Die Badische Revolution ist ein Thema im Augustinermuseum. Foto: Marc Doradzillo
Das Augustinermuseum feiert mit einem Eröffnungswochenende am Samstag, 28. Februar, und Sonntag, 1. März. An beiden Tagen präsentiert ein buntes Programm großen und kleinen Besuchenden die spannenden Museumswelten. Von 10 bis 17 Uhr stehen im Haus verteilt Expertinnen und Experten bereit, die unter dem Motto „1000 Fragen, 1000 Antworten“ über alle Themen und Ausstellungsobjekte informieren. In der Werkstatt Museumspädagogik können jeweils von 10 bis 16.30 Uhr persönliche Museumsandenken, beispielsweise eine kreative Museumstasche oder ein Button mit dem Lieblingsmuseumsmotiv, gestaltet werden.
Von Freiburg in die Welt
Was die neue Museen-Freiburg-App alles bietet, wird mit dem App-Explainer von 10 bis 14 Uhr inklusiv und interaktiv erklärt. Von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr können am Samstag und am Sonntag kleine Museumsdetektive im Museum auf Spurensuche gehen. Von 11 bis 13 Uhr und von 14 bis 16 Uhr bieten Restauratoren spannende Einblicke in ihre Arbeit am Museum. In der Welte-Lounge erklärt ein Experte die Technik des selbstspielenden Welte-Flügels, einem Freiburger Exportschlager des frühen 20. Jahrhunderts, der damals als neues Weltwunder gefeiert wurde. Einblicke in die aufwendige Sanierung des Konventgebäudes geben federführende Mitarbeitende von 14 bis 17 Uhr und berichten von den zahlreichen Highlights und Herausforderungen.
Einen musikalischen Höhepunkt setzt am Samstag von 13 bis 15 Uhr die Freiburger Kultband Redhouse Hot Six in der Skulpturenhalle mit Oldtime-Jazz der 1920er- und 1930er-Jahre.
Speed-Dating mit Museen
Am Sonntag gibt es ebenfalls ein besonderes Highlight: Kuratoren verschiedener Freiburger Museen laden von 14 bis 16 Uhr zu jeweils 20-minütigen Speed-Dates mit Archäologie, Ethnologie, Naturkunde, Geschichte und neuer Kunst ein. Denn das neue Augustinermuseum ist Teil einer unglaublich vielfältigen Freiburger Museumslandschaft, die es sich lohnt zu entdecken.
Im neu eröffneten Augustinermuseum gibt es viel Spannendes entdecken. Foto: Marc Doradzillo
Bis zum 8. März ist der Eintritt frei
Der Museumsbesuch und der Besuch sämtlicher Veranstaltungen sind am Eröffnungswochenende frei. Der Museumseintritt bleibt noch bis zum 8. März kostenfrei.
Walter (Heiner Lauterbach) trifft seine Jugendliebe Alice (Iris Berben) wieder. Foto: Leonine Filmverleih
Der eigenwillige Witwer Walter (Heiner Lauterbach) vertreibt sich seine Zeit im Ruhestand damit, Restaurants zu testen und akribisch im Internet zu bewerten. Bei einem seiner Restaurantbesuche trifft er zufällig seine Jugendliebe Alice (Iris Berben) wieder. Vor 40 Jahren hatte er ihr einen Heiratsantrag gemacht und war spektakulär gescheitert. Die lebensfrohe und freigeistige Kunstprofessorin ist auch heute noch das genaue Gegenteil des altmodischen, akkuraten Walter.
Der Ehrgeiz des pensionierten Ingenieurs ist geweckt. Er will es diesmal besser machen, während Alice gar nicht daran denkt, denn sie liebt ihr unabhängiges Leben und braucht keinen Beziehungsstress. Sie stellt eine Bedingung: Erst wenn er echtes Interesse an ihrer Welt zeigt, bekommt er vielleicht eine zweite Chance. Und so schreibt sich Walter, der sich nie für Kunst interessiert hat, zu Alice Entsetzen als Gaststudent in ihrem Kurs ein – fest entschlossen, sich selbst und ihr zu beweisen, dass es nie zu spät ist, neue Wege zu gehen. Aber nicht nur Alice stellt ihn vor ungeahnte Herausforderungen, sondern auch die Begegnung mit seinen 40 Jahre jüngeren Kommilitonen. Unerwartet finden sich Alice und Walter in einem neuen, aufregenden Kapitel ihres Lebens wieder und müssen sich fragen: Rostet alte Liebe wirklich nicht?
Mit perfektem komödiantischem Timing und unwiderstehlichem Charme begeistern die Publikumslieblinge Heiner Lauterbach und Iris Berben in dieser turbulenten Rom-Com. Mit dem Film setzen Regisseur Marc Rothemund und Drehbuchautor Richard Kropf nach ihrem Kinohit „Wochenendrebellen“ ihre Zusammenarbeit fort.
„Let’s Dance“-Star Motsi Mabuse (2.v.r.) und ihr Ehemann Evgenij Voznyuk (r.) nahmen sich beim Euro Dance Festival auch Zeit für ein Erinnerungsfoto mit Matthias Blattmann, Chef der Tanzschule Gutmann, und Ann-Kathrin Mack vom Europa-Park. Foto: Valentin Behringer
In der vergangenen Woche hat sich der Europa-Park wieder in den größten Tanzsaal Deutschlands verwandelt. Denn hier ging das „Euro Dance Festival“ der Tanzschule Gutmann über die Bühne. 175 Trainer aus aller Welt sorgten bei den rund 1.000 Teilnehmern pro Tag für den perfekten Hüftschwung. Das Besondere: die große Vielfalt der Tanzstile – von Standard und Latein über Salsa, Tango Argentino und Bachata bis hin zu West Coast Swing, Discofox oder Charleston.
Ein Highlight für alle Tanzfans: „Let’s Dance“-Star Motsi Mabuse. Bei Latein-Workshops mit ihrem Ehemann Evgenij Voznyuk erlebten die Teilnehmer die Jurorin der TV-Show hautnah. Fürs gemeinsame Training tauschte sie das sonst glamouröse TV-Outfit gegen bequeme Sportsachen. Das Paar begeisterte mit Ausstrahlung und Leidenschaft und gab jede Menge Profitipps. Mit dabei waren bei dem Festival aber auch zahlreiche Weltmeister und bekannte Größen der Tanzszene wie Marek Kosaty, Robert Royston, Melissa Ortiz-Gomez und Roman Frieling.
Ihr habt jetzt Lust aufs Tanzen bekommen? Die Freiburg-Edition des Festivals vom 30. Juli bis 2. August im Ballhaus Freiburg bietet wieder jede Menge Workshops und Shows. Das nächste Euro Dance Festival findet dann vom 9. bis 14. Februar 2027 im Europa-Park statt. Übrigens: Am Freitag startet die neue Staffel „Let’s Dance“, natürlich ist Motsi Mabuse wieder als Jurorin dabei. Aufs Parkett wagen sich unter anderem Schauspielerin Esther Schweins, Schlagersängerin Anna-Carina Woitschack und Model Betty Taube.
Motsi Mabuse und ihr Ehemann Evgenij Voznyuk zeigten bei den Workshops ihr Können. Foto: Valentin Behringer
Jutta Götzmann leitet seit 2023 die Museen Freiburg. Foto: Marc Doradzillo
Am Wochenende werden nach Ende des dritten und letzten Bauabschnitts die größten Ausstellungsflächen des Augustinermuseums im Konventgebäude und im Gewölbekeller neu eröffnet. Damit endet nicht nur eine lange Bauphase, sondern es bieten sich auch viele neue Perspektiven, wie Jutta Götzmann, Leitende Direktorin Museen Freiburg, im Interview mit Heike Schwende erklärt.
Frau Götzmann, was wird den Museumsbesuchern als größte Veränderung ins Auge springen?
Jutta Götzmann: Bislang war die Ausrichtung stark auf Kunst in sakralem Kontext fokussiert. Die größte Veränderung ist nun die Ergänzung um Sammlungen, die aus bürgerlichem Engagement hervorgegangen sind: stadt- und kulturgeschichtliche Bestände, Alltagskultur und Kunsthandwerk. Dazu zählen auch große Sammlungen der Goldschmiedekunst und Textilien. Dieses breite Spektrum, das jahrelang kaum oder nur in kleiner Auswahl zu sehen war, ist nun in einer wohldosierten Auswahl von mehr als 700 Objekten vertreten. Damit fächern wir die Themen und die Reichweite des Hauses deutlich breiter auf und generieren für unterschiedliche Zielgruppen einen spannenden Rundgang.
Wie verhält es sich mit den Objekten zur Stadtgeschichte, die jetzt vom Wentzingerhaus ins Augustinermuseum gezogen sind?
Jutta Götzmann: Die Stadtgeschichte orientiert sich vollkommen neu und ist in das Gesamtkonzept des Augustinermuseums integriert. Wir arbeiten mit einem Zeitstrahl in einer Großvitrine, der mit der Stadtgründung beginnt und bis in die Gegenwart reicht. Unser jüngstes Objekt ist der Nachbau eines Fahrradzählers, der auf die nachhaltige Mobilität in Freiburg verweist. Insgesamt stärken wir mit der Neuausrichtung – und besonders mit der Stadtgeschichte – nicht nur die Vergangenheitsperspektive, sondern orientieren uns aktualitätsbezogen und richten auch Fragen an die Zukunft. Der neue Ausstellungsbereich „FREI_Raum“ greift die Themen der Stadt und Stadtgesellschaft auf und hinterfragt sie kritisch. Wir wollen mit dem Museum und unseren Besuchenden auch Visionen für die Zukunft entwickeln.
Mit 700 Objekten bietet das neue Augustinermuseum ein breites Spektrum. Foto: Marc Doradzillo
Um was handelt es sich beim „FREI_Raum“?
Jutta Götzmann: Der FREI_Raum umfasst drei Räume im zweiten Obergeschoss, die bei meinem Amtsantritt 2023 keine Funktion und keine Finanzierung hatten. Mein Anliegen war, das Gesamthaus Augustinermuseum mit einem Konzept für alle Räume zu eröffnen. So entstand die Idee für einen Wechselausstellungsbereich mit Möglichkeiten zur Partizipation. Der FREI_Raum wird jährlich bespielt und entwirft Perspektiven: Was bewegt Freiburg heute und morgen? Die erste Ausstellung widmet sich der langen Sanierung, reflektiert sie, blickt zurück und denkt voraus. Nicht nur hier tritt das Museum in einen Dialog mit der Stadtgesellschaft, macht den Kulturstandort niedrigschwellig und öffnet ihn für Menschen, die sich einbringen möchten.
Gibt es darüber hinaus Neuerungen?
Jutta Götzmann: Generell verwenden wir stärker Medien und eine multimediale Unterstützung. Hands-on-Stationen geben den Menschen eine aktivere Rolle. Man kann eigene Objekte einbringen – als Einzelperson, Gruppe oder Verein; dafür sind Vitrinen vorgesehen. Zudem laden wir beispielsweise im Bereich Protest & Revolution oder in Religion & Klosterleben zur aktiven Beteiligung ein: Wofür würde man selbst auf die Straße gehen? Welche eigenen Vorstellungen von Religion hat man? Solche Beiträge können sukzessive Teil des Museums werden.
Inwiefern ist das Konventgebäude selbst Teil des Museumserlebnisses?
Jutta Götzmann: Im Unterschied zum ersten Bauabschnitt, dem großen Kirchenschiff, wo eine mittelalterliche Gebäudehülle ein hochmodernes Ausstellungsinterieur aufnimmt, treten die Besuchenden im dritten Bauabschnitt in einen direkten Dialog mit dem Gebäude. Unterschiedliche Entstehungszeiten sind an Wänden, Putzen und freigelegten Befunden ablesbar – sie wurden nicht kaschiert, die Wandflächen stehen vielmehr bewusst als Gesprächspartner zur Verfügung. So erzählt das Haus seine eigene Geschichte.
Wie wird der längere Aufenthalt im Museum komfortabler – Stichwort Pausen?
Jutta Götzmann: Das Museum ist durch die Verbindung aller drei Bauabschnitte sehr weitläufig geworden. Vom ersten Geschoss über die Glasmalerei gelangt man nahtlos in die Stadt- und die Münsterbaugeschichte – Verbindungen, die es so bisher nicht gab. Entsprechend haben wir gute Lounge-Möglichkeiten vorgesehen. Im Bereich der Hausgeschichte gibt es bequeme, gepolsterte Zonen; dort kann man an Tablets in die Inhalte eintauchen oder einfach pausieren. Im ersten und zweiten Obergeschoss bieten sogenannte Schwarzwaldblicke offene Fensterbereiche, der Kreuzgang wurde umfassend bearbeitet und ist ein sehr schöner Ort des Verweilens. Unser neues Café Kien bietet Sitzmöglichkeiten im Café, im Kreuzgang und im Zinnengarten. Es gibt eine kleine, feine Speisekarte mit Mittagstisch, Getränken, Snacks sowie Kaffee und Kuchen. Solche Pausen sind nötig – bei einer Gesamtfläche von 6.000 Quadratmetern, wie man sie sonst eher von großen Landesmuseen kennt.
Patrik Cerveny ersetzte Fabian Hegmann im EHC-Tor. Foto: Berger
Ohne Goalie Fabian Hegmann, der beim Punktgewinn nach Penaltschießen gegen Spitzenreiter Krefeld (3:4) verletzt vom Feld musste, gastierte der EHC Freiburg in der DEL 2 am Sonntag in Rosenheim – und verlor 1:5 (0:1; 1:2; 0:2). Freiburgs Trainer Juraj Faith sprach hinterher von einem „grausamen Ergebnis“.
Der größte Unterschied sei gewesen, dass Rosenheim seine Chancen genutzt habe, „und wir nicht“, so Faith. Gästetrainer Jari Pasanen attestierte den Freiburgern, vor allem Ende des ersten Drittels am Drücker gewesen zu sein. „Da hätte Freiburg locker drei Tore schießen können. Jurajs Mannschaft war hungrig. Wir wussten, dass sie die Punkte brauchen“, sagte der Rosenheimer Trainer, der mit seiner eigenen Mannschaft hart ins Gericht ging. Denn auch im zweiten Drittel strahlte Freiburg Gefahr aus – doch nur Nikolas Linsenmaier traf zum zwischenzeitlichen 1:1 für die Wölfe.
Im Endspurt der Hauptrunde sind die Wölfe am Freitag zu Gast in Regensburg (20 Uhr). Am Sonntag (18.30 Uhr) bestreitet der EHC schließlich gegen Ravensburg das erste von drei verbliebenen Hauptrundenspielen – allesamt vor eigenem Publikum.
Saisonaus Eero Elo
Entwarnung gab der EHC inzwischen bei Hegmann. Eine schwerwiegendere Verletzung liege nicht vor, der Verein geht von einer Rückkehr des Goalies in der kommenden Woche aus. Stürmer Eero Elo steht dagegen vor dem vorzeitigen Saisonaus. Der Finne musste am Dienstag nach einer Schulterverletzung operiert werden.
Freuten sich bei der Spendenübergabe über 60.000 Euro für den guten Zweck (v.l.): Hans-Georg Kaiser, Hanns-Georg Schell (beide Lions Club), OB Martin Horn, Hartmut Lamparter (Lions Club), Mara Roth, Sabrina Lübow (beide SKF), Joachim Jäckle (Lions Club), Christian Streich und Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach. Foto: Thomas Kunz
Für den guten Zweck hat Ex-SC-Trainer Christian Streich im vergangenen Jahr eine Weihnachtskugel für den Lions Club Freiburg gestaltet. Und die kam richtig gut an: 9.000 der Kugeln wurden verkauft – ein Rekord. Dadurch kam ein Erlös von 60.000 Euro zusammen. Der geht an drei Organisationen für den guten Zweck – unter anderem an „Ärzte ohne Grenzen“.
Bei der Spendenübergabe am vergangenen Donnerstag verriet der Kult-Trainer, dass die Gestaltung der rot-weißen Kugel ein Familienprojekt war: Sein nach eigener Aussage „mittelschöner“ Entwurf wurde von seiner Schwiegermutter noch etwas optimiert. Vor ihm hatten schon Sänger Max Mutzke und Ex-SC-Spieler Nils Petersen eine eigene Weihnachtskugel für den guten Zweck gestaltet. Christian Streich wollte wenigstens „ein paar Kugeln mehr verkaufen als der Nils“, scherzte er laut BZ. Das ist ihm gelungen!
„House of Yang“ ist eine sechsteilige Mystery-Serie mit Horror-Elementen, die in einer abgeschiedenen Ecke des Schwarzwaldes in einem alten Haus spielt. Foto: SWR
Nachschub für Serienfans: Der Schwarzwald wurde zur Kulisse für „House of Yang“ – eine sechsteilige Mystery-Serie mit Horror-Elementen, die in einer abgeschiedenen Ecke des Schwarzwaldes in einem alten Haus spielt, in dem sich die Geschichte einer deutsch-chinesischen Familie über drei Generationen hinweg erstreckt. Darum geht’s: Zwei Mädchen verschwinden aus einem Haus – das erste 1949, das zweite 1999. Beide tauchen nie wieder auf. Als Jessie (Elisa Hofmann) das Haus erbt, begreift sie zu spät, welche Gefahr darin lauert. Inmitten von schleichendem Horror und unerklärlichen Ereignissen stellt sich die Frage: Sind wir dazu verdammt, die tragischen Fehler unserer Eltern und Großeltern zu wiederholen?
Das Konzept zu „House of Yang“ war 2024 Sieger des Ideenwettbewerbs „Tief im Südwesten“, den der SWR für die beste Idee zu einer originären und im Südwesten verorteten Serie ausgeschrieben hatte. Mit dem aufregenden Genre und dem Setting Schwarzwald setzten sich die Produktionsfirma „Wood Water Films” und Showrunnerin Stefanie Ren gegen 180 Mitbewerber durch. Neben Elisa Hofmann sind in weiteren Rollen Purmina Grätz, Linda Chang, Emma Bading, Andrea Guo, Ursula Werner, Antonia Bill, Max Woelky, Christian Kerepeszki, Vladimir Burlakov, Xue Lili Pautze, Clara Jaschob und Mengran Huang zu sehen
Bei der Berlinale kam die sechsteilige Serie ziemlich gut an. Klingt auf jeden Fall sehenswert für Horrorfans. Allerdings müssen wir uns noch etwas gedulden. „House of Yang“ ist voraussichtlich ab dem Herbst/Winter in der ARD-Mediathek verfügbar.
Seit rund einer Woche ist Freiburgs erste Ramadan-Beleuchtung im Seepark in Betrieb. Foto: Thomas Kunz
Die Aktion einer mutmaßlich rechtsextremen Gruppe gegen die Ramadan-Beleuchtung im Seepark ruft ein breites Bündnis auf den Plan: Christliche, muslimische und jüdische Gemeinden sowie Politiker und der Oberbürgermeister Freiburgs bekennen sich klar zu der Beleuchtung. Die Polizei sucht außerdem Zeugen der beiden Vorfälle.
Gleich zweimal wurde am vergangenen Wochenende die Beleuchtung zum Fastenmonat Ramadan im Seepark zum Ziel von Aktionen vermutlich politisch motivierter Personen. Am Samstagvormittag gegen 11.15 Uhr hatte ein Unbekannter die Kabel der öffentlichen Beleuchtung durchtrennt. Laut eines Zeugen trug der Tatverdächtige Jeans, dunklen Parka, schwarze Schuhe sowie Lederhandschuhe und sei mit einem Schlauchschal vermummt gewesen. Und am Sonntag überdeckten drei Personen die Beleuchtung mit einem Banner an der Beleuchtung und filmten sich auch dabei. Hinter der Aktion steckten mutmaßlich Anhänger der rechtsextremen Identitären Bewegung. Die Polizei bittet in beiden Fällen um Zeugenhinweise (Tel. 0761/882-2880). Es ist es das erste Mal, das Freiburg anlässlich des muslimischen Fastenmonat in Freiburg eine öffentliche Beleuchtung errichtet hatte.
„Wir verurteilen die Beschädigung aufs Schärfste“, so Oberbürgermeister Martin Horn am Dienstag in einer Pressemitteilung. „Solche Aktionen zielen auf Spaltung, aber das lassen wir nicht zu.“ Freiburg sei eine vielfältige Stadt, ein Drittel habe einen internationalen Hintergrund. Alle gehörten dazu, unabhängig von Glauben und Herkunft.
„Wir Musliminnen und Muslime sind ein fester Teil von Freiburg. Wir verurteilen den Angriff auf unsere Ramadan-Beleuchtung, denn sie steht für unseren selbstverständlichen Platz in dieser Stadt“, so Hüseyin Özbek, stellvertretend für vier Freiburger Moschee-Gemeinden. „Hass hat weder in Freiburg noch irgendwo sonst einen Platz. Wir stehen gemeinsam für ein respektvolles Miteinander ein.“ Was passiert sei, mache besonders muslimischen Frauen Angst, sagt Senay Awad vom Sozialdienst muslimischer Frauen. „Viele haben eine Fluchtgeschichte hinter sich; da kommen jetzt wieder große Ängste hoch.“
Auch die jüdischen Gemeinden in Freiburg verurteilen die Beschädigung. „Wir als jüdische Gemeinde waren auch in der jüngsten Vergangenheit immer wieder Angriffen ausgesetzt. Ob links, rechts oder vermeintlich religiös motiviert – gemeinsam liegt den Angriffen eine extremistische und intolerante Haltung zugrunde“, so Nikita Nikischin von der Israelitischen Gemeinde. Ein demokratisches Miteinander in Vielfalt sei darum mehr als nur Bekenntnis. „Es ist unsere Existenzgrundlage. Als Juden, Christen und Muslime müssen wir uns solchen Angriffen stets gemeinsam entgegenstellen.“
Die Ramadan-Beleuchtung ist ein erstes Projekt des Interreligiösen Austauschs in Freiburg. Zu diesem hatte Oberbürgermeister Horn im vergangenen November erstmals muslimische, jüdische und christliche Gemeinden gemeinsam an einen Tisch ins Freiburger Rathaus geladen.
„Wir stehen dafür ein, dass Religion nicht spaltet“, sagt Angela Heidler, Dekanin der evangelischen Kirche in Freiburg. „Ziel ist ein stabiles Miteinander, nicht nur ein friedliches Nebeneinander, wie es unsere Religionsfreiheit im Grundgesetz garantiert. Unser Miteinander darf durch solche bewussten Beschädigungen nicht gespalten werden.“
Die Beleuchtung im Seepark sei ein Zeichen der Wertschätzung der rund 13.000 Menschen muslimischen Glaubens in Freiburg. „Ich selbst bin Christ und Pfarrerssohn, das ist kein Geheimnis“, so OB Horn. „Die Ramadan-Beleuchtung nimmt mir als Christ meinen Glauben nicht weg. Im Gegenteil: Es wird sichtbar, dass es Gemeinsames gibt. Die christliche wie die muslimische Fastenzeit dienen der Besinnung. Und wir teilen die Aufforderung zur Nächstenliebe.“
Katholische Kirche: „Erteilen Aktionen wieder klare Absage“
„Das Bekenntnis zur Nächstenliebe zieht sich durch alle Weltreligionen“, sagt auch der stellvertretende Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde Freiburg i.Br., Siegfried Huber. „Wir teilen gemeinsame Werte und begrüßen das Miteinander der Gemeinden ausdrücklich. Über den Interreligiösen Austausch stehen wir als Katholische Kirche mit muslimischen Gemeinden in guter Verbindung. Wir setzen uns nachdrücklich für die in Freiburg bereits erlebbare Offenheit gegenüber allen Religionen ein – und erteilen Aktionen wie dieser eine klare Absage. Als christliche Kirche lassen wir uns nicht diktieren, was christlichen Glauben ausmacht.“
Im Rahmen des Interreligiösen Austauschs sind weitere Projekte geplant, wie etwa gegenseitige Besuche jüdischer und christlicher Gemeinden zu Pessach und Gründonnerstag. Auch gemeinsame kulturelle und soziale Projekte sowie Aktionen mit Jugendlichen seien denkbar, so Vertreter jüdischer und muslimischer Gemeinden. Genau das sei Ausdruck unserer freiheitlich-demokratischen Kultur, und nicht ihre Unterwanderung oder ihr Untergang, so Horn.
„Demokratie zu leben, bedeutet andere Ansichten und Lebensweisen zu tolerieren, auch – oder gerade – wenn dies nicht der eigenen Meinung, den eigenen Werten, oder der eigenen Orientierung entspricht“, so Nicole Elias von der Egalitären Jüdischen Chawurah Gescher Gemeinde. „In Zeiten, in denen Demokratie und friedliches Zusammenleben von so vielen Seiten bedroht zu sein scheint, ist es für uns alle umso wichtiger zusammenzustehen und Toleranz zu üben, uns als Menschen zu sehen und gegenseitig unsere Bedürfnisse anzuerkennen und zu respektieren. Nicht Hass und Hetze gehören in den Fokus, sondern Mensch und Miteinander.“
Gemeinderäte: „Unser Zusammenhalt lässt sich nicht erschüttern“
Auch von Freiburger Politikern kam eine klare Ablehnung der Sabotageaktion – unter anderem der Freiburger Bundestagsabgeordnete der Linken, Vinzenz Glaser verurteilte die Vorfälle. Die Linke rief für Mittwoch-Nachmittag außerdem zu einer Solidaritätskundgebung auf dem Betzenhauser Torplatz auf. Ein breites Bündnis von Freiburger Gemeinderäten äußerte sich am Dienstag ebenfalls in einem Pressestatement. So sagte Karim Saleh von der Fraktion der Grünen: „Die Sabotage der Ramadan-Beleuchtung und ihre Instrumentalisierung für rechtsextreme Propaganda kommen nicht überraschend. Sie bestärken uns darin, die Sichtbarkeit muslimischen Lebens in Freiburg und in Deutschland weiter zu normalisieren. Zugleich bestärken sie uns darin, weiter entschieden gegen antimuslimischen Rassismus vorzugehen.“ Arno Heger, Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion erklärte, die CDU-Fraktion habe „keinerlei Verständnis für den Anschlag auf die Ramadanbeleuchtung, er ist ein Angriff auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt und auf die Religionsfreiheit in unserem Land und in unserer Stadt. Wer religiöse Symbole beschädigt, greift die Werte unseres Grundgesetzes an.“ Julia Söhne, Fraktionsvorsitzende von SPD+JF pflichtet bei: „Solche Taten zielen lediglich darauf ab, Aufmerksamkeit für extremistische Ideologien zu erzeugen – aber unser Zusammenhalt in Freiburg lässt sich davon nicht erschüttern, und wir hoffen, dass die Täter gefasst und zur Verantwortung gezogen werden.“
„Ja geht’s noch?“
Sascha Fiek, Fraktionsvorsitzender der FDP/BfF-Fraktion sagte: „Die FDP/BFF Fraktion verurteilt die Angriffe auf die Ramadan Beleuchtung im Seepark aufs Schärfste. Diese Tat ist ein Angriff auf unser friedliches Zusammenleben und die Werte unserer Demokratie. Freiburg steht für Freiheit, Toleranz und Respekt – für alle Menschen, unabhängig von Religion und Herkunft. Wir erwarten eine konsequente Aufklärung und stellen uns klar an die Seite unserer muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger.“ Gregor Mohlberg, Esfa-Fraktionsvorsitzender, sagt: „Die Ramadan-Beleuchtung im Seepark ist nur ein kleines Zeichen der religiös-kulturellen Vielfalt in Deutschland. Und dennoch ruft es den rechten Mob sofort auf den Plan, mit Übergriffen, rassistischer Hetze und den absurdesten Verschwörungstheorien, bis hin zur steilen These, es gäbe mittlerweile kaum mehr Bratwurst in Deutschland. Ja geht´s noch!?!“ Kai Veser, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler erklärte, man verurteile „jegliche Form von Sachbeschädigungen und Gewalttaten, unabhängig davon, ob sie politisch motiviert sind – sei es von rechts oder links – oder einfach aus Unfug heraus begangen werden.“ Auch Einzelstadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler von Freiburg Lebenswert äußert sich und sagt: „FL lehnt Sachbeschädigungen, die ideologische Gründe haben, genauso ab wie Gewalt gegen Personen, die anderer Meinung sind“. Und die Gruppe Kultur/Inklusion erklärt, die Tat sei „Ausdruck von Feigheit, Unkenntnis, Intoleranz und Überheblichkeit.“
Sie stellten die aktuellen Zahlen vor (v.l.n.r.): Armin Bohnert (Leitender Polizeidirektor Kriminalpolizei), Nobert Schneider (Polizeipräsident) und Uwe Oldenburg (Polizeivizepräsident). Foto: Enya Steinbrecher
Rund 22.000 Straftaten ereigneten sich im Stadtkreis Freiburg im Jahr 2025 – die Tendenz ist damit rückläufig. Mehr Prävention und eine erhöhte Anzeigenbereitschaft lassen vielerorts das Dunkelfeld schrumpfen. Trotzdem gibt es örtliche und strafrechtliche Schwerpunkte.
Ein Drittel der Straftaten im Bereich des Polizeipräsidiums Freiburg spielt sich im Stadtkreis Freiburg ab. Hier stechen vor allem drei Kriminalitätsschwerpunkte heraus: das Bermuda-Dreieck, der Stühlinger Kirchplatz sowie der neue Drogenkonsumplatz an der Stefan-Meier-Straße.
Nach wie vor sind über 50 Prozent der Straftaten Vermögensdelikte oder Sachschäden. Die Anzahl von tatverdächtigen Jugendlichen unter 21 Jahren sinke stärker als im Landesvergleich, so Polizeipräsident Norbert Schneider. Auch der Anteil an Ausländern an den Tatverdächtigen sei stark rückläufig. Gerade bei jugendlichen Tätern sinke auch die Zahl der Taten unter Alkoholeinfluss. Entwarnung möchte Armin Bohnert, Leiter der Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums, aber nicht geben: Das Leben der Jugendlichen verlagere sich vom öffentlichen Raum mehr ins Internet. Die Jugendlichen, die Straftaten begehen, seien häufig auffällig und psychisch stark angeschlagen. Und: „Die Tatverdächtigen werden tendenziell jünger.“
Neun Straftaten gegen das Leben gab es im Stadtkreis Freiburg im vergangenen Jahr. Über 97 Prozent werden aufgeklärt, und nur in 29 Prozent der Fälle gelingt der Versuch überhaupt. Viele der Delikte finden im partnerschaftlichen Bereich statt: „Nur wenige Menschen fallen in der Öffentlichkeit einem Fremden zum Opfer.“
Einen Rückgang von 18,8 Prozent gibt es bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung – von Vergewaltigung bis zur Verbreitung von pornografischen Schriften. Und auch hier verlagert sich viel ins Internet. Ein Problem ist auch die Anzeigenbereitschaft: Nur etwa fünf Prozent der Opfer zeigen die Täter an. Gerade Vergewaltigungen innerhalb einer Partnerschaft würden häufiger angezeigt als noch vor wenigen Jahren.
Häusliche Gewalt als Problem
Auch Gewaltdelikte werden oft angezeigt und häufig aufgeklärt: 3.271 Fälle wurden 2025 zur Anzeige gebracht. In der Hälfte der Fälle waren die Täter polizeibekannt, oft gab es Vorbeziehungen. Die Koordinierungsstelle für häusliche Gewalt erhöhe die Anzeigenbereitschaft, so Polizeivizepräsident Uwe Oldenburg. Das sogenannte „beschleunigte Verfahren“ zeigt Wirkung bei Körperverletzungen und Sachbeschädigungen. Insgesamt sanken die Zahlen um 14,4 Prozent auf 10.558 Fälle. „Die Strafe folgt nun auf dem Fuß“, so Oldenburg.
Einen Anstieg gab es im Bereich der Messerangriffe um 1,4 Prozent. Trotzdem sieht man die messerfreien Zonen positiv, denn Messer seien je nach Gebrauch noch gefährlicher als eine Schusswaffe, bei der irgendwann zumindest das Magazin leer sei. 42 Prozent der Messerangriffe finden im öffentlichen Raum statt, so Oldenburg. Generell handle es sich bei Messergewalt oft um Szenegewalt. Jedes Messer, das man sicherstellen könne, verringere die Gefahr eines Angriffs, denn: „Wer ein Messer einsteckt, setzt es im Zweifel auch ein“, so Schneider.
Nach einem Hoch an Wohnungseinbrüchen in den Jahren 2018 und 2019 seien diese in den Coronajahren stark zurückgegangen und hätten bis heute das Niveau nicht mehr erreicht. Viel Zeit steckt die Polizei hier in Prävention, ebenso bei Anrufstraftaten: Rund 86 Prozent bleiben hier im Versuchsstadium stecken, so Bohnert. Trotzdem entstand 2025 dadurch ein Schaden von 3,1 Millionen Euro. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein. Und: In Zukunft dürfte sich das Feld weiter wandeln, denn KI sei „noch nicht durchgeschlagen“, so Bohnert.
Um 37,4 Prozent zurückgegangen seien die Rauschgiftdelikte – unter anderem wegen des Cannabiskonsumgesetzes, wobei auch hier noch die legale Bezugsquelle fehle. Probleme stelle man vor allem mit Kokain und Amphetaminen fest. Die Befürchtungen, die man in Verbindung mit dem Cannabiskonsumgesetz gehabt habe, seien „nicht eingetreten“, so Bohnert.
In Freiburg ein Dauerbrennerthema seien auch Fahrraddiebstähle – 2025 mit einem Anstieg von 16 Prozent. Ärgerlich sei, dass viele Menschen keinen Eigentumsnachweis oder die Rahmennummern vorlegen könnten, sodass Fahrräder nicht zugeordnet werden können. Gerade durch den Klau von Pedelecs lässt sich Geld machen – und meist werden sie nach Osten verkauft. In naher Zukunft soll nach gestohlenen Rädern im ganzen Schengenraum gefahndet werden können.
Auf einem stets hohen Niveau rückläufig sei die Gewalt gegen Polizeibeamte: Bei 1.465 Angriffen wurden im Vorjahr 235 Beamtinnen und Beamte verletzt. Gefährlich seien vor allem alkoholisierte Männer oder Männer in schlechter psychischer Verfassung. Hier schlagen die neuen Taser durch: „Die Androhung genügt oft“, so Oldenburg.
Das Scan-Fahrzeug überprüft mit einem präzisen GPS-System und optischen Sensoren Fahrzeuge, die auf
öffentlichen Flächen abgestellt sind. Foto: Schuh
Das neue Scan-Fahrzeug wird zweimal für jeweils zwei Wochen in Freiburg unterwegs sein. Pilotgebiet ist der Stadtteil Brühl westlich der Zähringer Straße. Hier soll es Falschparker, die beispielsweise im Halteverbot stehen, erkennen, aber auch Fahrzeuge, die ohne Berechtigung abgestellt sind. In der ersten Phase steht der technische Ablauf im Fokus, da wird es noch keine Knöllchen für Falschparker geben, die vom Scan-Car entdeckt wurden. Aber parallel dazu werden Kontrolleure zu Fuß unterwegs sein.
Jeder fünfte Unfall in einer Stadt hängt mit dem ruhenden Verkehr zusammen, betonte der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann, der am Montag beim Pressetermin dabei war. „Es geht um mehr Sicherheit und regelkonformes Parken, Ziel ist es nicht, möglichst viele Bußgeldbescheide zu generieren“, so der Minister. Die wird es trotzdem geben, denn bis zu 1.000 parkende Fahrzeuge pro Stunde kann das Auto überprüfen. Ein Kontrolleur, der zu Fuß unterwegs ist, schafft in dieser Zeit nur etwa 50.
Das Fahrzeug ist normal im Straßenverkehr unterwegs und scannt mit einem präzisen GPS-System und optischen Sensoren Fahrzeuge, die auf öffentlichen Flächen abgestellt sind. Diese werden automatisch mit hinterlegten Parkberechtigungen und Regelungen abgeglichen. Nach drei Minuten dreht das Fahrzeug eine weitere Runde in derselben Straße, um zu überprüfen, ob die Fahrzeuge auch wirklich geparkt wurden oder jemand nur kurz angehalten hat.
Die registrierten Daten wie das Kennzeichen werden gleich verschlüsselt und anonymisiert. Nur wenn falsch geparkt wurde, werden die Daten ans Amt für öffentliche Ordnung übermittelt. „Diese werden dann von einem Mitarbeiter nochmal überprüft“, so Bürgermeister Stefan Breiter. Personen würden automatisch verpixelt. „Fairness im öffentlichen Straßenraum, das ist unser Ziel. Viele Freiburger Stadtteile leiden unter einem zunehmend hohen Parkdruck. Der Gemeindevollzugsdienst tut bereits sein Bestes, aber auch wenn die Kollegen alles geben – irgendwo enden die Kapazitäten“, so Stefan Breiter weiter. Außerdem sei es generell schwierig, Personal zu finden, das bei Wind und Wetter unterwegs ist und bei den Kontrollen teilweise auch noch beschimpft werde.
Die Kosten des Pilotprojekts in Freiburg trägt das Verkehrsministerium Baden-Württemberg. Diese liegen bei rund 90.000 Euro. Wenn alle Ergebnisse ausgewertet sind, soll entschieden werden, ob Freiburg künftig eigene Scan-Fahrzeuge anschaffen soll. Ein solches kostet rund 120.000 Euro. „Diese Ausgabe hätte sich nach ein bis zwei Jahren amortisiert“, so Winfried Herrmann. Dafür müsste es dann auch moderne Parkscheinautomaten geben, bei denen die Autonummer registriert wird. Auch Anwohnerparkausweise oder Sonderberechtigungen – beispielsweise von Handwerkern – müssten in einer Datenbank hinterlegt sein, so Projektleiter Simon Greif.
Freiburg bildet nach Hohenheim, Heidelberg, Mannheim und Waldshut-Tiengen den Abschluss des Pilotprojekts. Eine erste Bilanz aus Heidelberg gibt es bereits: „Hier konnten die Scan-Fahrzeuge voll überzeugen. Hier ist die digitale Parkraumkontrolle deutlich schneller und damit auch kostengünstiger als die herkömmliche Kontrolle zu Fuß.“ Sollte die Stadt Freiburg Scan-Fahrzeuge anschaffen, werde das Personal aber nicht weniger, „das wird sich in den Innendienst verlagern“, so Stefan Breiter. Denn die deutlich höhere Anzahl der Bußgeldbescheide müsse ja auch abgearbeitet werden.
Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann und Bürgermeister Stefan Breiter stellten das Scan-Fahrzeug bei einem Pressetermin am Montag vor. Foto: Schuh