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Liebe und Wahnsinn: Der Horrorfilm „Die my Love“ mit Jennifer Lawrence

Grace (Jennifer Lawrence) fühlt sich als Mutter allein gelassen.Grace (Jennifer Lawrence) fühlt sich als Mutter allein gelassen. Foto: Mubi/Kimberly French

Die renommierte Filmemacherin Lynne Ramsay („A Beautiful Day“) zeichnet das schonungslose Porträt einer Frau, die von Liebe und Wahnsinn verschlungen wird.

Der Film folgt Grace (Jennifer Lawrence) und Jackson (Robert Pattinson), die in ein altes Haus auf dem Land gezogen sind. Grace will hier die „Great American Novel“ schreiben. Schon bald bekommen die beiden ein Baby. Doch während Jackson häufig abwesend ist und der Druck des Familienlebens auf Grace lastet, beginnt sie zusehends zu zerfallen – und hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Adaptiert nach Ariana Harwicz’ gefeiertem Roman und mit Sissy Spacek, LaKeith Stanfield und Nick Nolte in den Nebenrollen, markiert dieser furchtlose Film über die Komplexität der Liebe und ihre Verwandlungen im Laufe der Zeit.

DEL 2: EHC Freiburg trennt sich von Cheftrainer Martin Stloukal

EHC FreiburgSportliche Krise: Martin Stloukal muss seinen Platz an der Bande beim EHC Freiburg räumen. Foto: Detlef Berger

Martin Stloukal ist ab sofort nicht mehr Cheftrainer der Wölfe Freiburg. Der Tabellenletzte der DEL 2 reagiert damit auf die sportliche Misere nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge.

Die Trennung von Stloukal, der erst seit Februar beim EHC Freiburg im Amt war, machte der Verein am Freitag in einer Pressemitteilung öffentlich. Der EHC habe die Entscheidung „nach eingehender Analyse und intensiven Gespräch mit Martin Stloukal getroffen“. Weiter heißt es, der Verein sei davon überzeugt „dass ein Neuanfang notwendig sei, um für den restlichen Saisonverlauf eine positive Entwicklung zu ermöglichen.“

Von den bisher 14 Saison-Spielen konnten die Wölfe erst drei gewinnen. Zuletzt gab es fünf Niederlagen in Serie. Bereits am vergangenen Montag hatte der EHC Freiburg die vorübergehende Freistellung von Sportdirektor Peter Salmik bekanntgegeben, den der Verein bis einschließlich 12. November von seinen Aufgaben entband. Nach Ablauf dieser Freistellung wolle sich die Vereinsführung mit dem Sportdirektor zusammensetzen, „um das weitere Vorgehen einer Zusammenarbeit zu erörtern“.

Neuer Interims-Coach der Mannschaft wird Nachwuchstrainer Martin Sekera. Der frühere Wölfe-Kapitän Simon Danner, der im vergangenen Jahr seine Spielerkarriere beendete, werde ihm dabei unterstützend zur Seite stehen. Der Verein teilte außerdem mit, dass bereits Gespräche über einen Nachfolgelösung für Martin Stloukal geführt würden. In Kürze werde der EHC Freiburg weitere Informationen mitteilen. Martin Stloukal war nach Peter Russell, Robert Hoffmann, Mikhail Nemirovsky und Timo Saarikoski bereits der fünfte EHC-Trainer seit 2021.

Streit unter Nachbarn in Freiburg-Betzenhausen endet mit zerbrochener Fensterscheibe

PolizeiEin handfester Streit zwischen Nachbarn in Betzenhausen wurde zu einem Fall für die Polizei. Symbolfoto: Adobe.Stock

Im Freiburger Stadtteil Betzenhausen ist in der Nacht ein Streit zwischen zwei Männern in einem Wohnhaus eskaliert. Beide verletzen sich bei der Auseinandersetzung und wurden medizinisch versorgt. Die Polizei ermittelt.

In der Nacht auf Freitag wurde die Polizei gegen 2:15 Uhr zu einer Streitigkeit in einem Wohnhaus in der Freytagstraße im Freiburger Stadtteil Betzenhausen gerufen.

Beim Eintreffen vor Ort stellte die Polizeistreife zunächst lediglich Blutspuren im Treppenhaus des besagten Wohnhauses fest. Im weiteren Verlauf konnten zwei Hausbewohner im Alter von 19 und 29 Jahren als am Streit Beteiligte ausfindig gemacht werden.

Wie sich im Rahmen der Sachverhaltsaufnahme herausstellte, habe sich zwischen den beiden Männern im Treppenhaus zunächst ein verbaler Streit ereignet, der kurz darauf in einer körperlichen Auseinandersetzung endete. Dabei sei eine Glasscheibe im Treppenhaus beschädigt worden, an der sich mutmaßlich beide Personen verletzten.

Die beiden Männer mussten anschließend durch den ebenfalls hinzugerufenen Rettungsdienst versorgt werden.

Das Polizeirevier Freiburg-Nord hat den Sachverhalt aufgenommen und ermittelt nun wegen des Verdachts der wechselseitigen Körperverletzung.

Starker Auftritt in Südfrankreich: SC Freiburg siegt 3:1 bei OGC Nizza

SC FreiburgDer SC Freiburg feiert den nächsten Sieg in der Europa League. Foto: Detlef Berger

Der SC Freiburg bleibt international auf Erfolgskurs. In der Europa League holte die Schuster-Elf am Donnerstagabend einen wichtigen 3:1 (3:1)-Auswärtssieg bei OGC Nizza.

In einem spannenden Europa-League-Auftritt auf fremdem Boden hat der SC Freiburg mit 3:1 (3:1) gesiegt und damit einen großen Schritt Richtung K.o.-Phase gemacht. Nach dem frühen Rückstand durch Kevin Carlos (25.) drehten die Freiburger binnen weniger Minuten das Spiel: Zuerst besorgte Johan Manzambi in der 29. Minute den Ausgleich, ehe kurz vor der Pause Vincenzo Grifo nach einem Foul an Yuito Suzuki per Elfmeter die 2:1-Führung (39.) erzielte. Schließlich erhöhte Derry Scherhant nach Zuspiel von Matthias Ginter und mit einem platzierten Schuss ins lange Eck zum 3:1-Pausenstand.

Im zweiten Durchgang verteidigte der SC clever und ließ kaum noch etwas zu. Nizza bemühte sich vor allem in der Anfangsviertelstunde, kam aber gegen die gut organisierte Freiburger Defensive kaum zu zwingenden Chancen. „Wir haben eine sehr, sehr gute erste Halbzeit gespielt. Wir sind jetzt sehr gut dabei in der Europa League und wollen dranbleiben“, sagte Abwehrchef Matthias Ginter nach dem Spiel gegenüber RTL.

Mit dem Sieg eroberte Freiburg am Donnerstag vorübergehend Platz zwei in der Gruppe und hat beste Chancen auf das Weiterkommen. Der nächste Gegner in der Europa League ist Viktoria Pilsen am 27. November im Auswärtsspiel in Tschechien. Am kommenden Sonntag (15.30 Uhr / DAZN) empfängt der SC in der Fußball-Bundesliga den FC St. Pauli.

Aktivisten pinseln in Freiburg Radstreifen auf Stefan-Meier Straße – Stadt erstattet Anzeige

Selbst gemalter Radweg auf der Stefan-Meier-StraßeSelbst gemalter Radweg auf der Stefan-Meier-Straße in Freiburg. Foto: Joers

Fahrradaktivisten haben in der Nacht auf Donnerstag einen selbst gemalten Radweg auf die Stefan-Meier-Straße in Freiburg angebracht. Sie kritisieren das Rathaus für zu langsame Maßnahmen. Als Folge der Aktion ließ die Stadt die betroffenen Stellen noch am Donnerstag abfräsen – und erstattet Anzeige gegen die Verursacher.

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion haben Aktivisten einen Radstreifen mit weißer Farbe auf die Stefan-Meier-Straße in Freiburg gemalt. Der selbstgepinselte Radstreifen liegt auf einem rund 200 Meter langen Abschnitt auf der stadteinwärts führenden Fahrbahn zwischen dem Rennweg-Dreieck und der Kreuzung zur Tennenbacher Straße. Hinter der Aktion steckt das Klimakollektiv Freiburg, die nach eigenen Angaben damit „eine Lücke im Radwegenetz geschlossen“ haben.

In einer Mitteilung kritisieren die Radaktivisten zudem die Stadt Freiburg für ihrer Ansicht nach zu langsame Maßnahmen. „Wenn die Stadt Freiburg nicht handelt, dann machen wir es eben selbst“, so Anouk Schwarz vom Klimakollektiv Freiburg, das unter anderem eine autofreie Innenstadt, durchgehend breite Radwege und Tempo 30 innerorts fordert.

Auto- und Radfahrer halten sich bislang an den aufgepinselten Radstreifen. Foto: Joers

Bei den Autofahrern zeigt der selbst gemalte Radstreifen offenbar Wirkung. Am Donnerstagmorgen war zu beobachten, dass viele Pkw-Lenker den Radstreifen für echt halten und ihn nicht überfuhren. Im Kreuzungsbereich zur Tennenbacher verwischte die weiße Farbe jedoch deutlich bis in den Kreuzungsbereich hinein. Stellenweise ist der Streifen deutlich schief.

Die Freiburger Stadtverwaltung ergriff noch am Donnerstag Gegenmaßnahmen und übte Kritik an der illegalen Protestaktion. Die aufgemalten Radstreifen suggerierten, dass der Radweg für Fahradfahrer sicher sei. „Das ist aber nicht der Fall. Wer mit dem Auto unterwegs ist, kann durch die zu schmale Fahrbahn in den Gegenverkehr geraten oder weicht auf den Radweg aus“, erklärt Linda Widmann von der städtischen Pressestelle. „Durch die Aktion wird die Sicherheit der Radfahrenden in diesem Abschnitt nicht verbessert, sondern gefährdet.“

Deshalb begann die Stadtverwaltung noch am Donnerstagnachmittag mit Arbeiten in der Stefan-Meier-Straße, um die aufgemalten Markierungen zu entfernen. Der Straßenbelag musste in den betroffenen Bereichen abgefräst werden. Bereits am Nachmittag war der Radstreifen wieder Geschichte. Zudem erstattet die Stadt Freiburg Anzeige gegen Unbekannt.

Auch die Polizei Freiburg hat sich zudem Vorfall geäußert. Eine Zeuge hat demnach gegen 3:20 Uhr die Polizei informiert, dass zwei Unbekannte die Straße bemalen würden. Beim Eintreffen der Beamten waren die beiden Personen jedoch nicht mehr vor Ort. Auch zur genauen Schadenshöhe sei bislang nichts bekannt. Das Polizeirevier Freiburg-Nord (Tel.: 07 61 / 8 82 – 42 21) sucht nun Zeugen des Vorfalls. Laut Polizeiangaben habe es sich bei den beiden unbekannten Verursachern um einen Mann und eine Frau Mitte 20 gehandelt. Beide Personen sollen dunkel gekleidet gewesen sein.

Im Kreuzungsbereich zur Tennenbacher Straße verwischt die weiße Farbe bereits und überdeckt stellenweise die Abbiegepfeile. Foto: Joers

Das Rathaus weist darauf hin, dass die Stefan-Meier-Straße abschnittsweise und insbesondere im Kreuzungsbereich Tennenbacher Straße deutlich zu schmal sei, um in beiden Richtungen einen ausreichend breiten Radfahrstreifen unterzubringen. Der Radfahrstreifen in Fahrtrichtung Süden endet daher derzeit am Rennweg und beginnt erst wieder weiter südlich nach der Kreuzung zur Tennenbacher Straße. Erst dort ist die Straße wieder breit genug. Auch in Fahrtrichtung Norden gibt es auf der Stefan-Meier-Straße keinen durchgehenden Radfahrstreifen.

In den vergangenen Monaten gab es in der Stefan-Meier-Straße kurzfristige Bauarbeiten am Fahrbahnbelag, weil die Verkehrssicherheit insbesondere für Radfahrende nicht mehr gewährleistet werden konnte. Gegenüber dem Wochenbericht erklärte die Stadt im Juli, dass ab 2027 ein Vollausbau und eine Umgestaltung des Straßenraums geplant sei. Pressesprecherin Windmann erklärte dazu nun, dass im Zuge der anstehenden Sanierung die Kreuzungen umgebaut werden. „Um auch in Fahrtrichtung Norden künftig einen Radfahrstreifen zu ermöglichen, ist der Erwerb von Flächen nötig. Dafür laufen bereits Gespräche zum Grunderwerb“, so Widmann.

Hinweis: Dieser Artikel wurde nachträglich aktualisiert und um die Stellungnahme der Stadt Freiburg ergänzt.

FT-Volleyballer meistern den Heimspiel-Doppelpack

Volleyball Bundesliga, FT 1844 Freiburg -TSV Haching München, Act-Now-Halle,Die FT-Affenbande hatte vor ausverkauftem Haus gegen München die Nase vorn. Foto: Achim Keller

Zwei Heimspiele, zwei Siege und fünf Punkte für die Tabelle – so lautet die Bilanz der FT 1844 Freiburg nach dem Heimspiel-Doppelpack in der Volleyball-Bundesliga. Dem 3:2-Erfolg am Samstagabend gegen den TSV Haching München (17:25, 25:12, 21:25, 25:22, 15:10) ließ die Affenbande keine 18 Stunden später ein 3:1 (25:19, 25:19, 18:25, 25:13) gegen den VC Olympia Berlin folgen.

Vor mit 1.500 Zuschauern ausverkaufter Halle erlebte die FT am Samstagabend einen wahren Volleyball-Krimi. Gegen die Münchner Vorstädter, Tabellenneunter der vergangenen Bundesliga-Spielzeit, die sich zunächst unbeindruckt von der Kulisse in der Act-Now-Halle zeigen und den ersten Satz gewannen, gelang der Affenbande am Ende ein verdienter Fünf-Satz-Erfolg.

Große Spiele, großer Sport

„Die Stimmung und die gute Laune im Team waren am Ende entscheidend für die Wende“, stellte Zuspieler Fabian Hosch fest. „Wir haben gemerkt, dass die Fans mitziehen, dann lief es auch bei uns wieder besser.“ Freiburg-Cheftrainer Jakob Schönhagen lobte ebenfalls das Energielevel des Teams und die Körpersprache seiner Spieler. „Wir müssen nicht mehr über die Basics sprechen, hier haben wir einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht.“ Zudem habe die Mannschaft trotz der widrigen Umstände den Kampf angenommen und sich durchgebissen. Kein einziger Spieler habe seit September durchtrainieren können, zudem ging in der Vorwoche ein Infekt durchs Team. „Sportlich suchen wir noch nach Ruhe, Konstanz und Sicherheit“, sagte Schönhagen. „Wir sind noch weit weg von dem, was wir tatsächlich wollen.“ Da durch die vielen Spiele derzeit Trainingseinheiten fehlen, könne das Publikum „live verfolgen, wie wir in den Spielen trainieren und dabei unsere Fortschritte machen“, so Schönhagen.

Unterm Strich war der Samstagabend auch aufgrund der vielen angeschlagenen oder fehlenden Spieler ein Erfolg. Eingebettet in das Event „Große Spiele“ gab es rund um die Sätze zahlreiche Show-Auftritte und kleine Einlagen, auch von den Basketballerinnen der USC Eisvögel, den Handballerinnen der HSG und den Eishockeyspielern des EHC Freiburg.

Am Sonntag ging es dann zur familienfreundlichen Nachmittagszeit gegen den VC Olympia Berlin vor 1.200 Zuschauern in der Act-Now-Halle weiter. Im ersten Satz gelang es den Freiburgern, sich vorentscheidend zum 20:12 abzusetzen und den Satz sicher heimzufahren. Durchgang zwei blieb etwas länger offen. Marco Frohberg und Fredrik Frisch sorgten hier am Ende für wichtige Punkte, sodass auch dieser Abschnitt mit 25:19 an die FT 1844 ging. Den dritten Satz sicherten sich wiederum die Berliner Younger – ihr erster Satzgewinn dieser Saison. Im vierten Satz erspielte sich die FT mit drei Blocks in Folge zum 9:5 einen kleinen Vorsprung – und baute diesen im weiteren Verlauf souverän aus. „Wir haben wieder ein paar Schritte nach vorn gemacht, auch wenn an diesem Tag sicher nicht
alles aufgegangen ist“, bilanzierte Jakob Schönhagen den vierten
Freiburger Saisonsieg.

Pokal und ein Heimspiel-Kracher

Weiter geht’s für die Affenbande nun im DVV-Pokal. Am kommenden Sonntag, 9. November, 16 Uhr, gastieren die Freiburger im Achtelfinale beim Zweitligisten VV Humann Essen. Dann folgt am Mittwoch, 12. November, das nächste Liga-Auswärtsspiel bei den Netzhoppers Königs Wusterhausen (18 Uhr), ehe in der heimischen Act-Now-Halle ein echter Knüller bevorsteht: Am Samstag, 15. November, 20 Uhr, gastiert der deutsche Rekordmeister und Titelverteidiger BR Volleys Berlin bei den Freiburgern.

Vor 180 Jahren wurde Freiburg an die Bahn angebunden

Diese Aufnahme von 1890 zeigt den von Architekt Friedrich Eisenloh erbauten Freiburger Hauptbahnhof. Foto: Stadtarchiv FreiburgDiese Aufnahme von 1890 zeigt den von Architekt Friedrich Eisenloh erbauten Freiburger Hauptbahnhof. Foto: Stadtarchiv Freiburg

Mit Kanonendonner wurde vor 180 Jahren Freiburg an die Eisenbahn angeschlossen. Am 30. Juli 1845 öffnete der Freiburger Bahnhof feierlich seine Tore – ein bedeutendes Ereignis, das der Basler Kulturwissenschaftler Dominik Wunderlin für einen historischen Rückblick nutzte: Am Montagabend referierte er dazu auf Einladung des Alemannischen Instituts in Freiburg.

Ende Juli 1845 wurde die Bahn in Freiburg mit Kanonenschüssen vom Schönberg begrüßt: Der erste Zug fuhr den Badischen Großherzog Friedrich I. von Emmendingen her in die Stadt. Den Dampf der Lok konnte man bei der Abfahrt in Emmendingen von Freiburg aus gut sehen, so dass das Kanonenfeuer perfekt zeitlich abgestimmt war. Die Einweihung des eingleisigen, von Offenburg her kommenden Streckenabschnitts wurde entsprechend gewürdigt: Das dazu gehörende Festmahl fand im Historischen Kaufhaus statt, wo Bürgermeister Friedrich Wagner seine Hochachtung für den Großherzog und dessen Bahnpläne aussprach. Damals hatte Freiburg rund 15.000 Einwohner. Und man feierte auf Bannern in der Stadt „Eine Bahn zum hohen Schönen“.

Mit dem Bahnhof entwickelte sich Freiburg nach Westen

Die Planungen für die Strecke Mannheim–Basel–Bodensee begannen bereits 1833 im „Eisenbahnlandrat“ in Mannheim mit dem Ziel, in Baden den „National-Reichthum zu erhöhen“. Nach zehn langen Sitzungen in Mannheim wurden die Linienführungen beschlossen.

Der Bahnhof in Freiburg wurde rund einen Kilometer westlich des Münsters außerhalb der Innenstadt gebaut. Er war damit der Startschuss für die Entwicklung der Stadt nach Westen hin und für den heutigen Stadtteil Stühlinger. Entlang der Eisenbahnstraße mit Poststation und ersten Hotels wuchs die Stadt schnell mit dem Bahnhof zusammen. Der Architekt Friedrich Eisenlohr, der in Freiburg und Karlsruhe unter anderem bei Friedrich Weinbrenner studiert hatte, entwarf den Bahnhof. Sein vom Historismus geprägtes Design zeigte Torbögen, über welche die Fahrgäste je nach Klasse getrennt in den Bahnhof eintraten. Die Wartehalle aus sichtbarem, offenem Backstein mit hölzernem Dach war über 100 Meter lang. Die Gleise überspannte eine über zwölf Meter hohe Hallenkonstruktion aus weißem Backstein. Für diese als zu groß gehaltene Architektur erntete Eisenlohr Kritik in der Stadt. Der Bau kostete damals eine halbe Million Gulden, was heute etwa 13 Millionen Euro entspricht.

1847 wurde die Bahn bis nach Schliengen im Markgräflerland verlängert und erhielt ein zweites Gleis. 1848 folgte der Anschluss nach Efringen-Kirchen. Mit den 1870er Jahren kam die Anbindung an den Kaiserstuhl, nach Breisach und ins vordere Elztal hinzu. 1901 wurde mit der Höllentalbahn Donaueschingen erreicht und damit die Verbindung nach München geöffnet. Im Zuge des Gleisausbaus entstand Ende des 19. Jahrhunderts der Wiehrebahnhof in Freiburg, weshalb der ursprüngliche Bahnhof 1887 zum Hauptbahnhof aufgewertet wurde.

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs sprengten die Nazis die von Freiburg über Breisach führende Verbindung ins Elsass, die bis heute nicht wiederhergestellt ist. 1944 wurde der Freiburger Hauptbahnhof durch britische Fliegerbomben in Schutt und Asche gelegt. Der von Eisenlohr entworfene Uhrturm über der Mitte des Bahnhofs stürzte im Frühjahr 1945 ein. Ein umgerechnet nur 300.000 Euro teures Provisorium wurde am 9. November 1949 als erster Hauptbahnhof einer Großstadt nach dem Krieg eröffnet. Der heutige Hauptbahnhof aus dem Jahr 1999 ist 265 Meter lang und eine Drehscheibe der Mobilität.

Bernd Peters

Im Barbarastollen am Schauinsland lagern seit 50 Jahren nationale Dokumente

Der Barbarastollen soll zahlreiche Kulturgüter vor ihrem endgültigen Verlust bewahren. Foto: Bernd PetersDer Barbarastollen soll zahlreiche Kulturgüter vor ihrem endgültigen Verlust bewahren. Foto: Bernd Peters

Der Schauinsland ist nicht nur der Hausberg der Freiburger und eines der beliebtesten Naherholungsziele der Städter. Er wird seit 50 Jahren auch als „Zentraler Bergungsort der Bundesrepublik Deutschland“ (ZBO) genutzt. Der Betreiber der Anlage ist das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn/NRW. Dort weiß man: Wenn man etwas für die Ewigkeit – oder auch nur für 500 Jahre – sicher aufbewahren will, sollte man sich nicht auf digitale Speichermedien oder Ähnliches verlassen. Richtig sicher sind Mikrofilme, auf denen man bedeutsame Dokumente abfotografiert, zum Beispiel die Baupläne des Kölner Doms oder die Krönungsurkunde Ottos des Großen aus dem Jahr 936. Diese und andere Schriftstücke sind als Mikrofilme in luftdichten Stahlfässern verpackt und über 300 Meter tief im Barbarastollen im Schauinsland eingelagert – unter rund 200 Metern Granit und Gneis bei 10 Grad Celsius und 75 Prozent Luftfeuchte. So bleiben zumindest Sicherungskopien erhalten, falls in einem Kriegsfall alles in Schutt und Asche gehen sollte.

Über eine Milliarde Dokumente auf Mikrofilm

Die Idee für ein solches Archiv basiert auf der Haager Konvention von 1954. Sie besagt, dass Kulturgüter bei bewaffneten Konflikten vor der Vernichtung durch Militärschläge geschützt sein sollen. Einerseits. Andererseits verlangt sie von den Unterzeichnerstaaten, dass sie Maßnahmen treffen, um ihre Kulturgüter zu schützen. Dass der Barbarastollen, der Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut, aber nie für seine eigentliche Nutzung im Bergbau verwendet wurde, eine solche Maßnahme ist, erkennt man an drei auf dem Kopf stehenden blau-weiß karierten „Häuschen“. Diese Schilder am Stolleneingang besagen: Hier liegt Kulturgut unter Sonderschutz.

Über eine Milliarde Dokumente sind seit der Inbetriebnahme 1975 in dem Stollen eingelagert worden; als milliardste Aufnahme kam 2016 das Grundgesetz in Oberried an. Viermal im Jahr werden neue „Filmdosen“ angeliefert. Deutlich über 2.000 Stahlbehälter voller Mikrofilme liegen mittlerweile in dem Bergwerk; um die Jahrtausendwende waren es noch halb so viele. Seltene Archivalien sind dabei, aber auch mehrere Millionen Sicherungsfilme aus der DDR und zahllose Belege für die Schreckensherrschaft der Jahre 1933 bis 1945 in Deutschland.

Der Barbarastollen sei „das kulturelle Langzeitgedächtnis unserer Nation“, so BBK-Präsident Ralph Tiesler anlässlich des ZBO-Jubiläums im Oktober. Es sei wichtig, dass sich Bund und Länder gemeinsam im Kulturgutschutz engagierten. Denn: „Wir sehen leider, dass in Kriegen und bewaffneten Konflikten die Zerstörung von Kulturgut gezielt geschieht, um angegriffenen Nationen ihre Identität zu rauben und sie damit zu demoralisieren.“ Im Barbarastollen werde bewahrt, was die Identität Deutschlands ausmache, und das über viele Generationen hinweg.

Für die Ewigkeit reichen wird aber auch das nicht: Die Haltbarkeit von Mikrofilmen wie im Schauinsland wird auf rund 500 Jahre angesetzt. Dann werden unsere Nachfahren sich etwas Neues für die Kulturgeschichte der Deutschen einfallen lassen müssen.

Bernd Peters

Mit dem Bau-Turbo will Freiburg schneller Wohnraum schaffen

Baubürgermeister Martin Haag und der Bau-Turbo: Das Ziel sei nicht nur mehr, sondern qualitätsvoller Wohnraum. Foto: Matthias JoersBaubürgermeister Martin Haag und der Bau-Turbo: Das Ziel sei nicht nur mehr, sondern qualitätsvoller Wohnraum. Foto: Matthias Joers

Der vom Bundesrat beschlossene Bau-Turbo soll helfen, Planungen von Bauprojekten deutlich zu beschleunigen. Auch die Freiburger Rathausspitze hat angekündigt, die bis 2030 befristete Sonderregelung nutzen zu wollen. Das letzte Wort wird der Gemeinderat haben. Es ist ein Werkzeugkasten, auf den die Stadtverwaltung große Stücke hält: Mit dem Bau-Turbo können künftig Planungsprozesse beschleunigt werden, um den Wohnungsbau voranzutreiben. Der Bundesrat hat den Gesetzentwurf bereits beschlossen. „Wir wollen den Bau-Turbo nutzen“, sagt Freiburgs Baubürgermeister Martin Haag.

Die Stadt sieht Chancen

Die bis Dezember 2030 befristeten Sonderregelung ermöglicht es Kommunen, zusätzliche Wohnungen unter bestimmten Bedingungen auch ohne Bebauungsplan zu bauen. Zudem soll mehr Wohnbebauung als bisher in der Nähe von Gewerbebetrieben ermöglicht werden. Ob und in welchem Umfang Städte und Gemeinden von der neuen Regelung Gebrauch machen, liegt im Ermessen der jeweiligen Kommune. „Es geht darum, Verfahren zu beschleunigen, ohne die Steuerung aus der Hand zu geben. Unser Ziel ist nicht nur mehr, sondern auch bedarfsgerechter Wohnraum qualitätsvoll und nachhaltig zu bauen“, so Haag.

Vor allem bei der Innenentwicklung sieht das Rathaus Chancen, Wohnungsbau schneller realisieren zu können. Außerdem plant die Stadtverwaltung, den Bau-Turbo mit der Verpflichtung zu Realisierung von gefördertem Mietwohnungsbau zu verknüpfen. In den Gemeinderat will das Rathaus daher für die kommende Sitzung einen Vorschlag für eine Neuregelung der Verfahren einbringen. Die Fraktion der Freien Wähler (3 Sitze) hat sich bereits positioniert und fordert, dass die Bauverwaltung personell stärker aufgestellt werden müsse, „damit die nun bestehenden Möglichkeiten, einfacher und schneller zu bauen, auch tatsächlich umgesetzt werden können.“ Walter Krögner, wohnungspolitischer Sprecher der SPD+JF Fraktion (7 Sitze) nimmt zudem das Land in die Pflicht, und fordert eine bessere Ausstattung der Fördertöpfe: „Die grün-schwarze Landesregierung darf die Kommunen mit dieser Mammutaufgabe nicht alleinlassen – bezahlbarer Wohnraum entsteht nur, wenn auch die Rahmenbedingungen stimmen.“

Asphaltfläche in der Freiburger Urachstraße wird zur Grünoase – weitere folgen

An der Ecke Urachstraße/Hildastraße wird die Straße für mehr Grün entsiegelt.An der Ecke Urachstraße/Hildastraße wird die Straße für mehr Grün entsiegelt. Foto: Schuh

Mehr Grün, weniger Grau: An der Ecke Urachstraße/Hildastraße wurde eine rund 65 Quadratmeter große, ungenutzte Asphaltfläche entsiegelt. Hier entsteht eine kleine Grünoase mit Sitzbank. Weitere werden im Zuge der städtischen Kampagne „Freiburger Grünoasen“ folgen.

Zum Pressetermin am vergangenen Freitag waren rund 40 Personen dabei – darunter Engagierte von „Omas und Opas for Future“, die den Anstoß für die Umgestaltung gegeben hatten. Bereits im vergangenen Jahr hatten sie den Bereich übergangsweise mit grüner Farbe angestrichen. Dass der Asphalt jetzt wirklich für mehr Grün weichen muss, sorgte deshalb für viel Jubel und Applaus, als der Bagger anfing zu graben. „Wir sind hier immer lang gelaufen und haben uns über viel Asphalt geärgert. Wir wollen hier ein Zeichen setzen, auch für zukünftige Generationen“, sagte Ursula Elisabeth Müller von den „Omas und Opas for Future“, die die Patenschaft für die Grünoase übernommen haben. Die Freiburger Bürgerstiftung spendet zusätzlich eine Sitzbank, damit der Bereich zum gemütlichen Treffpunkt wird.

Groß war die Freude von Oberbürgermeister Martin Horn und Baubürgermeister Martin Haag (hinten Mitte) und weiteren Beteiligten wie den „Omas und Opas for Future“, dass die Umgestaltung los geht. Foto: Schuh

„Unsere Grünoasen schaffen an verschiedenen Stellen in der Stadt neue Aufenthaltsorte, die zugleich das Stadtklima verbessern. Gerade in Zeiten zunehmender Hitzetage sind solche kleinen grünen und kühlenden Inseln wichtig und erhöhen die Aufenthaltsqualität in der Stadt. Wir wollen Freiburg an vielen großen und kleinen Treffpunkten aufwerten. Dabei setzen wir auf den Austausch mit den Menschen in den Quartieren. Das Beispiel der Urachstraße zeigt, wie viel mehr vorangeht, wenn Verwaltung und Bürgerschaft zusammenarbeiten“, betonte Oberbürgermeister Martin Horn vor Ort und lobte das große Engagement aller Beteiligten.

Bereits im vergangenen Jahr entstand die erste „Grünoase“ im Rieselfeld – am Maria-von-Rudloff Platz – einem Hitze-Hotspot im Sommer. Dort wurden zwölf Eichen gepflanzt, damit es dort schattiger und kühler wird. Mehr Grün statt Grau heißt es als nächstes am Martinstor. Der Fahrradabstellplatz an der Ecke zur Gerberau muss weichen, denn dort wird ebenfalls eine Grünoase entstehen. Danach ist der Platz der Zähringer dran. Auf dem bisher komplett versiegelten Bereich werden Bäume gepflanzt. Auch der Elisabeth-von-zur-Mühlen-Platz in Ebnet wird umgestaltet.

Kampagne läuft über mehrere Jahre

„Entsiegelungen wie hier in der Wiehre leisten einen spürbaren Beitrag zur Klimaanpassung: Sie kühlen das Mikroklima, fördern die Versickerung von Regenwasser und schaffen Lebensraum für
Pflanzen und Insekten. Auch wenn solche Maßnahmen aufwendig sind, zeigen sie, wie wichtig eine kluge Flächenplanung für eine lebenswerte Stadt ist“, so Baubürgermeister Martin Haag am Freitag.

Die Kampagne ist auf mehrere Jahre ausgelegt. Von 2025 bis 2029 sollen jeweils 400.000 Euro aus dem städtischen Haushalt investiert werden. Darüber hinaus wird die FWTM für die Weiterentwicklung von tourismusrelevanten Orten rund 200.000 Euro pro Jahr bereitstellen, die aus der Übernachtungssteuer finanziert werden.