Coco, Chanel und ein Loki

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Freiburger Standesamt zieht Bilanz: Beliebte Namen, kuriose Geburten und Hochzeiten

Ein Baby, dass es extrem eilig hatte kam in einer Haltebucht auf der B 31 zur Welt und ein Navi sorgte bei einer Trauung für Lacher. Geburten, Hochzeiten oder die beliebtesten Babynamen:  Das Standesamt hat für 2023 Bilanz gezogen – und da durfte auch die eine oder andere kuriose Anekdote nicht fehlen.

Bei den Geburten gab es keinen Rekord zu vermelden: „den hatten wir mit über 6.000 im Jahr 2021 und wir glauben, das lag am Lockdown-Effekt“, erklärt Standesamtleiterin Dominique Kratzer. 5.533 Babys hat das Standesamt Freiburg 2023 beurkundet, 67 weniger als im Jahr zuvor. 
1.021 Paare haben sich das Ja-Wort gegeben (2022 waren es 1.034). Der Freiburger Heiratsrekord ist übrigens schon lange her, er lag mit 1.463 Trauungen im Jahr 1967. 
Die Statistik lieferte auch die eine oder andere Anekdote. Ein Baby hatte es besonders eilig und kam im Auto in einer Haltebucht zwischen Schützenallee- und Kappler Tunnel zur Welt, auch bei einem anderen Neugeborenen ging es schnell: noch in der Nacht nach der Trauung seiner Eltern entschied es sich zum Verlassen des Mutterleibs. Eine 39-jährige Frau wurde innerhalb von zwei Monaten nicht nur Mutter, sondern auch Großmutter, eine Frau brachte im Januar einen Jungen und im Dezember ein Mädchen auf die Welt. Eine Mutter konnte 20 Jahre nach dem ersten Kind nun ihr zweites im Arm halten und ein Ehepaar hat sich mit einem stolzen Altersunterschied von 57 Jahren das Ja-Wort (zwei Frauen im Alter von 90 und 33 Jahren). Ein kurioser Moment der der Standesamtleiterin im Gedächtnis geblieben ist: „Während einer Trauung ertönte kurz vor dem Ja-Wort aus einem Handy eine Stimme, die sagte ’Sie haben ihr Ziel erreicht’. Der Trauzeuge hat vergessen sein Navi auszuschalten“, so Dominique Kratzer. 

Beliebteste Namen sind keine Überraschung

Bei den Babynamen waren einige Freiburger einfallsreich: sie nannten ihren Nachwuchs „Pontus“ (Altgriechisch für Meer), „Keziah“ (hebräisch für Zimtblüte), „Art“ (Kletisch für Bär) oder „Monalissa“. Unter den frischgebackenen Eltern waren wohl auch Fans einer französischen Modedesignerin, denn  „Coco“ als auch „Chanel“ wurden zwei verschiedene Mädchen genannt. Auch die geographischen Namen „Alaska“, „London“ oder „Santiago“ wurden für Kinder gewählt. „Besonders gefallen haben mir die Namen ’Ohana’ (Haiwaiianisch für Familie) und ’Loki’ (aus der nordischen Mythologie, bedeutet in etwa ’Der Luftige’)“, sagt Laura Tritschler, Leiterin der Abteilung Geburten beim Standesamt Freiburg. 
Die beliebtesten Namen 2023 sind  alte Bekannte: Die  Spitzenreiter „Mia“ bei den Mädchen und „Noah“ bei den Jungs waren in den vergangenen Jahren bereits mehrmals auf Platz 1. In Top 3 haben es ebenfalls „Hannah“, „Sophia“ und „Emma“ sowie „Theo“ und „Leon“ geschafft. Ungewöhnliche Namenswünsche musste man 2023 nicht ablehnen, das komme aber ab und an schonmal vor. „So wollte vor Jahren ein Paar sein Kind ’Freiburg’ nennen, das ging natürlich nicht“, so Dominique Kratzer. 
Auch diese Zahlen hat das Standesamt erfasst:die Kirchenaustritte gingen gingen zurück. Mit 3.222 haben die Kirche 583 weniger verlassen als im bisherigen Rekordjahr 2022. Nur einen (traurigen) Rekord gibt es 2023: 3.418 Sterbefälle (141 mehr als im Vorjahr). Dies sei ein deutlicher Anstieg und die höchste Anzahl, die das Standesamt jemals verzeichnet hat. Das hänge auch damit zusammen, dass die Einwohnerzahl Freiburgs stetig wachse.
Saskia Schuh