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Junge Talente bekommen beim Rap-Workshop in St. Georgen eine Bühne

Das Equipment stellt Dean Kölblin den Jung-Rapperinnen zur Verfügung – so entstehen über die Workshop-Tage hinweg Songs in Spotify-Qualität. Foto: Enya Steinbrecher

Als eines der vielen Jugendzentren in Freiburg ist das JUKS in St. Georgen fast durchgehend gut besucht. Hier wird gespielt, sich ausgetauscht – und seit einiger Zeit auch gerappt. Ein Besuch beim Rap-Workshop am „Girls-Day“.

Dienstags ist Mädchentag im JUKS. Und obwohl hier auch jede Menge klassischer „Mädchenthemen“ geboten werden, erfreut sich vor allem eine Aktivität großem Zulauf: Ab 16 Uhr wird hier unter anderem gesungen, aber vor allem gerappt. Was als Gesangsworkshop begann, motivierte die Mädchen schon bald dazu, sich auszuprobieren.

„Wir haben hier einige echt musikalische Mädchen in der Gruppe“, so Workshopleiter Dean Kölblin, der seit rund drei Jahren den Workshop leitet. Kölblin, der auch selbst Rap-Songs produziert, nutzte dafür von Anfang an sein eigenes Equipment, die Tonkabine war eine Spende eines befreundeten Künstlers. In der Zwischenzeit wurden außerdem Fördergelder für das Projekt bewilligt.

Songs in „Spotify-Qualität“Über seinen Rapper-Nachwuchs im JUKS verliert Kölblin nur gute Worte: „Anfangs war das nur eine Spielerei“, so Dean Kölblin. In der Zwischenzeit sind die Kinder nicht mehr unsicher. „Manche hier haben echt krasses Potenzial und sind für ihr Alter schon sehr weit.“ Standen anfangs noch Cover-Songs im Vordergrund, kommen immer mehr Mädchen jetzt mit ihren eigenen Texten zum Workshop. Die Kinder bereiten ihre Texte zu Hause vor, schreiben Melodien und probieren sich aus. „Die machen ihre Hausaufgaben“, so Kölblin. In der Hochsaison waren an einem Tag schon bis zu zehn Mädchen da.

Vor Ort werden gemeinsam Beats ausprobiert, dann wird losgesungen und -gerappt. Eine von ihnen ist Natalie. Die 13-Jährige kommt seit rund eineinhalb Jahren regelmäßig am Dienstag, um ihre Lieder weiterzuentwickeln und aufzunehmen. „Sie ist eine unserer Diamonds hier“, so Kölblin. In fünf Sprachen singt und rappt die Schülerin. Auch privat hört sie gerne Rap. „Rappen ist schon schwieriger als singen, weil es viel schneller ist“, sagt die 13-Jährige. Neben einem Cover von dem Musiker Ren, das sie bereits aufgenommen hat, arbeitet sie derzeit an ihrem ersten eigenen Lied. „Das ist aber noch nicht ganz
fertig.“

Auch Lene ist über den Gesangsworkshop hierher gekommen und dann zum Rap übergegangen. Als Mitglied im Chor hat die Zwölfjährige bereits Erfahrungen darin gesammelt, vor anderen Menschen zu singen. Sie sucht sich zunächst die Beats aus und entscheidet erst dann, ob sie dazu singt oder rappt. Bisher hat sie drei Lieder fertiggestellt, aber schon viele weitere angefangen.

Im Hintergrund gibt Kölblin Anweisungen und Hilfestellungen zu Atem- und Sprechtechnik, um das Ganze zu professionalisieren. Mit dem qualitativ hochwertigen Equipment entstehen so „Songs in Spotify-Qualität“, sagt Kölblin.

Mit den Fördergeldern soll das Projekt jetzt raus auf die Straße: Mit einem mobilen Tonstudio möchte Dean Kölblin in Zusammenarbeit mit dem JUKS Kinder auf der Straße ansprechen und ebenfalls für den Rap begeistern.