Glaskiste in finanzieller Not

Lokales

Crowdfunding soll den Bio-Unverpacktladen im Sedanviertel vor dem Aus retten

Muss die Glaskiste bald schließen? Lebensmittel und mehr einkaufen, ohne hinterher Verpackungsmüll zuhause liegen zu haben: mit diesem Konzept war der Supermarkt im Sedanviertel seit seiner Eröffnung 2017 erfolgreich. Doch die die Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Inflation haben den ersten Unverpackt-Laden in Freiburg in finanzielle Not gebracht. Eine Crowdfunding-Aktion soll die Schließung Ende des Jahres verhindern. Bisher  sind rund  13.500 Euro zusammengekommen, doch es braucht auch mehr  Kunden.

Das Konzept kam in der Ökostadt Freiburg bisher  gut an: Waren für den täglichen Gebrauch unverpackt einkaufen und so Plastikmüll und Lebensmittelverschwendung verhindern.   „Die ersten drei Jahre waren finanziell total stark“, erklärt Geschäftsführerin Lisa Schairer. Doch dann kam die Corona-Pandemie und die Umsatzzahlen in dem Laden in der Moltkestraße gingen merklich zurück. 
21.000 Euro sind das Ziel„Wir haben uns so lange gut halten können, weil wir in Freiburg viele überzeugte Kunden haben, aber   dennoch reicht es nicht. Unser finanzieller Puffer ist jetzt weg. Seit einem Jahr hoffen wir, dass es wieder bergauf geht und der Umsatz so wird wie vor der Pandemie, aber so kam es nicht.“
   Bei vielen sei es aufgrund der Inflation und steigender Energiepreise finanziell schwierig, diese Auswirkungen spüre man. Deshalb droht der Glaskiste nun das Aus, bereits Ende des Jahres könnte die Schließung bevorstehen.  Für die Rettung soll eine Crowdfunding-Aktion sorgen: auf www.startnext.com/glaskiste-braucht-support werden 21.000 Euro gesammelt. Diese läuft  bis 3. Dezember,  rund 13.500 Euro sind bereits zusammengekommen. „Darüber sind wir total happy und  recht optimistisch, auch weil wir so viele schöne  Rückmeldungen bekommen. Vielen Leuten wird es wieder bewusst, dass es uns noch gibt, das haben wir in letzter Zeit oft gehört“, so Lisa Schairer. Damit der Betrieb weitergehen kann, braucht es aber nicht nur die finanzielle Soforthilfe, sondern vor allem auch mehr Kunden, die in der Glaskiste einkaufen.  „Wenn die Umsätze so gut bleiben wie in den vergangenen zwei Wochen, dann schaffen wir es und können  bleiben.“ Dann soll es eine Veränderung geben.  Die GmbH soll zur krisenfesteren Genossenschaft werden, dafür werden noch Unterstützer gesucht. Im Fokus steht die Rettung des Unverpackt-Ladens, „der in einer ökologischen Stadt  Standard sein sollte, wir wollen natürlich, dass das so bleibt“. Gleichzeitig geht es für die Geschäftsführerin   aber um mehr: „Es ist ja auch die Frage, wie  die Zukunft in der Innenstadt aussehen soll. Die  Einzelhändler mit denen wir in Kontakt sind, kämpfen ebenfalls, das sollten sich die Leute bewusst machen, wenn sie entscheiden, wo sie einkaufen“, sagt sie.

Saskia Schuh