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Gegen Lärm: Tempo 30-Zonen in Freiburg werden ausgeweitet – neue Schilder ab kommender Woche

Am östlichen und nördlichen Innenstadtring gilt künftig auch tagsüber Tempo 30 - wie hier am Schlossbergring. Foto: JoersAm östlichen und nördlichen Innenstadtring gilt künftig auch tagsüber Tempo 30 – wie hier am Schlossbergring. Foto: Joers

In Freiburg ist es an vielen Stellen zu laut. Da an diesen Straßenabschnitten Menschen wohnen, ist die Verwaltung rechtlich verpflichtet, etwas gegen den Lärm zu tun. Daher müssen Autos an den betroffenen Straßen in Zukunft langsamer fahren. Das sieht der Lärmaktionsplan (LAP) vor, dessen Fortschreibung der Gemeinderat Ende September 2025 beschlossen hat. Kommende Woche beginnt die Verwaltung mit der Umsetzung und passt die Beschilderung entsprechend an, so die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung.

Leiser wird es in einem ersten Paket zunächst an folgenden Straßen: Elsässer Straße im Stadtteil Mooswald, Uffhauser Straße, Günterstalstraße, Wiesentalstraße zwischen der Eisenbahnüberführung Rheintalbahn und der Merzhauser Straße, Hansjakobstraße sowie Schwarzwaldstraße östlich der Einmündung Hansjakobstraße. In diesen Straßen gelten Tempo-30-Regelungen bislang nur nachts (Lärmschutz) oder nur tagsüber (Umfeld von Schulen und Kindergärten). Das wird jetzt einheitlicher. Künftig darf hier rund um die Uhr nicht schneller als 30 km/h gefahren werden.

Hinzu kommt die Opfinger Straße in Weingarten, an der eine Tempo-30- Regelung nur in den Nachtstunden (22-6 Uhr) eingeführt wird.

Konkret sieht der Entwurf 28 Stellen vor, an denen Tempogrenzen kommen sollen: Darunter der Friedrichring, wo heute tagsüber Tempo 50 und nachts Tempo 30 gilt. Künftig käme hier durchgängig Tempo 30 – denn in der Spitze werden tagsüber Lärmpegel bis 74 Dezibel erreicht. Gleiches gilt für den ganzen Leopold-, Schlossberg- und Greiffeneggring, die Habsburgerstraße, die Stefan-Meier-Straße sowie die gesamte Eschholzstraße vom Friedrich-Ebert-Platz bis zur Hauptfeuerwache.

Bis es an allen Straßen, für die im Lärmaktionsplan Änderungen vorgesehen sind, wirklich leiser ist, dauert es noch. Der Grund: An vielen Strecken müssen auch die Ampeln neu abgestimmt, berechnet und programmiert werden, damit die „grüne Welle“ weiterhin funktioniert. Weitere Informationen zum Lärmaktionsplan gibt es online unter
freiburg.de/laermaktionsplan.

„Hornisgrinde-Wolf“ darf abgeschossen werden – Warum Alternativen scheiterten, erklärt ein Freiburger Experte

Der „Hornisgrinde-Wolf“ zeigt sich selbst von Menschengruppen unbeeindruckt.Der „Hornisgrinde-Wolf“ zeigt sich selbst von Menschengruppen unbeeindruckt. Symbolfoto: stock.adobe.com

Ein Wolf im Schwarzwald zeigt zu wenig Scheu vor Menschen. Deshalb hat das Umweltministerium Baden-Württemberg den Abschuss des Tieres genehmigt. Umweltschützer zogen vor Gericht – doch der Verwaltungsgerichtshof hat am Montag entschieden, dass der „Hornisgrinde-Wolf“ getötet werden darf. Dr. Micha Herdtfelder, Wolfsexperte der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg, erklärt, warum das Verhalten des Wolfs problematisch ist.

Herr Herdtfelder, warum ist das Verhalten des Wolfes ein Problem?

Micha Herdtfelder: Dieser Wolf ist ein sehr spezieller Fall. Er ist Menschen gegenüber extrem entspannt, in der Fachsprache spricht man von einer sehr starken Habituierung. Er hat sich daran gewöhnt, dass Menschen auch sehr nah keine Gefahr darstellen. Gleichzeitig geht von Hunden ein starker positiver Reiz auf ihn aus: Als Wolf ohne Weibchen sucht er den Kontakt zu Artgenossen, und diese Kombination aus Anziehung und Habituierung führt dazu, dass er Menschen mitunter extrem nahe kommt, teils unter fünf Metern. Das ist sehr ungewöhnlich, und damit steigt das Risiko, dass irgendwann etwas passieren kann. Bislang haben wir bei diesem Tier kein gefährliches, aber ein kritisches Verhalten festgestellt, das kippen kann, etwa wenn Menschen ihn anfüttern. Dann kann es auch gefährlich werden.


Selbst vor Menschengruppen zeigt er keine Scheu?

Herdtfelder: Ja, er zeigt sich auch Menschengruppen gegenüber unbeeindruckt und nähert sich gerne an. Er ist daran gewöhnt und bleibt sehr entspannt.


Ist es aus Ihrer Sicht also sinnvoll, dass das Tier abgeschossen wird?

Herdtfelder: Dabei geht es immer um eine Risikoabwägung. Diese trifft die zuständige Behörde, hier das Umweltministerium in Baden-Württemberg. Grundlage ist ein von Fachleuten auf Bundesebene erarbeitetes Skript, das regelt, welche Maßnahmen bei auffälligem Verhalten nötig sind. Bei mehrfachen Annäherungen unter 30 Metern wird empfohlen, das Tier zu besendern. Kennt man dank Senderhalsband seine Position, kann man über einen längeren Zeitraum Vergrämungsmaßnahmen ergreifen. Verändert sich das Verhalten dadurch nicht, ist im Skript als Ultima Ratio der Abschuss vorgesehen. Die Grundlage für Entscheidungen liefern die Monitoring-Daten.


Aber bei diesem Wolf hat das nicht funktioniert?

Herdtfelder: Als wir 2024 das ungewöhnliche Verhalten festgestellt haben, wurde die Besenderung beschlossen. Das ist jedoch extrem schwierig. Trotz seiner Gewöhnung an Menschen bleibt der Wolf ein sehr intelligentes und vorsichtiges Tier. Zunächst haben externe Experten gemeinsam mit uns versucht, ihn mittels Fußfallen zu fangen. Das ist trotz intensiven, großflächigen und zeitaufwendigen Einsatzes nicht gelungen. Anschließend wurde versucht, ihn mit dem Narkosegewehr zu betäuben. Dafür muss man sehr nah an das Tier heran. Wölfe merken jedoch, wenn etwas anders ist als gewohnt: Kommt ein Spaziergänger mit Hund, nähert er sich, doch sobald die Körpersprache der Menschen signalisiert, dass etwas nicht normal ist, hält er wieder Abstand. Deshalb hat das nicht funktioniert. Zugleich hat das Tier über drei Jahre hinweg immer wieder die Erfahrung gemacht, dass es in Menschennähe entspannt sein kann. Wir haben rund 250 Beobachtungen zwischen dem Wolf und Menschen ausgewertet, es dürfte noch deutlich mehr geben. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Vergrämung nach drei Jahren noch zu einer nachhaltigen Verhaltensänderung führt, ist extrem gering.


Lässt sich im Schwarzwald ein aufkommender Wolfstourismus beobachten? Zumindest warnen neue Schilder im Nationalpark Schwarzwald: „Wolfstourismus schadet dem Wolf“.

Herdtfelder: Wir haben dazu keine systematischen Daten. Es gibt Hinweise, etwa vom Bürgermeister vor Ort, dass vermehrt nach dem Wolf gefragt wird. Ob das echter Wolfstourismus ist oder ob Menschen, die einfach schon vor Ort sind, Interesse zeigen, lässt sich nicht bewerten. Hochkritisch wäre es allerdings, wenn Personen versuchen, den Wolf gezielt herzulocken oder zu füttern. Das schafft unter Umständen eine gefährliche Situation, weil der Wolf nicht lernen darf, Futter aus Menschenhand zu bekommen.


Thema Wolfsrudel: Gibt es Hinweise, dass sich im Land wieder eines etabliert?

Herdtfelder: Im Nordschwarzwald gibt es Entwicklungen östlich der Murg. In diesem Territorium wurde ein weiblicher Wolf nachgewiesen. Im Dezember gab es ein Fotofallenbild mit zwei Tieren. Wir gehen von einem Paar aus und erwarten in diesem Frühjahr Jungtiere. Alles andere würde uns überraschen, sicher sagen kann man es jedoch nicht.


Sie sind neben dem Wolf auch für das Luchs-Monitoring zuständig, gibt es hier neue Entwicklungen?

Herdtfelder: Es gibt aktuell ein Projekt zur Auswilderung von Luchsen, da hier anders als beim Wolf keine Population nur durch Zuwanderung entsteht. Bisher wurden drei Weibchen und zwei Männchen ausgewildert. Ein erstes Weibchen ist leider an einem Virus erkrankt und gestorben. Bei den beiden anderen Weibchen, die im Nordschwarzwald unterwegs sind, rechnen wir in diesem Frühjahr mit Nachwuchs.

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Vergrämung nach drei Jahren noch zu einer nachhaltigen Verhaltensänderung führt, ist extrem gering, so Micha Herdtfelder, Wolfsexperte der Freiburger FVA. Foto: Christian Hanner

Kinotipp: In „Dust Bunny“ soll ein Auftragskiller Monster jagen

Aurora (Sophie Sloan) ist davon überzeugt, dass Monster existieren, und bittet einen Auftragskiller ( Mads Mikkelsen) und seine Chefin (Sigourney Weaver) um Hilfe.Aurora (Sophie Sloan) ist davon überzeugt, dass Monster existieren, und bittet einen Auftragskiller ( Mads Mikkelsen) und seine Chefin (Sigourney Weaver) um Hilfe. Foto: Lionsgate

In Bryan Fullers („Hannibal“) visionärem wie fantastischem Spielfilm-Regiedebüt „Dust Bunny“ tut sich ein zehnjähriges Mädchen mit ihrem geheimnisvollen Nachbarn, einem Auftragskiller, zusammen, um es mit ihren jeweiligen Monstern aufzunehmen.

Die junge Aurora (Newcomerin Sophie Sloan) lebt in einem heruntergekommenen Wohnkomplex am Rand von New York. Sie ist überzeugt davon, dass ein Monster unter ihrem Bett lebt, das ihre Familie verschlungen hat.

In ihrer Verzweiflung sucht sie Hilfe bei dem mysteriösen Fremden von nebenan (Mads Mikkelsen, „Hannibal“), einem Auftragskiller, dessen Aufgabe es ist, die Straße von Feinden zu säubern, überwacht von seiner Chefin Laverne (Sigourney Weaver, „Alien“). Widerwillig sagt er dem Mädchen seine Dienste zu. Er vermutet, dass Auroras Eltern gar nicht von einem Fabelwesen gefressen, sondern Opfer eines Anschlags wurden, der eigentlich ihm galt. Getrieben von Schuld- und Verantwortungsgefühlen stellt er sich schließlich der Aufgabe, das Mädchen zu beschützen – und muss dabei erkennen, dass so manche Monster tatsächlich real sind. Was als skurrile Geschichte beginnt, entwickelt sich rasch zu einem düsteren Geflecht aus Gewalt, Schuld und kindlicher Vorstellungskraft. Realität und Illusion verschwimmen – und am Ende bleibt die Frage: Wer sind die wahren Monster?

„Dust Bunny“ ist eine fesselnde Reise in die dunklen Winkel der Fantasie, ein gnadenloser Rachefeldzug – voller schwarzem Humor, bizarrer Kreaturen und brutaler Konsequenzen. Ein düsteres Märchen voller Vorstellungskraft, Witz – und einem ganz besonderen Monsterhasen. In weiteren Rollen sind David Dastmalchian („Dune“), Rebecca Henderson („Russian Doll“) und Sheila Atim („The Underground Railroad“) zu sehen.

In „G.O.A.T. – Bock auf große Sprünge“ will eine kleine Ziege ein Sportstar werden

Will ist wildentschlossen, seinen Traum zu verwirklichen. Foto: CMTGWill ist wildentschlossen, seinen Traum zu verwirklichen. Foto: CMTG

Originelle Actionkomödie, die in einer reinen Tierwelt spielt: Im Mittelpunkt des Animationsabenteuers „G.O.A.T. – Bock auf große Sprünge“ steht Will, ein kleiner Ziegenbock mit großen Träumen. Er bekommt die einmalige Chance, einem Profiteam beizutreten und Roarball zu spielen – ein kontaktintensiver Hochleistungssport, bei dem die schnellsten und furchterregendsten Tiere der Welt dominieren. Wills neue Teammitglieder sind daher nicht gerade begeistert, nun eine schmächtige Ziege in ihrer Mannschaft zu haben, doch Will ist wild entschlossen, den Sport zu revolutionieren und ein für alle Mal zu beweisen, dass auch Kleine ganz groß rauskommen können.

Wilde Nachtschicht: „Cold Storage“ mit „Stranger Things“-Star Joe Keery

Travis (Joe Keery) und Naomi (Georgina Campbell) machen eine beunruhigende Entdeckung.Travis (Joe Keery) und Naomi (Georgina Campbell) machen eine beunruhigende Entdeckung. Foto: Studiocanal

Für Teacake (Joe Keery) und Naomi (Georgina Campbell) beginnt die wildeste Nachtschicht ihres Lebens, als in dem Self-Storage-Laden, in dem sie arbeiten, ein mysteriöser Pilz-Parasit ausbricht. Der hochgefährliche Mikro-Organismus stammt aus einer versiegelten Militärbasis unter dem Gebäude – ein Relikt geheimer US-Experimente, das jahrzehntelang unter Verschluss war. Doch jetzt breitet es sich rasend schnell aus und verwandelt Menschen wie Tiere in Zombie-ähnliche Kreaturen. Die Zeit läuft ab – und es liegt nun an Teacake und Naomi mit Hilfe eines in die Jahre gekommenen Anti-Bioterror-Agenten (Liam Neeson), die Menschheit vor ihrem Untergang zu bewahren.

„Cold Storage“ ist ein packender Action-Thriller von Jonny Campbell, bekannt für Serien wie „Westworld“, „Dracula“ und „Doctor Who“. Das Drehbuch stammt von David Koepp, einem der erfolgreichsten Drehbuchautoren Hollywoods. Er schrieb auch den gleichnamigen Debütroman und ist verantwortlich für Blockbuster-Drehbücher wie „Jurassic Park“, „Mission: Impossible“, „Spider-Man“ und „Jurassic World: Die Wiedergeburt“. In den Hauptrollen sind Joe Keery („Stranger Things“) als Teacake und Georgina Campbell („Barbarian“, „Black Mirror“) als Naomi zu sehen, die unversehens in einen Albtraum aus Biohazard und Mutation geraten. Unterstützt werden sie von Oscar-Preisträgerin Lesley Manville („Phantom Thread“)Sosie Bacon („Smile“) und Vanessa Redgrave („Mission: Impossible“). Als ehemaliger Bioterror-Agent kehrt Liam Neeson („Taken“, „Die nackte Kanone 2025“) in einer ungewöhnlichen Rolle zurück: erfahren, abgründig und mit einem letzten Auftrag, der über das Schicksal der Menschheit entscheidet.

A-Cappella-Popchor Twäng! präsentiert neues Programm im Freiburger E-Werk

Am 14. und 15. Februar gastiert der Chor Twäng! mit modernen deutschen und englischsprachigen Popsongs im E-Werk. .Am 14. und 15. Februar gastiert der Chor Twäng! mit modernen deutschen und englischsprachigen Popsongs im E-Werk. Foto: Roland Schnell

Nach drei Jahren kehrt der preisgekrönte A-Cappella-Popchor Twäng! zurück auf die Bühne im E-Werk. Hier präsentieren die 40 Sänger ihr neues Programm. Mit einer einzigartigen Mischung aus achtstimmigem A-Cappella-Pop mit Beatbox, mitreißenden Arrangements, energiegeladenen Choreografien und glitzernder Bühnenpräsenz begeistert der Chor seit über zehn Jahren das Publikum. Das Repertoire umfasst moderne deutsch- und englischsprachige Popsongs, unter anderem von Aurora, Billie Eilish, Cody Fry und Peter Fox.

Das neue Programm „Want me back“ ist am 14. Februar, 20 Uhr, und am 15. Februar, 19 Uhr, im E-Werk zu sehen. Eintritt 30/25 Euro. Tickets unter e-werk-freiburg.reservix.de

Freiburger Morat-Hallen eröffnet: Ausstellungen zeigen zeitgenössische Kunst

In den Morat-Hallen sind derzeit zwei Ausstellungen zu sehen.In den Morat-Hallen sind derzeit zwei Ausstellungen zu sehen. Foto: Marc Doradzillo

Drei riesige Hallen, knapp 2.000 Quadratmeter Fläche: Das weitläufige Gebäude an der Lörracher Straße 31 ist als Sitz des Morat-Instituts für Kunst und Kunstwissenschaft bekannt. Am Freitag haben Oberbürgermeister Martin Horn und Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach die traditionsreichen Morat-Hallen mit zwei Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst eröffnet.

Im Mai 2024 hat die Stadt das Gebäude gekauft und anschließend saniert – ermöglicht durch eine großzügige Spende der in Freiburg lebenden Mäzenin Gertraud Hurrle.

In der mittleren Halle findet die Städtische Galerie, zuvor im Kunsthaus L6 untergebracht, auf knapp 240 Quadratmetern ein neues – und deutlich größeres – Zuhause. Genau wie in der Vergangenheit sind hier wechselnde Ausstellungen zu sehen. In der Halle Nord ist ein neuer Ort für die Freiburger sowie die nationale und internationale Kunstszene entstanden. Ausstellungen, Performances, Projekte: Die knapp 300 Quadratmeter große Halle bietet Platz für unterschiedlichste Formate.

Die Städtische Galerie zeigt bis zum 15. März „Following – some kind of same – π“; mit Malerei-, Keramik- und Holzreliefarbeiten von Tim Bohlender, Tanja Goetzmann und Nozomi Tanabe. In der Halle Nord ist bis zum 29. März „Fields of Un/rest“ zu sehen. Darin fragen die Künstler Philip Beck, Betty Blumenstock, Arne Grashoff und Benjamin Koglin sowie die Kuratorin Sharleena Rosing: Was bedeutet es, in einer von Krisen geprägten Gegenwart Kunst zu produzieren?

In der südlichen Halle ist weiterhin das Lebenswerk von Eva-Maria und Franz Armin Morat gelagert. Ein bedeutender Teil der Sammlung steht bereits als Dauerleihgabe den Städtischen Museen zur Verfügung und ist damit der Öffentlichkeit zugänglich.

Der Eintritt zu beiden Ausstellungen ist frei. Die Öffnungszeiten sind Donnerstag und Freitag von 16 bis 19 Uhr und Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr.

Mundologia-Vorträge: Die Schönheit des bayerischen Alpenvorlands und Reisen nach Portugal

„Alpenvorland – Meine wilde Heimat“ ist ein Vortrag ein Vortrag voller Licht, Stimmung und Heimatgefühl. Foto: Bernd Römmelt„Alpenvorland – Meine wilde Heimat“ ist ein Vortrag voller Licht, Stimmung und Heimatgefühl. Foto: Bernd Römmelt

Am 23. und 24. Februar jeweils um 19.30 Uhr bietet das Programm der Mundologia-Reihe im Bürgerhaus am Seepark Einblicke in Kultur, Natur und persönliche Erfahrungen, die nicht nur visuell begeistern. „Alpenvorland – Meine wilde Heimat“, zu sehen am 24. Februar, ist Bernd Römmelts Liebeserklärung an eine der facettenreichsten Naturlandschaften Europas. Mit eindrucksvollen Bildern zeigt er das bayerische Alpenvorland in all seiner Ursprünglichkeit.

Reiselust weckt Steffen Hoppes am 25. Februar mit seinem Vortrag „Portugal mit Madeira – Atlantik, Weite, Stille“. Er führt von den pulsierenden Städten Porto und Lissabon über einsame Strände der Algarve bis hin zu den mystischen Nebelwäldern Madeiras. Infos und Tickets gibt es unter www.mundologia.de

OB-Wahl: Monika Stein stellt den Freiburger Flugplatz in Frage

Monika Stein OB-Wahl FreiburgMonika Stein (3.v.l.) mit einem Teil ihrer Unterstützer (v.l.): Sophie Schwer (Grüne), Emirye Gül (Grüne Alternative), Bärbel Schäfer (Grüne), Marlene Rietkötter (Unabhängige Frauen) und Gregor Mohlberg (Linke Liste). Foto: Joers

Am 26. April wählt Freiburg einen neuen Oberbürgermeister. Monika Stein, die bereits 2018 als Kandidatin bei der OB-Wahl antrat, möchte mit fünf Schwerpunkt-Themen in den Wahlkampf gehen. Diese skizzierte sie auf einer Pressekonferenz an der Seite ihres Unterstützerkreises.

„Ich habe mich sehr gefreut, dass ich von mehreren Seiten angesprochen worden bin, ob ich mir vorstellen könnte, wieder zu kandidieren“, sagte die gebürtige Freiburgerin. Auch wenn Monika Stein Amtsinhaber Martin Horn aufgrund dessen Amtsbonus bei der Wahl am 26. April im Vorteil sieht, rechnet sie sich nach eigener Aussage reelle Chancen auf einen Wahlsieg aus. „Sonst würde ich das auch nicht machen“, sagt Stein. Unterstützt wird sie von einem breiten Bündnis, darunter die Grünen, die Linke Liste, die Grüne Alternative Freiburg, Urbanes Freiburg sowie die Unabhängigen Frauen Freiburg.

Gewerbe statt Flugplatz

Zu ihren Schwerpunktthemen zählt Stein bezahlbares Wohnen, Entlastung für Familien, Klimaschutz, Verkehrswende sowie eine bürgerfreundlichere Verwaltung. Außerdem schlägt sie eine Umnutzung des Freiburger Flugplatzes vor – politisch ein heißes Eisen. Statt Fliegerhallen schweben ihr auf den versiegelten Flächen Gewerbeansiedlungen vor. „Diese Fläche wird in meinen Augen falsch genutzt. Freiburg braucht neue Gewerbeflächen, um für Arbeitgeber und Investoren attraktiv zu bleiben“, sagt Stein. Gleichzeitig soll der Flugplatz Freiräume für Erholung bieten – Stein zieht hier den Vergleich zum Tempelhofer Feld in Berlin. Auch sportliche Nutzungen schlägt sie vor. Ihr sei klar, dass es dafür Gegenwind geben werde und „dass diejenigen, die den Flugplatz nutzen, keine Freudenstürme von sich geben werden“. Aber das müsse eine Oberbürgermeisterin „aushalten und moderieren können“, so Stein.

Im Ringen um die Wohnproblematik möchte die 55-jährige Lehrerin das städtische Referat für bezahlbares Wohnen wiederbeleben. „Das muss Chefsache sein“, so Stein, die sich auch klar für den Bau des Stadtteils Dietenbach ausspricht. Gleichzeitig will sie sich dafür einsetzen, bezahlbaren Wohnraum zu erhalten oder nachzuverdichten, statt diesen abzureißen und neu zu bauen. „Überall, wo Sanierung oder Aufstockung möglich ist, müssen wir bei diesen Maßnahmen die graue Energie mit einberechnen“, so Stein.

Um Familien zu entlasten, schlägt sie zusätzliche Beitragsstufen bei den Kitagebühren vor. „So können wir dafür sorgen, dass die unteren Einkommensstufen entlastet werden und nur die oberen Einkommensgruppen gleich bleiben oder mehr zahlen“, sagt die Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW. Zusätzlich will sie das Wohngeldamt so stärken, „dass die Menschen nicht ein Jahr auf einen Bescheid warten“.

In Sachen Klimaschutz setzt Stein auf die Schaffung eines kommunalen Klimafonds, um die Stadt hitzeresistenter zu machen – „und zwar deutlich schneller als bisher“. Maßnahmen wie weniger Hitzebelastung auf öffentlichen Flächen, Fassadenbegrünungen oder den Umbau zur Schwammstadt zählt sie auf. Ein klares Nein zum Freiburger Stadttunnel, wie in der Vergangenheit, vermied sie dagegen. In einem Statement schreibt Stein: „In meiner Zeit im Stadtrat habe ich immer eine kritische Position zum Projekt Stadttunnel vertreten und dazu stehe ich persönlich auch heute noch. Als Oberbürgermeisterin werde ich jedoch selbstverständlich alle aktuellen und zukünftigen Beschlüsse des Gemeinderates zu diesem Projekt konstruktiv umsetzen.“

So könnte das Panoramahotel Freiburg in Zukunft aussehen

Panoramahotel KonzeptSo könnte das Panoramahotel nach den aktuellen Entwürfen künftig aussehen. Foto: Kresings Architekten

Hoch über den Dächern von Herdern thront das Panoramahotel Freiburg. Doch seit einem verheerenden Brand im Juni 2024 ist das Hotel nicht länger in Betrieb. Ein Zustand, den die jetzigen Eigentümer ändern möchten. Nun stellten sie ihre Pläne vor.

Dort, wo sich schon ab 1855 ein von der Stadt genehmigtes Ausflugslokal befand und Ausflügler das Panorama genossen, soll es nach dem Willen von Jürgen Elsing eine vielversprechende Zukunft geben. „Wir wollen etwas Schönes für Freiburg machen“, sagt der Investor von der Berliner Immobilienfirma Virtus Holding. In der jüngsten Sitzung des Freiburger Gestaltungsbeirates stellten die neuen Eigentümer des Panoramahotels sowie Architekt Kilian Kresing aus Münster das Ergebnis ihrer Machbarkeitsstudie vor. So soll aus dem bisherigen Tagungshotel ein Magnet für Wellness-Suchende werden. Seit Corona sei das Tagungsgeschäft eingebrochen. „Bei Day-Spa-Angeboten gibt es in Freiburg aber noch viel Bedarf“, so Elsing.

Architekt Kresing führt aus, dass der 1972 fertiggestellte Betonbau „ein Kind seiner Zeit“ sei. Die „brutalistische Anmutung“ der Fassade wollen die neuen Eigentümer durch ein leichteres und naturverbundeneres Erscheinungsbild ersetzen. Das Bestandsgebäude soll in den Rohbauzustand zurückgebaut werden und eine neue thermische Hülle aus Holz erhalten. Das Energiekonzept sieht Kälte und Wärme aus dem Boden vor. Fassadenbegrünungen sollen das Gebäude stärker in seine natürliche Umgebung einfügen. Der bestehende Pool soll nach außen hin vergrößert werden. „Wir wollen das Gebäude in die Zukunft katapultieren für die kommenden 70 Jahre“, sagt Architekt Kresing.

Durch neue Zuschnitte und eine Vergrößerung der Badezimmer soll sich die Zahl der Zimmer von 86 auf 62 verringern. Damit sich das Vorhaben rechnet, planen die Investoren jedoch ein zusätzliches Geschoss mit weiteren 15 Zimmern ein. Hier äußerte der Gestaltungsbeirat Vorbehalte, da sich die flache Gebäudesilhouette durch die Aufstockung verändern würde. „Wir können die Pläne sehr gut nachvollziehen, haben hier aber Bauchschmerzen“, sagt Beiratsmitglied Stefanie Eberding. Das Gremium rät außerdem von starken Eingriffen in die Natur ab. „Was wir nicht wollen, sind massive Stützwände“, sagt Eberding mit Blick auf den geplanten Außenpool.

Noch stehen die Planungen am Anfang, da das Sachverständigenverfahren mit der Versicherung laut Jürgen Elsing noch nicht abgeschlossen sei. Großes Interesse an dem geplanten Bauvorhaben zeigt aber bereits der Bürgerverein Herdern, dessen Vorstandsmitglieder Christian Ledinger und Magnus M. Gees die Sitzung mitverfolgten. „Erheblichen Klärungsbedarf“ sieht der Bürgerverein vor allem an der geplanten Parkplatzlösung und sieht Eingriffe in die Natur kritisch. Gleichzeitig signalisierte der Bürgerverein seine Gesprächsbereitschaft und lud das Hotel-Team zu einer Sitzung des Vereins ein.