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Dank Igor Matanovic feiert der SC Freiburg den ersten Saisonsieg

SC Freiburg Ginter MatanovicDem Gegner im Nacken: Die SC-Spieler (v.l.n.r.) Matthias Ginter, Derry Scherhant (verdeckt), Igor Matanovic und im Hintergrund Nicolas Höfler (2.v.r.). Foto: Detlef Berger

Igor Matanovic war der Matchwinner beim 3:1-Sieg des SC Freiburg gegen Stuttgart. Zwei Tore erzielte der frühere Frankfurter – und punktete dabei ganz nebenbei auch in eigener Sache.

„Ich habe mich selbst aufgestellt“, sagte er grinsend auf die Frage eines ZDF-Reporters, welche Spieler er im Kader seines virtuellen Fußball-Managerspiels hat. Die Ironie: Im realen Fußball hätte es Matanovic am Samstag um ein Haar fast nicht in den Kader geschafft. Wegen seiner muskulären Verletzung war er erst am Dienstag wieder ins Training eingestiegen. SC-Trainer Julian Schuster wollte ihn für das Derby gegen Stuttgart daher gar nicht nominieren. „Aber er hat am Freitag im Training jeden Ball reingemacht und uns keine andere Chance gelassen“, sagte Schuster nach der Partie.

„Das kann einen brechen“Der Rest ist Geschichte: Beim Stand von 0:1 wechselte Schuster den Sommerneuzugang ein. Drei Minuten später wuchtete er ein passgenaues Zuspiel von Lukas Kübler in die Maschen des Stuttgarter Tores. Derry Scherhant, auch er Einwechselspieler, erhöhte auf 2:1. Und Igor Matanovic erhöhte in der Nachspielzeit per Foulelfmeter auf 3:1.

Ganz unfallfrei verlief aber auch die Partie gegen die Schwaben nicht. Wieder war der SC in Rückstand geraten. In einer kurzen Phase danach war den Freiburgern die Unsicherheit auch anzumerken. „Das ist etwas, was eine Mannschaft auch brechen kann“, sagt Matthias Ginter. Aber über das richtige Verhalten in solchen Situationen habe die Mannschaft in der Länderspielpause viele Gespräche geführt. „Die Gefahr besteht immer, dass man zu viel will, wenn man 0:1 hinten liegt“, sagt Julian Schuster. „Wenn Du dann vom Matchplan abweichst, nicht diszipliniert bist oder in Aktionismus verfällst, sind auf einmal Räume da. Das wird dann in der Regel bestraft.“

Das Rezept, auch für die kommende Partie bei den Bremern lautet: „Wir ziehen unser Ding durch. Auch wenn das einfacher gesagt ist als getan“, so Schuster. Aber mit einem Stürmer, der weiß, wo das Tor steht, sieht die Welt schon ganz anders aus. Auch wenn Matanovic sagt: „Heute kann man sich abfeiern lassen. Aber dann geht es auch schon wieder an die Arbeit.“

Sicher fehlen wird dem SC Johan Manzambi, der gegen Stuttgart die Rote Karte sah. Der DFB sperrte ihn für zwei Spiele. Der SC akzeptierte das Urteil.

Autohupe statt Schulgong: Wie Elterntaxis in Freiburg zum Problem werden

SchulwegAchtung, Schüler! Elterntaxis sind ein Reizthema an Schulen. Foto: Adobe.Stock / Alexander

Es ist Schulanfang und damit staut sich wieder der Verkehr vor Freiburgs Schulen: Die Elterntaxis sind los. Unfälle mit Kindern passieren in Freiburg zwar selten. Dennoch sorgt das Problem immer wieder für Diskussionen.

Als im Frühjahr Drittklässler der Emil-Gött-Grundschule in Zähringen im Rahmen des Projekts „Stadtteildetektive“ loszogen, nahmen sie auch den Verkehr vor ihrer Schule unter die Lupe. In ihrer Dokumentation beschrieben die Kinder „chaotische und gefährliche“ Bring- und Abholsituationen. Schulleiter Wolfram Trautwein bestätigt, dass viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen würden.

Appell an die Eltern

„Da muss man auch den Eltern einen Vorwurf machen“, sagt Trautwein. Regelmäßig würden die Schule und der Elternbeirat daher an die Eltern appellieren, die Kinder möglichst nicht mit dem Auto zu bringen.

So empfiehlt es auch das Polizeipräsidium Freiburg. „Gerade in den Bring- und Abholzeiten vor den Schulen können durch haltende und rangierende Fahrzeuge erfahrungsgemäß immer wieder unübersichtliche und damit gefährliche Situationen entstehen“, sagt Polizeisprecher Özkan Cira. Unfälle würden zwar selten passieren. 2024 gab es im Stadtgebiet nur zwei Schulwegunfälle (von 3.108 Verkehrsunfällen insgesamt). Auch in den Vorjahren war keine auffällige Häufung zu verzeichnen (2022: 4; 2023: 4). „Damit dies so bleibt und alle Kinder ihren Schulweg sicher bestreiten können, raten wir dazu, möglichst auf sogenannte Elterntaxis zu verzichten. Das trägt wesentlich dazu bei, das Verkehrsaufkommen vor den Schulen zu reduzieren.“

Die Gründe, warum Eltern ihre Kinder per Auto bringen, sind vielfältig. In einer Umfrage des ADAC wurden demnach am häufigsten ein enger Zeitplan (40 Prozent) und schlechtes Wetter (32 Prozent) genannt. 30 Prozent der Befragten gaben als Hauptgrund an, dass die Schule auf dem Weg zur Arbeit liege. Der ADAC Südbaden empfiehlt als Alternative zum Elterntaxi die Einrichtung von Elternhaltestellen: Hier können Eltern ihre Kinder einige Meter von der Schule entfernt sicher absetzen.

An der Emil-Gött-Grundschule gab es im Frühjahr einen Vor-Ort-Termin mit Vertretern der Stadt Freiburg und der Polizei, wie aus einer Anfrage der Grünen-Fraktion im Gemeinderat hervorgeht. Als eine Maßnahme einigte man sich in den Gesprächen auf die Einrichtung eines absoluten Haltverbots an der Südseite des Kirchhofwegs gegenüber der Schule, um die Sichtverhältnisse für querende Schüler zu verbessern. Doch bislang sei das nicht geschehen, sagt der Schulleiter. „Trotz mehrerer Nachfragen ist nichts passiert“, so Trautwein.

Trautwein erwähnt aber lobend, wie gut die Kommunikation mit der bei der Stadt eingerichteten Personalstelle für Schulwegsicherheit laufe. Aktuell sei die Vollzeitstelle jedoch nur in Teilzeit besetzt. „Wann genau die Stelle zur Koordination der Schulwegsicherheit aufgestockt wird, hängt von der Verfügbarkeit der Kandidaten ab“, sagt die städtische Pressesprecherin Linda Widmann. Als weitere Maßnahmen gegen Elterntaxis nennt das Rathaus unter anderem Vor-Ort-Begehungen, Mitmachaktionen an Schulen sowie die Vernetzung von Akteuren. Außerdem arbeitet die Stadt an einem Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Schulwegsicherheit. Zudem gibt es vom Landesverkehrsministerium einen neuen Erlass zur straßenverkehrsrechtlichen und straßenrechtlichen Umsetzung von Schulstraßen und Schulzonen, den die Stadt zurzeit prüfe. „Ein Ergebnis gibt es allerdings noch nicht“, so Sprecherin Widmann.

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Freiburger Jazzfestival geht vom 19. bis 28. September über die Bühne

Von der ultimativen Reduktion im Duett bis zu nahezu orchestralem Sound: Die Echo-Jazz-Preisträger Nils Wülker und Arne Jansen erkunden in der Musik ihre Gemeinsamkeiten und leben ihre Eigenheiten aus.Von der ultimativen Reduktion im Duett bis zu nahezu orchestralem Sound: Die Echo-Jazz-Preisträger Nils Wülker und Arne Jansen erkunden in der Musik ihre Gemeinsamkeiten und leben ihre Eigenheiten aus. Foto: Thomas von Aagh

Auch dieses Jahr hat das Kuratorium, bestehend aus Alex Riffel und Sofie Anton vom E-Werk sowie Michael Musiol und Nico Schrader vom Jazzhaus, ein vielfältiges Repertoire für das Freiburger Jazzfestival zusammengestellt. Von internationalen bis regionalen Acts, kleinen und größeren Bands, klassischem Jazz bis zu gewagten Crossovern.

Eröffnet wird das Festival im Saal des E-Werk am Freitag, 19. September mit einem fulminanten Konzert von Thomas Quasthoff gemeinsam mit Simon Oslender und Dieter Ilg. Der Samstag steht ganz in der Freiburger Tradition des Jazzfestivals: Die Funky Marching Band stimmt die Stadt ein für den Jazzigen Kneipenrundgang des Minigipfel am Abend – eröffnet von der Newcomerin Elsa im Jazzhaus. Der 21. September, steht im Zeichen der klanglichen Meisterschaft von Nils Wülker und Arne Jansen.

Am Montag, 22. September, präsentiert das Lajos Meinberg Trio, Gewinner des letztjährigen Pianowettbewerbs, eine exquisite Auswahl an jazzigen Improvisationen. Der Dienstag lädt zur Hammond Jazz Night ein, ergänzt durch eine lebendige Jamsession. Am 24. September entführt Nnavy in eine Welt voller innovativer Klangfarben. Im Foyer des E-Werk ist Fabiana Striffler zu Gast beim Klangformator. Der 25. September bringt mit Robinson Khoury – MŸA & Grey Paris ein außergewöhnliches Duo auf die Bühne des Merzhauser Forums. Am Freitag, 26. September, wird gefeiert: Bremer/McCoy sowie Cats & Breakkies sorgen für neue Sounds im Jazzhaus. Der Samstag steht im Zeichen der erfolgreichen norwegischen Sängerin Rebekka Bakken mit Band.

Nach kostenfreien Konzerten unter freiem Himmel bei Jazz im Stadtgarten bildet den Abschluss des Festivals am 28. September, das United Jazz & Rock Ensemble 2nd Generation im Jazzhaus.
Mehr unter jazzfestival-freiburg.de.

„Kunst auf der Liegewiese des Faulerbads“ ab 21. September

Eine Skulptur von Ulrich Sälzle. foto: veranstalter/dina von raesfeldEine Skulptur von Ulrich Sälzle. Foto: Veranstalter/Dina von Raesfeld

Am 21. September wird die neue Saison der 26. Jahresausstellung des Skulpturenparks „Kunst auf der Liegewiese des Faulerbads und in der Faulerstraße“ mit zahlreichen Neuzugängen eröffnet. Diese ist bis zum 13. Juni 2026 zu sehen.

Teilnehmende Künstler: Johannes Bierling, Ronald Dörfler, Alois Landmann, Ulrich Sälzle, Dietrich Schön, Sandra Simon Skylar Schmidt, René Sieber, Jörg Siegele, Ralf Weber, Peter Zimmermann. Vernissage: Sonntag, 21. September 2025, 17 Uhr, Eröffnung durch den Ersten Bürgermeister Ulrich von Kirchbach. Um 18 Uhr findet ein Konzert des Florian Döling Quartetts statt.

Eingang zur Vernissage: Vom Haupteingang zum Tor „Kunst auf der Liegewiese“ am Ende der Liegewiese in der Faulerstraße.

Kinotipp: „Downton Abbey: Das große Finale“ – Letztes Kapitel der preisgekrönten Kultreihe

Mary (Michelle Dockery, r.) muss um ihren Status bangen, als ihr Geheimnis der Öffentlichkeit offenbart wird.Mary (Michelle Dockery, r.) muss um ihren Status bangen, als ihr Geheimnis der Öffentlichkeit offenbart wird. Foto: Focus Features

Nach der Erfolgsserie und zwei Kinofilmen findet die vielfach preisgekrönte Saga um die Crawley-Familie mit „Downton Abbey: Das große Finale“ ihren krönenden Abschluss. Ein letztes Kapitel voller Emotionen, Erinnerungen und neuer Hoffnung.

hrzehnt anbrechen, das für Mary mit einem öffentlichen Skandal beginnt. Als die Familie noch dazu in finanzielle Schwierigkeiten gerät, sieht sich der gesamte Haushalt mit dem drohenden sozialen Abstieg konfrontiert. Die Crawleys und ihre Dienerschaft müssen sich auf Veränderungen einstellen und ein neues Kapitel aufschlagen, damit die nächste Generation Downton Abbey in die Zukunft führen kann.

Die Serie „Downton Abbey“ wurde mit über 60 internationalen Preisen – darunter 15 Emmys, ein Golden Globe und drei Bafta-Awards – ausgezeichnet, entwickelte sich zu einem weltweiten Kulturphänomen und begeisterte ein Millionenpublikum. Inszeniert von Regisseur Simon Curtis („Downton Abbey II: Eine neue Ära“) nach einem Drehbuch von Oscar-Preisträger Julian Fellowes („Gosford Park“), bringt der dritte Film die Geschichten um die Bewohner von Downton Abbey zu einem krönenden Abschluss. Produziert wurde das große Finale von Gareth Neame („The Gilded Age“), Julian Fellowes und Liz Trubridge („Lockerbie“).

Neben Hugh Bonneville, Michelle Dockery und Elizabeth McGovern kehren zahlreiche Charaktere ein letztes Mal nach Downton Abbey zurück, darunter Laura Carmichael („Dame, König, As, Spion“), Jim Carter („Shakespeare in Love“), Raquel Cassidy („Official Secrets“), Brendan Coyle („Maria Stuart, Königin von Schottland“), Kevin Doyle („Ready to Go“), Michael Fox („Dunkirk“), Joanne Froggatt („In Our Name“) und Paul Giamatti („The Holdovers“).

In weiteren Rollen sind Harry Hadden-Paton („Alles eine Frage der Zeit“), Robert James-Collier („The Ritual“), Allen Leech („The Imitation Game“), Phyllis Logan („Zu einer anderen Zeit“), Sophie McShera („Cinderella“), Lesley Nicol („Der König von Narnia“), Dominic West („The Crown“), Penelope Wilton („Shaun of the Dead“), Paul Copley („Was vom Tage übrig blieb“) und Douglas Reith („Die Queen“) zu sehen.

Mit „Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba Infinity Castle“ startet eine neue Trilogie

Der junge Tanjir Kamado schließt sich dem Korps der Dämonenjäger anDer junge Tanjir Kamado schließt sich dem Korps der Dämonenjäger an. Foto: Koyoharu Gotoge _ SHUEISHA, Aniplex, ufotable

Nach der erfolgreichen „Demon Slayer“-Serie und Filmreihe startet mit „Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba Infinity Castle“ eine neue Trilogie: Der junge Tanjir Kamado schließt sich dem Korps der Dämonenjäger an, nachdem seine kleine Schwester Nezuko selbst in einen Dämon verwandelt worden ist.

Auf seiner Reise kämpft er an der Seite der höchstrangigen Schwertkämpfer des Korps, den sogenannten Säulen. Eines Tages stürzen sie in einen tiefen Abgrund, der sie an einen geheimnisvollen Ort befördert: in die Festung der Dämonen – dem Infinity Castle. Dort entfacht der finale Kampf.

Die Komödie „Ganzer halber Bruder“ von Hanno Olderdissen

Roland (Nico Randel) erweist sich willensstark gegenüber Thomas (Christoph Maria Herbst).Roland (Nico Randel) erweist sich willensstark gegenüber Thomas (Christoph Maria Herbst). Foto: Wild Bunch Germany

Thomas (Christoph Maria Herbst) staunt nicht schlecht: Frisch aus dem Gefängnis entlassen, erfährt der gewiefte Immobilienbetrüger, dass er ein Haus geerbt hat. Wenn er es verkaufen könnte, stünde einem Neuanfang in Spanien nichts im Wege.

Die Sache hat nur einen Haken: In dem Haus lebt sein Halbbruder Roland (Nico Randel). Ein Fan von Oldies, Gewichtheben und Cabrios, mit festem Job und Trisomie 21. Thomas setzt sein gesamtes manipulatives Repertoire ein, um den ungeliebten Mitbewohner aus dem Haus zu drängen. Doch Roland erweist sich als willensstark und kontert Thomas’ Taktiken mit Mut und Leidenschaft. Langsam erobert er das Herz seines ganzen halben Bruders

Unbekannte lassen in Freiburg-Herdern Luft aus SUV-Reifen ab

AutoreifenKlimaaktivsten sind wohl für platte Autoreifen im Stadtteil Herdern verantwortlich. Symbolfoto: Pixabay

In Freiburg-Herdern lassen Unbekannte die Luft aus den Reifen mehrerer geparkter SUVs ab. An den Windschutzscheiben finden sich klimapolitische Botschaften. Die Polizei ermittelt.

Unbekannte haben in der Nacht zum Donnerstag, 11. September, im Freiburger Stadtgebiet, vor allem im Stadtteil Herdern, die Luft aus den Reifen mehrerer geparkter Autos gelassen. Wie die Polizei mitteilt, wurde der Vorfall in mindestens sieben Fällen gegen Mitternacht festgestellt. Nach bisherigen Erkenntnissen seien ausschließlich SUVs betroffen gewesen.

Die Täter hätten die Luft über die Ventile abgelassen und an den Windschutzscheiben Schriftstücke hinterlassen, die auf ein klimapolitisches Motiv hindeuten könnten. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Beschädigung aufgenommen und bittet Zeugen sowie weitere Geschädigte, sich unter der Telefonnummer 07 61 / 8 82 – 42 21 zu melden.

Darum kommt die Bezahlkarte für Flüchtlinge jetzt doch in Freiburg

Bezahlkarte für Geflüchtete wird vorgestelltBezahlkarte für Flüchtlinge: Auch Freiburg bekommt sie. Foto: dpa, arnold

Als letzter Stadtkreis im Land soll nun auch Freiburg eine Bezahlkarte für Flüchtlinge einführen. Das Regierungspräsidium (RP) Freiburg hat der Stadtverwaltung eine entsprechende Frist gesetzt, wie RP-Sprecherin Heike Spannagel bestätigt hat.

Die Karten werden in Baden-Württemberg seit einem halben Jahr ausgegeben, in Freiburg allerdings aufgrund der Ablehnung durch die Stadtverwaltung und Kritik aus dem Gemeinderat bisher nicht umgesetzt. Bis spätestens 10. Oktober soll sich das nun ändern: Bis dahin müsse „der Rollout-Prozess“ in Freiburg losgehen, so Spannagel auf Nachfrage. Hintergrund sei der entsprechende Erlass des baden-württembergischen Justizministeriums vom vergangenen Oktober.

Bisher hatte die Stadtverwaltung sich vor der Umsetzung der Karten-Einführung erfolgreich weggeduckt, weil es keine Fristvorgabe für den „Rollout“ seitens des Landes gegeben hatte. Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach (SPD) und die Freiburger Grünen hatten mit Blick auf die Karte vor dem hohen daraus folgenden Bürokratieaufwand gewarnt. Entsprechend kritisch äußert sich von Kirchbach nun: „Das ist aus meiner Sicht nicht zielführend, da wir in Freiburg bislang ein gutes und bewährtes System hatten. Für uns bedeutet die Einführung der Bezahlkarte einen hohen bürokratischen Aufwand, der den Zielen eines erforderlichen Bürokratieabbaus zuwiderläuft.“

Ohnehin sei die Bezahlkarte weniger relevant für die Stadt, da sie als Standort der Landeserstaufnahme LEA von der Aufnahme weiterer Geflüchteter befreit sei und die Karte folglich nur wenige Menschen betreffe. Es sei „verwunderlich“, dass das Land hier den Ermessensspielraum des Bundes bei der Leistungsgewährung für Geflüchtete „auf Null“ reduziert habe, so der Bürgermeister.
Den Bestellprozess für die Karten werde die Stadt wohl im Oktober einleiten, so Rathaussprecherin Martina Schickle. „Bis zur Ausgabe dauert es dann aber noch etwas.“ Alle Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg außer Freiburg haben mittlerweile die entsprechenden Vorgaben der grün-schwarzen Koalition in Stuttgart umgesetzt.

Widerstand kommt in Freiburg auch von Flüchtlingshelfern wie der „Aktion Bleiberecht“. Sie hat eine Aktion ins Leben gerufen, bei der sie Lebensmittelgutscheine, die Geflüchtete mit der Bezahlkarte erwerben, in Bargeld eintauscht. Die Bezahlkarte für Geflüchtete sei „verfassungsrechtlich fragwürdig“ und stehe für „rassistische menschenverachtende Politik“, so die Begründung der Initiative. Der Freiburger Linken-Bundestagsabgeordnete Vinzenz Glaser hat die Bezahlkarte, mit der vor allem Bargeldtransfers in die Heimatländer der Geflüchteten, Missbrauch öffentlicher Mittel und laut Justizministerin Marion Gentges (CDU) „falsche Anreize“ für die Einreise unterbunden werden sollen, als „Instrument der Diskriminierung“ kritisiert. Die Bezahlkarte war von der Ampel-Koalition im April 2024 beschlossen worden. Für die Umsetzung sind die Länder zuständig.

Autor: Bernd Peters

Do-it-yourself-Trend in Freiburg: „Handarbeit bringt Menschen zusammen“

HandarbeitSeit rund fünf Jahren bietet die Sandalenwerkstatt in Freiburg einen Kurs pro Monat – fast immer sind sie ausgebucht. Foto: Steinbrecher

Nähen, Töpfern, Schreinern – Handarbeit ist schon lange nicht mehr nur etwas für die ältere Generation. Auch immer mehr junge Menschen erfreuen sich daran, Dinge mit ihren Händen zu erschaffen und direkt Ergebnisse zu sehen. Auch der soziale Aspekt kommt zum Tragen.

Mit DIY-Videos lassen sich Klicks generieren: Das zeigt sich in den Sozialen Medien schon seit langer Zeit. Doch auch Ateliers und Werkstätten in Freiburg bemerken einen größeren Zulauf junger Menschen. „Die meisten unserer Nähkurse sind schnell ausgebucht“, so Sybille Schäfer von der Stoffanstalt in der Habsburgerstraße. Interessant sind vor allem Anfängerkurse und die offene Werkstatt, bei der man unter Begleitung ein eigenes Projekt fertig stellen kann. Vor allem Studierende, aber auch Jugendliche und junge Eltern sind in der Stoffanstalt die Zielgruppe. Nachhaltigkeit ist oft ein Grundgedanke dahinter, aber auch das Selbstgestalten an sich.

Auch in Fridas Atelier erfahren die Kurse einen hohen Zulauf: „Viele Menschen suchen nach einem Ausgleich zum Alltag. Gerade Workshops in entspannter Atmosphäre – ob Sticken, Makramee oder Malen – kommen sehr gut an“, so Sima Gaiser. Handarbeit habe „etwas unglaublich Meditatives“, so Sima Gaiser. „Handarbeit bringt Menschen zusammen“, sagt sie.

Oft stehe die Auszeit für sich selbst im Vordergrund, so Sybille Schäfer. Das Wichtigste: „Mit den eigenen Händen etwas zu erschaffen, macht einfach glücklich.“

Bunt gemischte Gruppen

In der Sandalenwerkstatt von Heinrich Assies findet rund ein Kurs pro Monat statt – fast immer sind die Kurse ausgebucht, so Assies. In den letzten fünf Jahren habe man die Zahl der Kurse deutlich erhöht, davor waren es nur wenige im Jahr. Neben Blockkursen, die von Dienstag bis Samstag gehen, gibt es auch Samstagskurse an sechs aufeinander folgenden Samstagen. „Die Leute wollen gerne mit der Hand arbeiten“, weiß Assies. Seine Zielgruppe ist bunt gemischt. Sie alle aber wollen mit den im Kurs gefertigten Sandalen etwas herstellen, was auch einen praktischen Wert hat.

Wolfgang Gemeinhardt betreibt die Kurswerkstatt „Holz in Form“ in der Obergasse in Freiburg. Hier sieht er eine Vielzahl an verschiedenen Menschen: „Rund 50 Prozent meiner Kursteilnehmer stammen aus den Branchen IT, Pharma oder Medizin“, so Gemeinhardt. Er weiß, warum: „Gerade die Leute, die viel Kopfarbeit machen, sind von der Handarbeit begeistert, denn sie sehen direkt, was sie geleistet haben.“ In der Zwischenzeit legt er bei seinen Kursen den Fokus darauf, direkt loszulegen und nicht erst viel zu erzählen. Die meisten Menschen wollten direkt tätig werden, so Gemeinhardt. Auch Menschen, die bisher handwerklich unerfahren sind, erliegen schnell der Faszination. „Der Stolz ist riesig, wenn man am Ende etwas mit nach Hause nehmen kann.“

Ein Großteil der Kursteilnehmer in Wolfgang Gemeinhardts Werkstatt sind Frauen: Die meisten hätten bereits früher den Drang gehabt, zu bauen und zu basteln, oder sie würden selbst Dinge reparieren aber merken, dass das Wissen fehlt. „Die Leute wollen die Anleitung und das Wissen erwerben“, sagt er.
Doch nicht nur das Wissen steht bei den Kursteilnehmern im Vordergrund: Auch das zusammen Werkeln wird als motivierend und inspirierend empfunden. Ähnlich sieht es auch Stefanie Blüm vom Kleiderforum in Opfingen: „Es kommen Kinder bis Senioren, einerseits zum Nähen lernen, aber auch wegen des sozialen Aspekts“, sagt sie. Viele Leute würden nicht nur die Individualität der genähten Stücke schätzen, sondern durch das selber Nähen auch den Wert der Kleidung erkennen, sagt Blüm. „Hier wird ganz oft der Kauf von Billigkleidung neu überdacht.“

Auch Wolfgang Gemeinhardt merkt, dass der Kursbesuch zu einer Einstellungsänderung führt: „Das Schreinerhandwerk ist der schönste Beruf der Welt, der leider durch große Maschinen, Arbeitsteilung und viele künstliche Werkstoffe ziemlich kaputt gemacht wurde“, findet er. Die Rückbesinnung auf die Handarbeit tue den Leuten gut. „Wenn man solche Kurse besucht, merkt man das dann wieder.“

Heinrich Assies bietet Handarbeit mit Sandalen an. Foto: Steinbrecher