassen sich nun wieder die Parkhäuser über den Rotteckring ansteuern. Neu ist auch die blaue energiesparende LED-Beleuchtung, die laut Uekermann „technisch gesehen State of the Art“ sei. Optisch setzt sie zudem einen neuen Akzent. Dass die Brücke von der Seite aus betrachtet, ungewöhnlich dünn wirkt, liegt übrigens daran, dass ohne Spannbeton gearbeitet wurde. Der darunter verlaufende Radweg wirkt durch diese Konstruktion deutlich heller.
Als finaler Schritt folgt noch die Eröffnung der Straßenbahntrasse. Im Januar beginnen die ersten Testfahrten, Mitte März wird die Linie offiziell eröffnet. Für den übrigen Verkehr werde die neue Linie kaum spürbare Beeinträchtigungen bringen, verspricht Uekermann, der zudem davon überzeugt ist, dass nun für lange Zeit Ruhe ist: „Bis die erste größere Sanierung ansteht, werden mindestens 50 Jahre vergehen.“

Sven Meyer

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