Zwischen Piräus und Punktedruck

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Der SC Freiburg sucht die Leichtigkeit trotz vieler Rückschläge – Überwintert das Team in der Europa League?

 

In dem eminent wichtigen Jahresendspurt gegen Darmstadt (1:1), Mainz, Wolfsburg, Köln und Heidenheim ist es der Plan des SC Freiburg, sich die Verfolger vom Leib zu halten. Was nicht einfach wird, denn zwischen den Pflichtaufgaben in der Bundesliga lockt auch noch das Überwintern in der Europa League – schon ein Punkt am Donnerstag (18.45 Uhr / RTL Plus) daheim gegen Piräus würde dafür reichen.

Auch Christian Streich konnte seine Enttäuschung über das am Ende magere 1:1 gegen Darmstadt nicht gänzlich verbergen. Wirklich hart ins Gericht gehen wollte der Freiburger Fußballlehrer aber nicht mit seiner Mannschaft. „Die Jungs sind total enttäuscht. Ich bin auch enttäuscht. Aber wenn sie alles tun, so wie gegen Darmstadt, dann bin ich zufrieden“, sagte der 58-Jährige. Ein Sieg gegen Darmstadt hätte der Auftakt sein sollen für diese Saisonphase, in der der SC fast ausnahmslos auf Teams aus der hinteren Tabellenhälfte trifft. Dass es nicht so kam, wurmte die Spieler: „Wir wollen punkten, punkten, punkten“, sagte Torjäger Michael Gregoritsch, dem gegen die Lilien erneut das erste Saisontor verwehrt blieb.

„Wir müssen Geduld haben“

Dass allein drei Spieler aus der Drittligamannschaft als Ersatzspieler auf der Bank auftauchten, sagt einiges aus über die Lage, in der sich der SC aktuell befindet. Die vielen verletzten Leistungsträger, die vielen frühen Rückstände, die vielen vergebenen Torchancen – für all das, sagt Streich, mache es seine Mannschaft gut. Aber auch die Freiburger Paradedisziplin – die Standardsituationen – bringt zurzeit nicht den erhofften Ertrag. „Wenn wir abschließen, dann ging der Ball drüber oder am Tor vorbei“, so Streich.

Vor den kommenden beiden Auswärtsspielen in Mainz und Wolfsburg (Streich: „Das Wichtigste ist für uns die Bundesliga“), empfangen die Freiburger am Donnerstag aber Olympiakos Piräus in der Europa League. „Wir sind selber schuld, dass wir schon am Donnerstag wieder spielen. Ich freue mich auf das nächste Spiel. Ich hoffe einfach, dass der eine oder andere zurückkommt“, so der Freiburger Trainer. Auf Roland Sallai könnte das nach seiner Muskelverletzung möglicherweise zutreffen. Ob auch Merlin Röhl, dessen Wunde an der Achillessehne genäht wurde, zurückkommen wird, bezweifelt Streich dagegen. Auch Lukas Kübler werden wegen seines Zehenbruchs sicher noch „zwei Wochen“ fehlen, so der SC-Coach, der mit Blick auf den griechischen Rekordmeister sagte:  „Das wird ein sehr intensives und schwieriges Spiel. Olympiakos hat richtig gute Spieler.“

Laut Michael Gregoritsch gehe es darum, sich im Spiel gegen die Griechen „zwei weitere Highlight-Spiele im Frühjahr“ zu sichern. Ein Pünktchen würde den Freiburgern zum Überwintern in der Europa League reichen. „Aber wir wollen natürlich gewinnen“, sagte Maximilian Eggestein, der auch die Defizite im Freiburger Spiel ansprach. „Wir bringen viele Aktionen nicht zu Ende und machen zu viele kleine Fehler.“

So lange die Mannschaft weiterhin „fightet und kämpft“ wie bisher, ist  SC-Trainer Streich auch vor dem nächsten Ligaspiel in Mainz am Sonntag (15.30 Uhr / Sky) jedoch nicht bange: „Wir müssen einfach Geduld haben und weiter arbeiten. Dann denke ich schon, dass wir demnächst mal wieder ein Bundesligaspiel gewinnen.“