Entdeckt: Ex-SC-Trainer Christian Streich hat beim EM-Spiel gegen die Schweiz in der Fankurve mitgefiebert. Da freuten sich einige sichtlich über ein Erinnerungsfoto.
Foto: Picture Alliance/DPA/Christian Charisius
Den kennen wir doch, dachten sich da einige Fußballfans und nutzten gleich die Gelegenheit, ein Erinnerungsfoto mit Ex-SC-Trainer Christian Streich zu schießen. Nach seinem Abschied war es ruhig um den ehemaligen Trainer des SC Freiburg geworden – vermutlich hat er sich erstmal Zeit für einen schönen Urlaub genommen.
Aber ohne Fußball geht es bei ihm auch nicht. Im Frankfurter Stadion verfolgte er das Spiel der deutschen Elf gegen die Schweiz. Im Unterrang hatte sich Christian Streich unter die Fans gemischt, war sogar Teil der Choreographie und schwenkte vor dem Anpfiff wie die anderen eine große Fahne. Das hat ein Stadionbesucher auf einem Video festgehalten (siehe unten) und nun wird der 58-Jährige auf TikTok und Co. gefeiert. „So bodenständig dieser Mann. Ist kein VIP, sondern steht bei uns“ oder „Er sieht richtig erholt und glücklich aus! Genießen Sie den Ruhestand, Herr Streich“, kommentierten die User.
Das neue Carsharing-Angebot der Grünen Flotte nennt sich „flott“ und funktioniert via App. Foto: Meyer
In Freiburg gibt es seit vergangener Woche ein neues Carsharing- Angebot: Nutzerinnen und Nutzer können ein Fahrzeug ausleihen ohne es wieder zu einer festen Station zurückzubringen. Das Prinzip ist so spontan und einfach wie bei den allseits bekannten E-Scootern.
Carsharing in Freiburg stand bislang dafür, Autos an festen Stationen abzuholen und sie auch genau dorthin wieder zurückzubringen. Das ändert sich nun. Der Anbieter Grüne Flotte ergänzt sein Angebot ab sofort mit 13 sogenannten „Freefloating“ Fahrzeugen und nennt das Angebot flott. Baubürgermeister Martin Haag erklärte dazu die simple Formel: „Die Fahrzeuge stehen irgendwo und können auch irgendwo wieder abgestellt werden.“
Flott ist eine Ergänzung zum stationsbasierten Carsharing. Innerhalb des Geschäftsgebiets – dem inneren Stadtgebiet von Freiburg – stehen die flott-Fahrzeuge auf öffentlichen Parkplätzen und in den Bewohnerparkzonen frei für kurze und spontane Fahrten zur Verfügung. Die flott-Fahrzeuge können direkt über die App oder mit der Zugangskarte geöffnet werden. Alternativ ist das verfügbare Fahrzeug eine Stunde im Voraus zu reservieren. Ein Endzeitpunkt ist zunächst nicht anzugeben. Die maximale Nutzungszeit beträgt 12 Stunden. Ab dem Zeitpunkt der Fahrzeugentriegelung wird jede angefangene Stunde und die Summe der gefahrenen Kilometer nach der bekannten Tarifkategorie M berechnet. Das Prinzip ist dem der E-Scooter sehr ähnlich. Zu Fahrtende müssen die Fahrzeuge innerhalb des Geschäftsgebiets abgestellt werden (One-Way-Fahrten sind möglich). Beendet ist die Buchung, sobald das Fahrzeug innerhalb des Geschäftsgebiets ordnungsgemäß geparkt und via App oder der Zugangskarte verschlossen wurde. Geparkt werden darf in allen Bewohnerparkgebieten der Stadt Freiburg.
Die flott-Fahrzeugflotte besteht aus weißen Toyota Aygo X mit einer grünen “flott“-Aufschrift an den Seiten. In der Grüne Flotte App lassen sich die Autos mithilfe der neuen “flott“-Positionsmarker finden. Diese geben den genauen Live-Standort der Fahrzeuge in der Karte an. Sofern ein Nutzer ein verfügbares flott-Fahrzeug auf der Straße entdeckt, kann er dieses auch direkt mit der Grüne Flotte Karte oder der App öffnen und die Fahrt beginnt.
Freiburg spielt beim Carsharing ganz vorne mit
„Wir sehen flott als intelligente Ergänzung zum stationsbasierten Carsharing“, sagt Jonas Schmid, verantwortlich für Geschäftsfeldentwicklung und Strategie bei der Grünen Flotte. Seine Firma wolle ein niederschwelliges Angebot liefern, auch für Neueinsteiger, um mit dem Carsharing vertraut zu werden. Bürgermeister Martin Haag, der bei der Präsentation am Donnerstag vor Ort war, erklärte stolz, dass Freiburg beim Thema Carsharing auf die Einwohnerzahl gerechnet, deutschlandweit ganz vorne mitspiele. Der Bereich erfahre einen starken Boom. „Das ist in der Mobilität in Freiburg eine relevante Größe und Ausdruck eines sich verändernden Mobilitätsverhaltens“, so Haag.
In größeren Städten gebe es ein Freefloating-Angebot schon länger. „Wir sind gespannt, wie das in Freiburg angenommen wird“, so Haag. Bei entsprechender Nachfrage werde das Angebot in Zukunft erweitert, versprach Jonas Schmid. Haag und Schmid gehen davon aus, dass das bisherige Flotten-Prinzip auch in Zukunft am stärksten nachgefragt werde, da es einen Vorteil biete: Stationsbasiertes Carsharing bietet durch die Reservierungsmöglichkeit und die festen Standorte mehr Verlässlichkeit.
Sicher sei, dass das Gesamtangebot weiter ausgebaut werde. Die Nachfrage wachse sehr stark. Aktuell zählt die Grüne Flotte 31.000 Nutzer bei über 520 Fahrzeugen – Tendenz steigend. Das Prinzip: Ohne Monats- und Grundgebühr und inkl. Kraftstoff bzw. Ladestrom bezahlt man nur, was man auch wirklich fährt.
Engelsgleich trotzte dieses Trio dem Regen beim Christopher Street Day am Samstag. Foto: Janos Ruf
Party-Parade war der Freiburger Christopher Street Day auch in diesem Jahr. Mehr als 12.000 Besucher setzten am Samstag in der Innenstadt ein farbenfrohes Zeichen für Toleranz. Das Motto lautete in diesem Jahr „Aus die Maus – Sendeschluss für rechte Hetze.“ Jede Menge Glitzer, Regenbogenfahnen sowie kreative und knallige Outfits durften hier nicht fehlen.
Von der Drag Queens in pompösen Kleidern bis hin zu himmlischen Gestalten – mit Engelsflügeln und Sonnenkronen – hier gab es wieder viel zu sehen. Zu Techno-Beats wurde gefeiert – da störte auch der leichte Regen nicht. Neben viel nackter Haut waren daher dieses Mal ebenfalls viele bunte Schirme angesagt, als die Menge durch die Stadt zog. Dabei waren neben Bürgermeister Ulrich von Kirchbach sogar CSD-Urgesteine wie Stefanie Rappe oder Dominique Schirmer, die 1989 den ersten CSD in Freiburg organisiert haben.
Auffällig, in knalligen Farben und extravagant – das ist beim CSD für viele ein Muss. Foto: Janos Ruf
Aufgrund des Schmuddelwetters durften bunte Schirme nicht fehlen – die Stimmung war bei der queeren Community trotzdem bestens. Foto: Janos Ruf
Die Power-Percussion-Gruppe Brasilikum sorgte für den passenden Sound Foto: Janos Ruf
In New York bricht Chaos aus, als flammende Meteoriten die Stadt treffen. Auch Sam (Lupita Nyong’o, gelbe Jacke) versucht sich und ihre Katze in Sicherheit zu bringen – nicht ahnend, welche Folgen dieser Tag für die gesamte Menschheit haben wird. Foto: Paramount Pictures
In den „A Quiet Place“-Filmen machen Monster in einer postapokalyptischen Welt Jagd auf Menschen. Sie orientieren sich ausschließlich über ihr Gehör: wer laute Geräusche macht, stirbt. Das spannungsgeladene Prequel des Horror-Hits erzählt, wie die Alien-Invasion begann und wie es auf der Erde totenstill wurde.
Als über New York plötzlich flammende Meteoriten vom Himmel fallen, bricht das blanke Chaos aus. Die Menschen in der Stadt geraten in Panik – und diese wird noch größer, als gefährliche Monster auftauchen, die sie brutal angreifen und töten. Der erste Tag der Apokalypse hat begonnen, die die Welt für immer verändern wird. Mittendrin steckt eine junge Frau namens Sam (Lupita Nyong’o), die alles tun muss, um zu überleben, während die Stadt um sie herum in Chaos und Zerstörung versinkt. Bei Eric (Joseph Quinn) findet sie zunächst Unterschlupf und muss sich schon bald in der neuen Welt zurecht finden, in der eine Totenstille herrscht und jedes Geräusch tödlich sein kann. Im Sequel der Horror-Erfolge „A Quiet Place 1 und 2“ stehen statt der Familie Abbott neue Charaktere im Mittelpunkt, die versuchen, den Monstern zu entkommen.
Neben Oscar-Preisträgerin Lupita Nyong’o („Black Panther: Wakanda Forever“) sind Joseph Quinn („Stranger Things“), Alex Wolff („Oppenheimer“) und Djimon Hounsou („A Quiet Place 2“) in den Hauptrollen zu sehen.
John Krasinski („Jack Ryan“) landete mit „A Quiet Place“ einen Überraschungshit – der Film spielte stolze 340 Millionen Dollar ein und bekam sehr gute Bewertungen (Score von 96 Prozent bei Rotten Tomatoes), auch der zweite Teil konnte an den Erfolg anknüpfen. Regie führte dieses Mal Michael Sarnoski („Pig“), der zusammen mit John Krasinski auch das Drehbuch schrieb. (fwb)
Ein Rollerfahrer hat eine Autofahrerin geschlagen – die Polizei sucht Zeugen.
Am 24. Juni, zwischen 11.30 Uhr und 12 Uhr soll ein Rollerfahrer durch das geöffnete Fenster auf eine im Auto sitzende Frau eingeschlagen haben. Der Vorfall ereignete sich im Bereich Malteserordensstraße in St. Georgen. Anschließend setzte der Tatverdächtige seine Fahrt fort. Die Frau wurde leicht verletzt.
Zeugen werden gebeten, sich tagsüber beim Polizeiposten Freiburg St. Georgen, 07 61/ 12 01 71 40 oder rund um die Uhr unter 07 61 /8 82-44 21 zu melden.
Macht Roland Sallai auch gegen Deutschland mit guten Leistungen auf sich aufmerksam?
Roland Sallai ist einer von vier SC-Spielern, die bei der Fußball-EM an Bord sind. Mit den Ungarn steht der 27-Jährige aber bereits gehörig unter Druck. Gegen Deutschland am Mittwoch (18 Uhr / ARD) müssen Sallai & Co. punkten, wollen sie ihre Chance auf das Achtelfinale wahren.
Für Roland Sallai ist das Kontinentalturnier im Land seines Arbeitgebers die größtmögliche Bühne, um mit Leistungen zu glänzen. Und nichts anderes hat sich der Ungar offenbar vorgenommen. Schon im letzten Testspiel vor EM-Beginn, beim 3:0 gegen Israel, traf der 27-Jährige zum 1:0 und bereitete ein weiteres Tor vor. „Diese Form müssen wir uns für die EM erhalten“, sagte er nach der Partie.
Sallai überzeugt bislang
Ein Unterfangen, das der Mannschaft von Nationaltrainer Marco Rossi im ersten Gruppenspiel gegen die Schweiz nicht ganz gelang. „Wir waren zu passiv, haben individuelle Fehler begangen, die für mich schwer zu erklären sind“, sagte Rossi nach der 1:3-Niederlage. Aber erneut zählte Sallai zu den besten Akteuren und wieder war er an einem Tor beteiligt, Mit viel Zug zum Tor leitete er Dominik Szoboszlais Flanke ein, die schließlich auf Vargas Kopf und zum 1:2 im Tor der Schweizer landete.
Ob es die Ungarn gegen Deutschland noch besser machen werden? Rossi jedenfalls bezeichnet die DFB-Elf als den „absoluten Favoriten bei diesem Turnier.“ Die Ungarn wiederum sind darauf angewiesen zu punkten – eine Niederlage gegen Deutschland, und für sie wäre das EM-Aus früh besiegelt. Das Team um Sallai und den zweiten Freiburger, Hoffenheims Leihspieler Attila Szalai, wird das zu verhindern versuchen.
Für Sallai, dessen Vertrag 2025 endet, geht es dabei auch um seine persönliche Zukunft. Wohl kaum ein Spieler des SC Freiburg ist in den vergangenen Jahren so oft mit einem möglichen Transfer in Verbindung gebracht worden, wie der Offensivspieler. Sallai, der 2016 sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gab und seit 2018 in Freiburg spielt, soll den Traum vom nächsten Schritt noch nicht ausgeträumt haben.
Auch SC-Sportvorstand Jochen Saier ließ Ende April durchblicken, dass der Verein versuchen will, in diesem Sommer frisches Geld in die Kasse zu bekommen. „Wir werden einen Spieler abgeben. Weil es richtig ist, Dinge zu verändern und den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen, um Transfererlöse zu erzielen“, so Saier. Sallai gilt dafür als idealer Verkaufskandidat – erst recht, wenn seine Leistungen stimmen.
Das Sozialamt im Rathaus im Stühlinger wird von Wohngeldanträgen geflutet.
Um finanzielle Engpässe zu überbrücken, gibt es zahlreiche staatliche Hilfen. Vereinzelt kommt es hier jedoch zu langen Wartezeiten – Wohngeldempfänger in Freiburg warten bisweilen mehrere Monate auf eine Bewilligung. Gründe dafür sind fehlende Unterlagen, Rückfragen, aber auch eine Wohngeldreform, die Anfang letzten Jahres in Kraft getreten ist.
Rund 2.300 Haushalte in Freiburg erhielten im Mai 2024 Wohngeld: Das bedeutet, dass sie zu den einkommensschwachen Haushalten gehören, ohne jedoch Anspruch auf Transferleistungen zu haben. Darunter sind neben alleinstehenden Singles auch Pärchen oder Familien mit Kindern.
Auf die Bearbeitung ihrer Anträge müssen sie derzeit jedoch warten: Bei vollständig eingereichten Anträgen könne man derzeit mit einer Bearbeitungszeit von vier Wochen rechnen, so Boris Gourdial, Leiter des Amts für Soziales der Stadt Freiburg.
Boris Gourdial ist Leiter des Sozialamts Freiburg.
Schwieriger werde es, wenn Unterlagen fehlen und nachgefordert werden müssen, oder es zu Rückfragen kommt, die sich aus den eingereichten Unterlagen ergeben. „Dann kann sich das über einen längeren Zeitraum hinweg ziehen“, so Gourdial.
Bis zu 70 Prozent mehr Anträge
Doch nicht nur fehlende Unterlagen sorgen für lange Bearbeitungszeiten: „Durch die Wohngeldreform zum 1. Januar 2023 haben wir deutlich höhere Antragszahlen verglichen zum Vorjahr“, so Boris Gourdial. Von Januar bis Oktober 2023 gingen im Schnitt rund 70 Prozent mehr Anträge auf Wohngeld bei der Stadt ein.
Darüber hinaus habe man sich intern umstrukturiert: Dazu gehören neben der neuen E-Akte auch zwei Sachgebiete mit insgesamt fünf Teams, die neu eingeführt wurden. „Wir sind auch noch weiter dabei, an den Strukturen zu arbeiten“, so Goudrial. Die dadurch bestehenden Rückstände müssten nun abgearbeitet werden.
Kommen Änderungen während der Bearbeitung hinzu – zum Beispiel in der Einkommenssituation oder der Anzahl der Haushaltsmitglieder sowie ein Umzug – dauert es noch länger.
Personell aufgestockt
Um der Flut an Anträgen Herr zu werden, hat die Stadt Änderungen angestoßen: Seit letztem Oktober ist die Abteilung 7, Wohngeld und Wohnungssuche Bestandteil des Amtes für Soziales und nicht mehr des Amtes für Liegenschaften und Wohnungswesen.
„Seitdem haben wir viele Veränderungen vorgenommen, in der Organisation, in den Prozessen und auch in der Personalstruktur“, sagt Amtsleiter Boris Gourdial. In diesem Zuge wurde personell aufgestockt: Von den neun neuen Mitarbeitern haben drei bereits einen eigenen Bereich übernommen, die anderen sechs werden noch eingearbeitet.
Einzelne Wochen wurde außerdem die Erreichbarkeit der Mitarbeiter eingeschränkt, damit diese offene Anträge abarbeiten konnten: „In dieser Zeit waren wir nur per Mail erreichbar“, so Gourdial. Einen Teil der Rückstände habe man so aufarbeiten können. „Unser Ziel ist es, die Anträge effizienter zu bearbeiten und die offenen Anträge möglichst schnell abzuarbeiten – auch um die Zufriedenheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu steigern“, sagt Boris Gourdial.
Seit Anfang dieses Monats können Anträge auch vorläufig bewilligt werden: „Wir machen das zunächst nur bei Anträgen auf Weiterbewilligung und zwar dann, wenn die grundlegenden Unterlagen vorliegen, die wir dann summarisch prüfen“, so Boris Gourdial.
Auch das Sozialtickets wird um bis zu drei Monate weiterbewilligt. Kinder, deren Familien auf den Weiterbewilligungsbescheid für das Wohngeld warten, erhalten Gutscheine für das Mittagessen an städtischen Schulen. Diese gelten ab dem 1. Juli und bis Ende des Schuljahres 2024/2025.
Auf der Webseite freiburg.de/wohngeld finden Antragstellerinnen und Antragsteller eine Checkliste für den Wohngeldantrag. Boris Gourdial rät, diese zu benutzen, damit gleich ein vollständiger Antrag vorliegt.
Die Tunnelanlagen an der B31 Ost werden drei Nächte hintereinander gesperrt.
Kontrolle, Wartung und Reparatur: Das Garten- und Tiefbauamt wird ab dem 25. Juni in den Tunnelanlagen der B31 Ost (Schützenalleetunnel, Galerie und Kappler Tunnel) arbeiten. Aus diesem Grund werden die Tunnelröhren in den folgenden drei Nächten von Dienstag, 25. Juni bis Freitag, 28. Juni, jeweils von 20 bis 6.30 Uhr in beiden Fahrtrichtungen voll gesperrt.
Das Freiburger Sommernachtskino bietet wieder ein umfangreiches Programm. Zu sehen sind im Innenhof des Schwarzen Klosters unter anderem die Publikumslieblinge der letzten zwölf Monate und kultige Klassiker. Foto: Thomas Kunz
Kinogenuss unterm Sternenhimmel im lauschigen Innenhof des Schwarzen Klosters: darauf dürfen sich Filmfans ab dem 28. Juni wieder freuen. Denn dann startet das beliebte Sommernachtskino. Auf dem Programm stehen zahlreiche Premieren, die Publikumslieblinge des vergangenen Jahres und kultige Klassiker.
Weil es so gut bei den Freiburgern ankommt, ist es auch dieses Jahr ein XXL-Sommernachtskino, das bis zum 7. September läuft. Rund drei Wochen länger als früher. Der Innenhof des Schwarzen Klosters bietet Platz für rund 260 Zuschauer, eine Neuerung in diesem Jahr: es gibt wieder feste Plätze. „Dafür haben wir uns aufgrund vieler Rückmeldungen entschieden, jetzt kann man sich seinen Platz wieder beim Ticketkauf vorab aussuchen“, so Veranstalter Ludwig Ammann. Trotzdem sollte man nicht auf den letzten Drücker kommen: „Letztes Jahr waren viele erst kurz vor knapp da, da verpasst mancher aufgrund der Wartezeit dann den Beginn des Films.“ Ebenfalls neu: der Eintrittspreis wurde leicht erhöht von elf auf zwölf Euro. Dafür gibt es in diesem Jahr erstmals eine Ermäßigung. „Jetzt bekommt man die zwölf Prozent Rabatt der Cinecard auch auf das Ticket fürs Sommernachtskino“, erklärt Ludwig Ammann.
Das Programm kann sich sehen lassen: allein bis Ende Juli werden acht Filmpremieren gezeigt. Darunter „der sehnsüchtig erwartete neue Film von ’Poor Things’-Regisseur Giorgos Lanthimos. Jetzt kommt ’Kinds of Kindness’ mit Emma Stone und Willem Dafoe und es wird noch wilder und abgedrehter.“ Oder auch „Madame Sidonie in Japan“ und „Ein kleines Stück vom Kuchen“, „ein ganz großer Publikumsliebling der Berlinale“. Aber auch kultige Klassiker dürfen nicht fehlen, so wie „Sommer vor dem Balkon“, „Im Rausch der Tiefe“ von Luc Besson, „Thelma & Louise“ oder „Blues Brothers“.
Beim Sommernachtskino sind auch wieder zahlreiche Premieren zu sehen – beispielsweise von „Kinds of Kindness“ mit „Poor Things“-Star Emma Stone (3.v.l.). Foto_ Searchlight Pictures
Auf dem Programm stehen ebenfalls die Kinohits der letzten zwölf Monate. So wie „Perfect Days“ von Wim Wenders oder „Morgen ist auch noch ein Tag“ – „das sind Filme, die die Freiburger besonders lieben und teilweise sogar mehrmals reingehen, beide laufen auch noch immer hier im Kino“. Auch wenn es kein klassisches Popcornkino ist, wird der oscarprämierte Film „The Zone of Interest“ gezeigt. Und natürlich darf die Freiburger Erfolgsdoku „Fitness California“ nicht fehlen, „die weiterhin – mittlerweile seit 33 Wochen – auch bei uns in der Harmonie einmal die Woche zu sehen ist. Es werden wieder Darsteller und Regisseurin bei der Vorstellung dabei sein.“
Gezeigt werden außerdem die erfolgreichsten Blockbuster des vergangenen Jahres – „Barbie“ und „Oppenheimer“. Genauso wie „Challengers“ mit Zendaya oder „The Fall Guy“ mit Ryan Gosling, „unterhaltsame Action, die perfekt zum Sommernachtskino passt“, so Ammann. Natürlich wünscht er sich schönes Wetter, aber selbst bei Regen bleiben die Besucher dem Kino unter freiem Himmel treu. Letztes Jahr wurde „es trotz Schmuddelwetter das dritterfolgreichste Sommernachtskino aller Zeiten.“
Friedrichsbau-KIno ab dem 1. Juli geschlossen
Parallel zum Open-Air-Filmgenuss wird das Friedrichsbau ab dem Juli geschlossen, um die neue Lüftungsanlage einzubauen. „Dann können die Leute einfach draußen statt drinnen ins Kino. Wer den – bequemeren – Online-Vorverkauf scheut, bekommt seine Tickets zum Anfassen dann nur noch in Harmonie und Kandelhof, aber nicht mehr im Friedrichsbau“. Der soll dann am 13. September wieder öffnen.
Beste Stimmung auch im Europa-Park bei Freiburg, wo 1.500 Fans das deutsche 5:1 beim Public Viewing bejubelten. Foto: Europa-Park
Fußballvorfreude ist die beste Freude: Das sagen sich auch viele Freiburger und sind voller Euphorie auf den EM-Zug aufgesprungen: Der Absatz von TV-Geräten zieht an, Deutschland-Trikots im Sportfachhandel sind ausverkauft und die Biergärten gut besucht. So kann es weitergehen.
Würde man nur von der Anzahl der Flaggen ausgehen, die die Fassaden in Freiburg schmücken, könnte man meinen: EM-Fieber? Fehlanzeige! Anders als bei früheren Turnieren halten sich die Freiburger dieses Mal mit Fahnen zurück. Und noch etwas ist Jens Zimmermann von der Othello Bar und dem Bertolds in der Bertoldstraße aufgefallen: „Früher gab es mehr Autokorsos.“ Aber von getrübter EM-Laune kann keine Rede sein. Zimmermann jedenfalls ist zufrieden: „Beim Deutschland-Spiel war die Nachfrage richtig groß“. Bei den anderen Spielen sei das Gästeaufkommen zwar verhaltener gewesen. Aber, so der Barbetreiber: „Man hat schon gemerkt, dass die Stimmung sehr, sehr gut war.“
EM-Vorbereitung im Kastaniengarten: Die Fußball-Atmosphäre in Freiburg ist längst turniertauglich, berichten Gastronomen und Einzelhändler. Foto: Thomas Kunz
Auch Sabine Scholz von der Greiffenegg GmbH, die den Kastaniengarten auf dem Schlossberg betreibt, sagt: „Die Euphorie ist da. Wenn die Stimmung bei einem 5:1 nicht gut ist, dann weiß ich auch nicht“, schmunzelt sie. Ihr Chef, Gastronom Toni Schlegel, berichtet von „Super-Stimmung“, die beim Sieg der Deutschen im Biergarten geherrscht habe: „Es waren viele junge Leute da, alle in Deutschland-Trikots. Das hat Potenzial für ein zweites Sommermärchen“, so Schlegel.
Ähnlich sah es im Dorint Thermenhotel im Mooswald aus. „Besonders viel los war beim Deutschlandspiel. Aber auch bei den Spielen der Schweiz und Frankreich hatten wir im Barbereich einige Hotelgäste, die fleißig mitgefiebert haben“, so Michelle Becker vom Gesundheitsresort. Und auch im Europa-Park bejubelten mehr als 1.500 Fans das deutsche 5:1 beim Public Viewing auf der Piazza des Hotels Colosseo.
Fans decken sich mit TV-Geräten ein
Von der Lust der Kunden auf die EM kann auch Henner Wieschmann berichten. „Die Nachfrage nach TV-Geräten ist bei uns erheblich höher als sonst“, sagt der Geschäftsführer des MediaMarkts in der Schwarzwald City. Großzoll-Fernseher zwischen 75 und 100 Zoll, „die es mittlerweile zu erschwinglichen Preisen gibt“, fänden guten Absatz. Beamer seien sogar ganz ausverkauft. Neben Soundbars für mehr Stadionatmosphäre würden sich die Kunden auch über Alternativen zum Kabelanschluss informieren, da zum Monatsende das Nebenkostenprivileg für Kabel-TV endet. „Damit sollte man sich beschäftigen, bevor am 1. Juli das Achtelfinale startet“, rät der MediaMarkt-Chef.
Deutschland-Trikots sind begehrt
Fast schon zur Mangelware sind Deutschland-Trikots geworden – vor allem die weißen Heim-Trikots, aber auch die in Pink. „Am Freitag haben wir noch einmal einen Satz Trikots bekommen. Aber die waren am Samstag schon wieder ausverkauft“, so Frank Rodinger, Abteilungsleiter bei Sport Bohny in Freiburg. Sehnsüchtig wartet er auf Nachschub von Hersteller Adidas. Auch das Jersey der italienischen Squadra Azzura sei beliebt. Natürlich hänge der Absatz vom Erfolg der deutschen Elf ab, so Rodinger. „Aber die EM-Euphorie ist schon deutlich zu spüren.“