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Neujahrsempfang: Freiburgs OB Horn wirbt für „Zusammenhalt und Zuversicht“

Neujahrsempfang FreiburgDer städtische Neujahrsempfang fand im Freiburger Konzerthaus statt. Foto: Joers

Rund 1.000 Gäste kamen am Mittwochabend zum Neujahrsempfang der Stadt Freiburg. Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn betonte in seiner Rede die große Bedeutung des gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Freiburger Bürgermeister-Riege und alle 48 Gemeinderäte, Wirtschafts -und Kirchenvertreter, Uniklinik-Chef Frederik Wenz, der neue Polizeipräsident Norbert Schneider, die Führung der Freiburger Feuerwehr, Alt-Politiker wie Gernot Erler und Otto Neideck, Ehrenbürger Wolfgang Jäger, der in Freiburg beheimate neue italienische Konsul Pietro Falcone, Sparkassen-Chef Daniel Zeiler oder der frühere SC-Freiburg-Trainer Volker Finke: Das Who-is-Who der Freiburger Stadtgesellschaft und darüber hinaus, sowie zufällig ausgewählte Bürger, hatte sich am Mittwochabend im Konzerthaus Freiburg eingefunden (die Fotos der Veranstaltung gibt es hier).

Nach einem musikalischen Opening durch den Freiburger Jazzchor, trat Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn ans Rednerpult. Der stellte angesichts der OB-Wahl in Freiburg am 26. April gleich zu Beginn seiner Rede klar, dass seine Neujahrs-Ansprache keine Wahlkampfrede sei: „Das hier ist der städtische Neujahrsempfang. Lehnen Sie sich also zurück und entspannen Sie sich.“

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Stadt dessen sprach Horn in seiner Rede immer wieder über die immense Bedeutung von sozialem Engagement und gesellschaftlichem Zusammenhalt. „Freiburg ist eine besondere Stadt. Hier wird angepackt – füreinander und miteinander. Wir alle wissen: Nur zusammen kann man richtig was erreichen“, sagte der OB. „Die Hetzer und Spalter mögen vielleicht manchmal lauter sein, aber wenn wir zusammenhalten, sind wir viel stärker“, so Horn. Und um die Demokratie zu schützen, sei es vor allem „ganz entscheidend, wie sich jeder einzelne von uns verhält. Entscheidend ist doch, dass wir menschlich sind und menschlich bleiben“, sagte Horn. Lang anhaltenden Applaus von den rund 1.000 Zuhörern im Großen Saal erntete der OB, als er den Wunsch äußerte, „dass wir über Migration viel positiver und wertschätzender sprechen.“ Als Beispiel verwies er auf die Uniklinik in Freiburg, an der Menschen aus mehr als 100 Nationen arbeiteten. „Wie sollen wir denn ohne ausländische Fachkräfte den steigenden Bedarf an Pflegekräften für ältere Menschen decken?“, fragte Horn.

OB Horn: Freiburg hat die größe Wasserstoff-Flotte in Deutschland

Mit Blick auf 2026 versprach der Oberbürgermeister: „Wir investieren kräftig weiter.“ Als Beispiel nannte er die geplante weiterführende Schule am Tuniberg für 1.200 Schülerinnen und Schüler. Die 15 bis 20 Millionen Euro, die die Stadt Freiburg aus der Ausschreibung der städtischen Abfallwirtschaft ASF erlösen werde, fließen dann zu 100 Prozent in diesen Schulneubau. „Das ist eine klare Prioritätensetzung für Bildung.“ Auch die Digitalisierung der Klassenzimmer komme voran, bleibe aber ein Mammutprojekt. Schon jetzt seinen über 1.000 Klassenzimer digitalisiert. Auch in Kitas werde investiert. So öffnet Anfang Februar Freiburgs erste deutsch-italienische Kita im Güterbahnhofsareal und in Waltershofen entsteht für 10 Millionen Euro eine Kita für rund 100 Kinder. Auch Freiburgs Bemühungen, mehr Wohnraum für die Menschen zu schaffen, werde die Stadt weiter vorantreiben. Hier müsse die Politik „ihre Hausaufgaben machen – auf Bundes-, Landes- und auf kommunaler Ebene. Das ist unglaublich wichtig für das Vertrauen in die Demokratie“, so Horn. Und voraussichtlich im März werde die ASF auf der Deponie Eichelbuck mit der Produktion ihres eigenen grünen Wasserstoffs beginnen, kündigte Horn an. Schon jetzt würden alle städtischen Müllfahrzeuge komplett mit Wasserstoff betrieben. „Damit hat Freiburg die größte Wasserstoff-Flotte in ganz Deutschland“, so Horn.

Horn, der während seiner Rede immer wieder mit einem am Rednerpult stehenden Blumenstrauß zu kämpfen hatte, der seinen gestikulierenden Händen im Weg war, sprach auch den Großbrand in Freiburg-Hochdorf im vergangenen Jahr an. Er dankte den über 1.000 Helfenden von Feuerwehr und Rettungskräften, die an diesem Tag rund um den Großbrand im Einsatz waren. „Und was war das für ein erster Arbeitstag“, sagte er zu Freiburgs neuem Feuerwehr-Chef Christian Emrich, der am Tag des Großbrands seinen Dienst in Freiburg angetreten hatte. Auch dafür gab es viel Applaus im Publikum.

Oberbürgermeister Martin Horn und Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach, der im März nach über 20 Jahren aus dem Amt scheiden wird. Foto: Joers

Zwei engagierte Freiburgerinnen zeichnete Horn mit dem Goldenen Stadtsiegel aus: Annette Theobald, Mitbegründerin und 14 Jahre lang Vorsitzende des Freiburger Tafelvereins sowie Charlotte Niemeyer, die frühere Ärztliche Direktorin der Kinder- und Jugendklinik, die sich unermüdlich für den Klinikneubau an der Breisacher Straße eingesetzt hatte. Niemeyer warb in einer kurzen Dankesrede dafür, mit dem gleichen Engagement nun auch den dringen notwendigen Neubau der Tageskliniken der Kinder- und Jugendpsychiatrie voranzutreiben.

Standing Ovations für Bürgermeister Ulrich von Kirchbach

Hochemotional wurde es, als der OB den Ersten Bürgermeister Ulrich von Kirchbach (SPD) zu sich auf Bühne bat. Von Kirchbach, seit 2002 als Sozial- und Kulturbürgermeister im Amt, scheidet Ende März nach über 20 Jahren altersbedingt aus dem Amt aus. „Es fällt uns allen sehr schwer, Dich gehen zu lassen“, sagte Horn. Unter den Standing Ovations des Publikums erhielt von Kirchbach ein Dankesgeschenk, einen Biberschwanzziegel aus dem Augustinermuseum. Denn am 27. Februar wird das politische Schwergewicht Ulrich von Kirchbach als seine letzte große Amtshandlung das Museum nach Jahrzehnten des Umbaus endlich feierlich eröffnen dürfen. Und auch Finanz- und Feuerwehrbürgermeister Stefan Breiter (CDU), der ebenfalls am 31. März aufhört, erhielt ein Abschiedsgeschenk – einen Bohrkern des künftigen, neuen Rettungszentrums in der Hauptfeuerwache, wo am Donnerstag großes Richtfest gefeiert wurde.

Zum Abschluss seiner Rede sprach Horn die nahenden Wahlkämpfe rund um die Landtagswahl und die OB-Wahl an und sagte: „Ich wünsche uns allen faire Wahlkämpfe. Und eine hohe Wahlbeteiligung. Vor allem aber wünsche ich mir, dass wir in Freiburg weiterhin füreinander da sind“, so der OB.