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Erste ukrainische Kinowoche im Friedrichsbau in Freiburg

Im Eröffnungsfilm „Der Geschmack der Freiheit“ will Valeria Chefköchin in einem angesehenen Restaurant in Lviv werden.Im Eröffnungsfilm „Der Geschmack der Freiheit“ will Valeria Chefköchin in einem angesehenen Restaurant in Lviv werden. Foto: Splendid Film

Bei der ersten „Ukrainischen Kinowoche“ vom 28. November bis 4. Dezember in Freiburg werden neun ukrainische Filme im Friedrichsbau-Kino gezeigt. Außerdem finden Gespräche mit Produzenten, Drehbuchautoren und Akteuren statt.

Am 28. November um 19 Uhr findet die Eröffnung der ersten Ukrainischen Kinowoche in Freiburg statt. Mit Grußworten von den Organisatoren, Oksana Vyhovska, 1. Vorsitzende der Deutsch-Ukrainische Gesellschaft Freiburg, Ludwig Ammann, Geschäftsführer und Marketingleiter der Harmonie & Friedrichsbau Lichtspiele Freiburg und Ehrengast, Oberbürgermeister Martin Horn.

Den Auftakt der Kinowoche macht am Donnerstag, 28. November der Film „Der Geschmack der Freiheit“. Der Spielfilm wurde zu großen Teilen in Freiburgs Partnerstadt Lviv gedreht. Die Auswahl würdigt die über 30-jährige Verbindung der beiden Städte. Im Anschluss haben die Zuschauer die Gelegenheit, in einem Filmgespräch mit der Drehbuchautorin und Produzentin Olena Morentsova tiefer in die Hintergründe des Films einzutauchen und mehr über die Geschichten hinter der Leinwand zu erfahren.

Während der Kinowoche wird jeden Abend ein Film im Original auf Ukrainisch mit deutschem Untertitel, und am Samstag- und Sonntagnachmittag jeweils noch Kinderfilm gezeigt. Den Abschluss bildet am Mittwoch, 4. Dezember, um 18 Uhr der Film „Das Haus „Wort“. Unvollendeter Roman“. (2021). Auch hier wird ein anschließendes Filmgespräch mit dem Schauspieler Andriy Mai den Zuschauer Einblicke in die besondere Thematik und den Entstehungsprozess des Films bieten. Danach findet der feierliche Abschluss der ersten ukrainischen Kinowoche statt. Tickets gibt es vor Ort und unter friedrichsbau-kino.de.

Gemälde von Künstlerinnen des 19. Jahrhunderts im Augustinermuseum

Ein Genre, in dem sich viele Künstlerinnen des 19. Jahrhundets hervortaten war die Porträtkunst. Hier das Frauenporträt mit dunklem Haar von Paula Maria Margarethe Thomass (um 1910).Ein Genre, in dem sich viele Künstlerinnen des 19. Jahrhundets hervortaten war die Porträtkunst. Hier das Frauenporträt mit dunklem Haar von Paula Maria Margarethe Thomass (um 1910). Foto: Axel Killian

Was bedeutete es, im 19. Jahrhundert Künstlerin zu sein? Welche Schwierigkeiten gab es? Und warum sind viele von ihnen heute kaum bekannt? Künstlerinnen sind in Ausstellungen und musealen Sammlungen oft unterrepräsentiert – auch im Augustinermuseum stammen weniger als 15 Prozent der Werke aus dieser Zeit von Frauen. Ab sofort widmet sich das Haus mit „Ins Licht gerückt – Künstlerinnen des 19. Jahrhunderts“ den Werken von Malerinnen aus der eigenen Sammlung – und nimmt damit die jahrhundertelange Vernachlässigung ihrer Leistungen in den Fokus.

Die Schau zeigt unter anderem Gemälde von Alexandra Berckholtz (1821–1899), Ida Maier (1821–1904), Marie Dürr-Grossmann (1852–1889) und Frieda Roman (1859–1918) – allesamt Frauen, die trotz ihres künstlerischen Talents im Schatten ihrer männlichen Kollegen standen. Viele der ausgestellten Werke werden zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt. Ihre Gemälde spiegeln eine Zeit, in der Frauen durch soziale und strukturelle Hindernisse am Fortschritt gehindert wurden. Der Zugang zu Kunstakademien war stark eingeschränkt und nur wenigen Frauen gelang es, ihre Arbeiten in renommierten Ausstellungen zu zeigen. Trotz dieser Hürden schufen sie beeindruckende Werke und fanden kreative Wege, sich zu behaupten.
Viele Künstlerinnen spezialisierten sich auf das Genre „Blumenmalerei und Stillleben“, da es als gesellschaftlich akzeptabel galt und den Rollenbildern des 19. Jahrhunderts entsprach. Als „Hüterinnen des Hauses“ wurden Frauen in ihren Arbeiten oft mit Motiven aus der Natur und dem häuslichen Bereich in Verbindung gebracht. Blumen, Früchte und alltägliche Objekte waren daher häufige Sujets, die ihre sensible und ästhetische Herangehensweise widerspiegeln sollten.

Diese Werke, die in der Vergangenheit oft abgetan wurden, zeigen bei näherer Betrachtung jedoch eine beeindruckende technische Brillanz. So spiegelt beispielsweise Margarethe Hormuth-Kallmorgens „Blumenstillleben“ ihre besondere Begabung für das Genre wider. Die zarte Darstellung der Chrysanthemen und der fein gearbeitete Hintergrund zeugen von ihrem Gespür für Detail und Ästhetik, das sie in der Blütezeit ihrer Karriere auszeichnete – von 1900 bis 1902 hatte sie den Lehrauftrag für Blumenmalerei an der Malerinnenschule in Karlsruhe inne. Nach der Berufung ihres Mannes Friedrich Kallmorgen an die Berliner Akademie gab sie ihre eigene künstlerische Karriere weitgehend auf.

Margarethe Hormuth-Kallmorgens „Blumenstillleben“ spiegelt ihre besondere Begabung für das Genre wider. Foto: Axel Killian


Ein weiteres Genre, in dem sich viele Künstlerinnen hervortaten, ist die Porträtkunst. Mit der Darstellung von Gesichtern konnten sie sich ungehindert auseinandersetzen – während ihnen der Zugang zu Aktstudien und damit zu einer umfassenden Anatomieausbildung lange Zeit verwehrt wurde. Dies führte dazu, dass sie in der Porträtkunst eine besondere Sensibilität für Ausdruck und Persönlichkeit entwickelten. Viele Werke zeugen von großer Beobachtungsgabe und emotionaler Tiefe, die den Charakter ihrer Modelle eindrucksvoll einfängt.

Die Präsentation wurde kuratiert von Mirja Straub. Sie lädt die Besuchenden ein, die vergessenen Lebensgeschichten von Künstlerinnen aus dem 19. Jahrhundert zu entdecken und ihre beeindruckenden Werke zu würdigen. Das Augustinermuseum am Augustinerplatz ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und freitags bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter 27 Jahren, Mitglieder des Freundeskreises, mit Freiburg-Pass und mit Museums-PASS-Musées ist der Eintritt frei.

Von Blumenmalerei und Stillleben, ein Genre das als gesellschaftlich akzeptabel galt, bis hin zur Porträtkunst. Auf den Fotos zu sehen: Das Blumenstillleben von Margarethe Hormuth-Kallmorgen (vor 1902) und das Frauenporträt mit dunklem Haar von Paula Maria Margarethe Thomass (um 1910). Das Augustinermuseum am Augustinerplatz ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und freitags bis 19 Uhr geöffnet. Infos: www.freiburg.de/museen.

Sieben Tage, Sieben Termine

Veranstaltungstipps aus Freiburg und der Region. Foto: FWB/Pixabay

Konzerte, Theater, Ausstellungen: Was ist los in in den nächsten Tagen? Hier ist unsere Kurzübersicht mit sieben Tipps aus Freiburg und der Region.

•• Adventsmarkt: Der Stadtteil Freiburg-St.Georgen veranstaltet auch dieses Jahr wieder einen Adventsmarkt am Winzerhaus (Wendlingerstraße 23). Von Adventsschmuck bis Zuckerbäckerei, am 23. November, 13 bis 21 Uhr, gibt es viel zu entdecken – für das leibliche Wohl ist auch gesorgt.


•• Livemusik-Show: Bei „Merci Grand Prix! Revue Show zum Eurovision Song Contest“ am 21. November, 20 Uhr, in der Wodan Halle performen sechs talentierte Musiker sowohl Gewinner-Beiträge, wie auch letzte Plätze, eingerahmt in Original-Choreografien. Außerdem gibt es ein Publikums-Voting. Tickets: 17/20 Euro.


•• Impro-Comedy: „Lux – Theater des Moments“ spielt „ImproComedy deluxe“ am 23. November, 19.30 Uhr, im Weingut Andreas Dilger (Urachstraße 3). Christian Sauter (Berlin) und Simon Kuner (Freiburg) bringen improvisierte und Geschichten auf die Bühne. Tickets 19/16 Euro. Um Reservierung (Mail mit Anzahl der Karten an info@theater-lux.de) wird gebeten.


•• Vortrag: Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Israel-Palästina-Konflikt an der Uni Freiburg findet am 25. November der Vortrag „Zwei Völker in einem Land“: Koexistenz und Konflikt in Palästina/Israel statt. Referentin ist Gudrun Krämer, Professorin in Ruhe für Islamwissenschaft, Freie Universität Berlin, Beginn um 19 Uhr in der Aula der Uni, KG I. Infos: uni-freiburg.de.


•• Ausstellung: Ein- bis zweimal im Jahr entscheidet eine Jury über Neuaufnahmen in die GEDOK Freiburg. Diese Künstlerinnen stellen sich bei der Ausstellung Debut in der vhs im Schwarzen Kloster vor. Die Ausstellung ist vom 24. November bis 7. Januar täglich zu den Öffnungszeiten der vhs im Schwarzen Kloster besuchbar. Der Eintritt ist frei. Eröffnung am 24. November, 11 Uhr.


•• Vortrag: Im Rahmen der Freiburger Friedenswochen findet am 21. November, 19 Uhr, der Vortrag „Chinas neue Stellung in der Welt / Konflikt und Krieg um neue Weltordnung?“ von Wolfram Elsner statt. Los geht es um 19 Uhr im Gewerkschaftshaus (Friedrichstraße 41-43).


•• Konzert: Am 24. November, 17 Uhr, führt die Heinrich-Schütz-Kantorei Freiburg in der Christuskirche in der Wiehre das Requiem KV 626 von Mozart und die Kantate „Wer weiß, wie nahe mir mein Ende“ von Bach auf. Karten bei BZ Ticket, auf www.reservix.de und an der Abendkasse. Infos unter: www.heinrich-schuetz-kantorei-freiburg.de

Kinotipp: „Konklave“ ist ein fesselndes Drama um Macht und Intrigen im Vatikan

Kardinal Lawrence (Ralph Fiennes) wird nach dem unerwarteten Tod des Papstes mit der Leitung des Konklaves beauftragt.Kardinal Lawrence (Ralph Fiennes) wird nach dem unerwarteten Tod des Papstes mit der Leitung des Konklaves beauftragt. Foto: Focus Features

Der Papst ist unerwartet verstorben. Kardinal Lawrence (Ralph Fiennes) ist mit der schwierigen Aufgabe betraut, die Wahl des neuen Papstes zu leiten. Er war einer der engsten Mitarbeiter des Verstorbenen und steckt selbst in einer Glaubenskrise. Mächtige Kardinäle aus aller Welt reisen für das Konklave nach Rom. Als sich die Türen zur Sixtinischen Kapelle schließen, entbrennt ein Spiel um Macht. Kardinal Lawrence findet sich im Zentrum von Intrigen und Korruption wieder und kommt einem Geheimnis auf die Spur, das die Grundfeste seines Glaubens in Frage stellt. Er wird bald in eine Verschwörung verwickelt, die die katholische Kirche und die ganze Welt erschüttern könnte. All das, während Millionen von Menschen darauf warten, dass weißer Rauch dem Schornstein der Kapelle entsteigt.

Seine Verfilmung von „Im Westen nichts Neues“ wurde mit vier Oscars ausgezeichnet. Nun hat Erfolgsregisseur Edward Berger erneut eine Buchvorlage verfilmt: Basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von Robert Harris hat der Regisseur einen bildgewaltigen und atmosphärisch dichten Thriller inszeniert, der sich einem der ältesten und geheimnisumwobensten Rituale widmet.

Das herausragende Ensemble wird vom britischen Schauspielstar Ralph Fiennes („Grand Budapest Hotel“) angeführt, der in der Hauptrolle des Kardinal Lawrence brilliert. In weiteren Rollen sind unter anderem Stanley Tucci („Die Tribute von Panem“), John Lithgow („Killers of the Flower Moon“) und Isabella Rossellini („Blue Velvet“) zu sehen.

„Weihnachten der Tiere“: süßes Animationsabenteuer für die ganze Familie

Ein kleines Küken plant ein großes Fest im Hühnerstall.Ein kleines Küken plant ein großes Fest im Hühnerstall. Foto: Luftkind Filmverleih

Weihnachten steht vor der Tür und die Vorfreude im Wald ist riesig: Alle bereiten sich auf eine märchenhafte Zeit im Herzen des Winters vor. Aber – was für ein Schreck – das Häuschen des Weihnachtsmanns treibt auf einer schmelzenden Eisscholle ins Meer. Das ist eine Aufgabe für Fuchs und Storch.

Währenddessen setzt ein winziges Küken alles daran, das große Fest im Hühnerstall zu retten. Und wird der junge Luchs rechtzeitig ankommen, um das magische Spektakel der Polarlichter zu erleben? In allen Ecken der Welt hält der Winter so manch wunderbare Überraschung bereit.

Der Film nimmt das Publikum mit auf eine wunderschöne und zeichnerisch beeindruckende Reise durch fünf episodisch erzählte Kurzgeschichten, die von verschiedenen Kulturen und Ländern inspiriert sind und dabei eines gemeinsam haben: den schneeflockig winterlichen Zauber von Weihnachten.

Schimmel im Tiefenmagazin der Freiburger UB entdeckt: Arbeiten laufen, um Ausbreitung zu verhindern

Rund drei Millionen Bände lagern in den Tiefenmagazinen der UB – bei Kontrollen hier hat das Bibliothekspersonal Schimmel auf den Büchern festgestellt. Foto: Universitätsbibliothek Freiburg

Die Pannenserie der Freiburger Universitätsbibliothek reißt nicht ab: Im Tiefenmagazin der UB wurde Schimmel entdeckt. Hier lagern rund drei Millionen Bände – schätzungsweise sind mindestens 30.000 davon betroffen. Nun soll die Ausbreitung des Schimmels verhindert werden und bald die Reinigung der Bände starten.

Am 22. Oktober wurde der Schimmel durch Kontrollen, die das Bibliothekspersonal regelmäßig durchführt, entdeckt. „Umgehend wurden die zuständigen Stellen informiert und Sofortmaßnahmen eingeleitet. Im ersten Schritt ist eine Gefährdung von Personal und Nutzenden ausgeschlossen worden. Zudem laufen unter anderem Maßnahmen, die eine Ausbreitung des Schimmelbefalls eindämmen und die Reinigung der Bücher vorbereiten“, sagt Uni-Pressesprecher Bastian Strauch.

Grund für den Schimmel sind nach einer ersten Einschätzung von Experten die raumklimatischen Verhältnisse im Tiefenmagazin. „Aktuell geht es insbesondere darum, dass diese zügig so angepasst werden, dass eine weitere Ausbreitung verhindert werden kann.“ Dafür soll die Lüftungsanlage überprüft und verbessert werden. Ausmaß und Ursachen würden derzeit noch genauer analysiert. Die Bücher vom Schimmel zu befreien, ist „ein anspruchsvoller und zeitaufwändiger Prozess.“ In Schutzkleidung wird die Oberfläche des Buchs „in einer mikrobiologischen Werkbank mit speziellen, antistatischen Bürsten und Mikrofasertüchern durchgeführt. Während der Reinigung wird eine Absaugvorrichtung eingesetzt, die Schimmelsporen werden direkt absaugt und durch HEPA-Filter geleitet.“ Die Werkbank wurde bereits bestellt und soll in wenigen Wochen zum Einsatz kommen.

Die Reinigung der vom Schimmel betroffenen Bücher ist ein aufwendiger Prozess, der bald starten soll. Foto: Universitätsbibliothek Freiburg

Auf den circa 13.000 Quadratmetern der Tiefmagazine lagern rund drei Millionen Bände. Wie viele genau betroffen sind, ist noch unklar. Nach derzeitigen Schätzungen liegt die Zahl im unteren einstelligen Prozentbereich – also könnten es mindestens 30.000 sein. Die gute Nachricht: Die wertvollsten Altbestände, wie etwa mittelalterliche Handschriften oder Frühdrucke, sind nicht betroffen. Sie sind besonders abgesichert in einem abgetrennten Tresorraum untergebracht.


Schimmelpilzbefall in Bibliotheken „ist selten“

Generell seien Schimmelsporen „allgegenwärtig – auch in Bibliotheken. Die Sporen sind extrem widerstandsfähig und können jederzeit, auch nach Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten, wieder wachsen. Dass es zu einem Schimmelpilzbefall in Bibliotheken kommt, ist selten, passiert aber immer mal wieder in größerem oder kleinerem Maße, etwa durch raumklimatische Verhältnisse oder etwa Wassereinbrüche und Überschwemmungen“, so Bastian Strauch. Die Bausubstanz des Tiefenmagazins gehört noch zum Altbau und ist seit 1978 in Betrieb. Mit der Sanierung ab 2008 wurde die damalige Klimaanlage durch ein neues Heiz- und Kühlsystem ersetzt.

Schätzungsweise sind mindestens 30.000 Bände betroffen. Foto: Universitätsbibliothek Freiburg

Seit ihrer Eröffnung im Jahr 2015 macht die 53 Millionen teure UB immer wieder durch Pannen von sich reden. Unter anderem traten Probleme mit der spiegelnden Fassade auf, von der Autofahrer je nach Sonneneinfall geblendet waren. Auch mussten immer wieder Eimer in den Lesesälen aufgestellt werden, weil Wasser durch die Fassade tropfte – zuletzt aufgrund von Starkregen im Juli 2024.

Dem Stress der Bäume auf der Spur: Freiburger Forscherin mit Landeswissenschaftspreis ausgezeichnet

Bäume können sich gegenseitig warnen: Der Wald als Forschungsgebiet offenbart viele faszinierende Geheimnisse, Foto: Julian MüllerBäume können sich gegenseitig warnen: Der Wald als Forschungsgebiet offenbart viele faszinierende Geheimnisse. Foto: Julian Müller

Die Anerkennung ist groß: Die Freiburger Umweltwissenschaftlerin Christiane Werner wurde für ihre Grundlagenforschung zum Thema Trockenstress bei Bäumen im Oktober mit dem wichtigsten Forschungspreis des Landes ausgezeichnet. Die 100.000 Euro Preisgeld wird sie in die Arbeit ihrer Forschungsgruppe am Institut für Geo- und Umweltwissenschaften der Freiburger Uni stecken, so die Wissenschaftlerin im Gespräch. Genauso wichtig ist für sie aber auch die öffentliche Wahrnehmung, die ihrer Arbeit durch den Preis zukommt.

Frau Professor Dr. Werner, sie betreiben Ökosystemforschung und befassen sich mit Anpassungsmechanismen von Pflanzen im Klimawandel. Was genau machen Sie da?

Christiane Werner: Wir arbeiten vor allem im Wald und messen Stressreaktionen von Pflanzen auf Umwelteinflüsse. Das geht mit Sensoren, die untersuchen, welche Stoffe Pflanzen an ihre Umwelt abgeben. Bäume geben unterschiedliche organische Verbindungen ab, in der Fachsprache nennt man die VOCs. Diese speziellen Moleküle sorgen zum Beispiel für den charakteristischen Geruch eines Waldes, den wir wohl alle gut von Spaziergängen kennen. Bei Hitzestress oder Befall durch Borkenkäfer geben Bäume andere VOCs ab als unter normalen Bedingungen.

Heißt das, Sie können riechen, ob es dem Wald gutgeht?

Werner: Man muss das vorsichtiger Formulieren. Wir können die abgegebenen Molekülverbindungen messen. Das sind einerseits Frühwarnsignale für uns, wenn ein Wald bedroht ist. Und es sind sozusagen Kommunikationswege der Bäume untereinander: Wenn ein gestresster Baum bestimmte Moleküle abgibt an die Luft oder über den Boden, dann passen umliegende Pflanzen ihren Stoffhaushalt an. Sie können also Abwehrmechanismen entwickeln. Das hat natürlich nichts mit „sprechenden Bäumen“ zu tun, wie es ein Reporter neulich mal ausgedrückt hat. Es geht hier um chemische Signale, die an die Umwelt abgegeben werden.

Bei Bäumen spricht man von Trockenstress. Nun war 2024 ja eher ein sehr feuchtes Jahr in unseren Breiten. Trotzdem konnte man im Herbst beobachten, dass das Laub an vielen Bäumen sehr ausgetrocknet und ungesund aussah. Wie passt das denn alles zusammen?

Die Freiburger Forscherin Christiane Werner untersucht die Stressreaktionen von Pflanzen auf Umwelteinflüsse. Foto: Klaus Polkowski

Werner: Ein Regenjahr reicht nicht aus, um die Folgen mehrerer Jahre Trockenstress auszugleichen. Man spricht da vom „Legacy-Effekt“, also einem Verzögerungseffekt“ durch die Trockenheit. Wir haben einen Versuchswald bei Hartheim, den wir beobachten. Dort sterben jetzt die Kiefern als Folge des Trockensommers 2018 ab. So ein extremer Sommer kann einen Wald stark schwächen und an einen Kipppunkt bringen. Bäume sterben häufig zeitversetzt zu Stressereignissen ab. In unserem aktuellen Forschungsprojekt „Ecosense“ erforschen wir das zusammen mit Mikrosystemtechnik-Experten genauer mit Sensoren, die wir an im Boden, am Stamm und an den Blättern befestigen. Das ist eine aufwändige, teure Arbeit.Wir wollen verstehen, warum beispielsweise ein Wald an einem bestimmten Standort leichter mit Trockenheit zurechtkommt, als ein anderer Wald an einem anderen Standort mit ähnlichen Bedingungen.

Durch den Forschungspreis bekommt ihre Arbeit aktuell viel öffentliche Aufmerksamkeit. Müssten Unis und Forscherinnen und Forscher nicht ohnehin ständig mehr und lauter über ihre Arbeit und Erkenntnisse sprechen, um in der öffentlichen Debatte um Themen wie den Klimawandel die gebührende Aufmerksamkeit zu bekommen? Der öffentliche Diskurs wird ja nicht gerade von der Wissenschaft bestimmt.

Werner: Es ist tatsächlich eine Mammutaufgabe. Wenn wir uns vor unserer Haustür umschauen, finden wir ja genügend Politiker, die einfach weitermachen wollen, wie bisher. Das ist gefährlich, da wir Menschen weltweit die Temperaturen „hochdrehen“ und das Klima in einer nicht vorhersehbaren Art und Weise ändern. Das sind neue, unbekannte Bedingungen, die uns auch dadurch überraschen, dass sie schneller eintreten, als wir Wissenschaftler dies befürchtet hätten. Wir reden ja viel davon, dass wir den Wald umbauen wollen, damit er dem Klimawandel etwas entgegensetzen kann. Nur: Wir wissen streng genommen nicht genau, welches der beste Weg ist.


Wie meinen Sie das?

Werner: Da wir nicht wissen, was genau in Sachen Klima auf uns zukommt. Normalerweise kann ein Wald einen Trockensommer gut verkraften. Was wir jetzt aber sehen sind Extreme, die immer stärker und häufiger auftreten. Den Wäldern fehlen die Erholungsphasen. Das gefährdet sie, und das können wir uns nicht leisten. Aber dieses Problem kann die Wissenschaft alleine nicht lösen und auch nicht die Politik. Wir müssen unsere Erkenntnisse sicher verstärkt nach außen kommunizieren. Aber letztlich muss jeder einzelne etwas tun. Das fängt beispielsweise damit an, dass man darüber nachdenkt, wie man den eigenen CO2-Abdruck verringert und den eigenen Vorgarten nicht zubetoniert.

Das Interview führte Bernd Peters

DFB-Pokal: Am Sonntag sind die Bayern-Frauen wieder zu Gast im Dreisamstadion

Lisa Karl vom SC FreiburgLisa Karl und ihre Teamkolleginnen vom SC Freiburg bekommen es am Sonntag erneut mit den Bayern zu tun. Foto: SC Freiburg

Erst Anfang November hatten die Erstligafußballerinnen des SC Freiburg den FC Bayern München zu Gast für das Ligaspiel. Mehr als 7.700 Zuschauer verfolgte das 2:2 Dreisamstadion. Am kommenden Sonntag kommt es zur Neuauflage im Achtelfinale des DFB-Pokals.

Die Erstliga-Fußballerinnen des SC Freiburg haben am zehnten Spieltag der Frauen-Bundesliga gegen die SGS Essen ihren mittlerweile fünften Saisonsieg in trockene Tücher gebracht. Vor 2.480 Fans im Dreisamstadion gewann die Elf von Interimstrainer Nico Schneck mit 1:0 (0:0). Tessa Blumenberg (78.) erzielte nach der Pause den Siegtreffer.

„In der ersten Halbzeit hat uns ein Stück weit die Gier, die Leidenschaft und die Energie gegen den Ball gefehlt. Aber Essen hat es auch gut gemacht“, sagte Schneck nach dem Spiel. „In der zweiten Halbzeit haben wir deutlich besser gespielt und waren aktiver“, so der SC-Coach, der eine Woche nach dem 2:2 gegen die Bayern vor über 7.700 Fans die Stimmung im Dreisamstadion lobte: „Die Kulisse war wieder einmal der Wahnsinn. Es gibt wenige Stadien in der Frauen-Bundesliga, in denen Woche für Woche so eine überragende Stimmung herrscht“, sagte Schneck. Vor der Partie hatten die Freiburger Fans für eine stimmungsvolle Choreografie auf der Nordtribüne gesorgt.

Achtelfinale am Sonntag

Schon am kommenden Sonntag, 16 Uhr dürfte das Dreisamstadion wieder zum Hexenkessel werden: Denn während die Bundesliga pausiert, geht es im DFB-Pokal für die Freiburgerinnen um den Einzug ins Viertelfinale – und wieder ist der FC Bayern München als haushoher Favorit zu Gast im Breisgau.

Fanansturm, Torfestival und rasante Belohnung: So war der Besuch der DFB-Stars in Freiburg

Adrenalinkick als Belohnung für den Sieg: die deutsche Nationalelf teste am Tag nach dem Sieg in Freiburg Achterbahnen im Europa-Park - hier ein Schnappschuss von der Fahrt auf der "Wodan".Adrenalinkick als Belohnung für den Sieg: die deutsche Nationalelf teste am Tag nach dem Sieg in Freiburg Achterbahnen im Europa-Park – hier ein Schnappschuss von der Fahrt auf der „Wodan“. Foto: Europa-Park

Was für ein Fußballfest: nach 18 Jahren hat die deutsche Nationalmannschaft wieder in Freiburg gekickt. Und sie bot den Zuschauern im Europa Park-Stadion mit dem 7: 0 Sieg gegen Bosnien Herzegowina am Samstag ein wahres Tor-Spektakel. Aber auch drumherum war die Euphorie um die Fußballer groß.

Am Freitagabend wurde die Nationalelf lautstark und begeistert am Hotel Schloss Reinach in Munzingen empfangen. Hier herrschte Gedränge, da rund 200 Fans Florian Wirtz, Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Maximilian Mittelstädt, Julian Nagelsmann und Co. sehnlichst erwarteten. Vor allem Kinder und Jugendliche umringten ihre Idole, um heißbegehrte Autogramme und Selfies abzustauben. Einige hatten bereits stundenlang vor dem Hotel gewartet, um sich die besten Plätze zu sichern.

Begehrtes Fotomotiv: Nationaltrainer Julian Nagelsmann wurde bei der Ankunft in Munzingen von Fans umringt. Foto: Rita Eggstein

Zum Kaffeeplausch trafen sich Ex-SC-Kicker Nils Petersen und sein ehemaliger Teamkollege und Nationalkicker Tim Kleindienst im Freiburger Fili Café. „Schnack unter stürmenden Ossis und Weggefährten … Glückwunsch zum Doppelpack im Nationaltrikot, Tim Kleindienst“, postete Petersen samt Schnappschuss bei Instagram.

Ex-SC-Spieler Nils Petersen traf sich mit Nationalspieler Tim Kleindienst im Freiburger Fili Café. Foto: Instagram/Nils Petersen18

Und wie haben sich die Fußballer für den Sieg belohnt? Mit jeder Menge Adrenalin auf gleich mehreren Achterbahnen im Europa-Park. 17 Spieler waren am Sonntag hier unterwegs, testeten die neue „Voltron“, aber auch die „Wodan“, „Bluefire“ und den „Silverstar“. Kapitän Joshua Kimmich war begeistert: „Ich war vor vielen Jahren hier und habe mich total auf den Tag im Europa-Park gefreut. Ich wollte unbedingt mit dem Team Achterbahn fahren und den Tag voll auskosten. Dass das geklappt hat, ist großartig! Wir hatten jede Menge Spaß zusammen!“ Dann schauen die Nationalkicker hoffentlich bald wieder hier und in Freiburg vorbei. Bis zum nächsten Spiel müssen wir hoffentlich keine 18 Jahre warten.

EHC Freiburg verteilt auswärts keine Geschenke

EHC FreiburgIn Crimmitschau holte der EHC Freiburg ein klaren 4:1-Erfolg. Foto: Detlef Berger

Beim Auswärtsspiel in Crimmitschau stand dem EHC Freiburg Topscorer Eero Elo krankheitsbedingt nicht zur Verfügung. Aber auch ohne die Dienste des Torjägers konnten die Wölfe aus Freiburg einen ungefährdeten 4:1-Sieg beim westsächsischen DEL2-Konkurrenten bejubeln.

„Wir wollten hierher kommen und so wenig Geschenke verteilen wie möglich“, sagt Wölfe-Trainer Mikhail Nemirovsky. Zwar habe der EHC erneut „individuell improvisieren müssen“, so Nemirovsky. Insgesamt zeigte sich Freiburgs neuer Chefcoach aber zufrieden mit der Disziplin und der Leistung seiner Spieler. Das 1:0 für Freiburg erzielte Spencer Nass (14.) auf Vorarbeit von Miller und Leitner. Das 0:2 markierte Filip Reisnecker (28.), ehe kurz darauf Yannik Burghart (31.) auf 3:0 stellte.

Den aufkommenden Druck der Crimmitschauer durch Roman Zaps zwischenzeitliches 1:3 erstickten die Wölfe im Keim. In der letzten Spielminute erzielte erneut Spencer Nass das erlösende 4:1 für Freiburg. Ihr nächstes Heimspiel bestreiten die Wölfe am kommenden Freitag, 19.30 Uhr in der Echte Helden Arena in Freiburg.

Info: Für Jungs und Mädchen im Alter von 5 bis 10 Jahren findet am Samstag, 30. November, 11.15 Uhr ein Kids Day beim EHC statt. Kinder gehen hier gemeinsam mit den Profis aufs Eis. Weitere Informationen und Voranmeldung auf ehcf.de