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Lokales

Gründer-Boom: Die lokale Startup-Szene wächst – und ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

 

Die Green City Freiburg erweist sich als guter Nährboden für kreative Köpfe und junge Unternehmen. Die Startup-Szene der Stadt blüht auf – und soll dafür sorgen, dass Freiburg auch in Zukunft spannende Arbeitsplätze zu bieten hat.

Für rund 140 Millionen Euro baut der Life-Science-Konzern Sartorius aktuell im Gewerbegebiet Haid-Süd ein  Kompetenzzentrum für Komponenten zur Herstellung von Zell- und Gentherapien. Immerhin 190 Arbeitsplätze wird es ab dem Produktionsstart 2026 dann dort geben. Möglich wurde das durch eine mutige Start-up-Gründung Anfang der 90er: CellGenix hieß die Firma, die damals an der Universitätsklinik Freiburg gegründet wurde. Eine Erfolgsgeschichte – und vielleicht ein Vorbild für die vielen Start-ups, die in Freiburg ihr Zuhause sehen. Immerhin lag Freiburg laut Studien  des Bundesverbands Deutsche Startups und des Start-up-Detektors in den vergangenen beiden Jahren zweimal in den Top-Ten der Städte mit den meisten Neugründungen pro 100.000 Einwohner. „Freiburg ist eine Startup-Stadt mit enorm viel Innovationskraft. Das wir bei Firmengründungen in den Top-Ten Deutschlands landen, ist ein toller Erfolg. Eine Idee erfolgreich auf den Markt zu bringen, benötigt Begeisterung, Mut, Ausdauer und Kraft. Ich bewundere die Menschen, die mit ihren Startups erfolgreich diesen Weg gehen. Sie geben wichtige Impulse für unsere Zukunft und den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Freiburg“, unterstreicht Oberbürgermeister Martin Horn.
Gefördert wird die städtische Startup-Szene von der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Ko. KG (FWTM). Mit Startinsland.de wurde ein zentrales Online-Portal geschaffen, der Kreativpark Lokhalle bietet ein vernetztes und modernes Arbeitsumfeld – zudem fließen über verschiedene Programme und Zuschüsse rund 250.000 Euro in die Förderung von Startups. „Einer der wichtigsten Faktoren für eine hohe Startup-Dichte sind Talente, die gründen. Freiburg ist eine der jüngsten Städte Deutschlands mit insgesamt 33.000 Studierenden. Die meisten Tech Startups sind per Definition Ausgründungen aus der Wissenschaft, in denen Freiburg eine starke Forschungslandschaft aufzuweisen hat. Die wichtigsten Brutstätten sind das Hahn-Schickard-Institut, die fünf Fraunhofer Institute und die Institute der Universität, insbesondere der Campus der Technischen Fakultät und das Universitätsklinikum“, verrät Nikolai Sexauer, zuständig für das Innovations- und Start-up-Management im Team Wirtschaftsförderung.
Seit 2013 wurden durch Freiburger Start-ups über 700 Vollzeitstellen geschaffen, die die lokale Wirtschaft nachhaltig stärken, vermeldet die FWTM deshalb auch folgerichtig in ihrer neuesten Startup-Umfrage. Startups seien der Mittelstand von Morgen, sorgten dafür, dass Branchen und Lösungen der Zukunft ihren Sitz in Freiburg hätten und  die Stadt auch künftig spannende Arbeitsplätze zu bieten habe, findet der Startup-Förderer.  „Die wichtigsten Branchen sind GreenTech und Medizin/Gesundheit. Diese spiegeln auch weite Teile der Wissenschafts- und Unternehmenslandschaft von Freiburg wider, wodurch die Stadt auch für weitere Startups aus diesen Themenfeldern attraktiv ist“, so Sexauer weiter. 
„Freiburg macht sich dafür stark, eine gründerfreundliche Stadt zu sein. Das zahlt sich aus, hier entstehen neue Lösungen für große Herausforderungen, wie den Klimawandel, die notwendige Energiewende oder Pandemien. Auf diese ’Impact-Startups’ –  also Start-ups, die Gesellschaft, Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit im Blick haben – sind wir sehr stolz“, bekräftigt auch OB Horn.

Claudia Kleinhans