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In eigener Sache: Warum der Freiburger Wochenbericht die Auflage ändert

Freiburger WochenberichtDer Freiburger Wochenbericht reagiert auf die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Foto: Joers

Der kleine Luxus, einmal in der Woche den Freiburger Wochenbericht im Briefkasten vorzufinden ist für viele Leserinnen und Leser eine beliebte Gewohnheit. In einzelnen Stadtteilen wird es diesen Luxus ab Januar 2026 nicht mehr geben. Martin Zenke, Geschäftsführer des Freiburger Wochenberichts, erklärt im Interview mit Redaktionsleiter Matthias Joers die Auflagenreduzierung auf 80.100 Exemplare und die neue Zustellstrategie in Freiburg.

Warum wenden Sie sich heute mit einer eher unerfreulichen Nachricht an Ihre Leserschaft?

Martin Zenke: Transparenz ist uns wichtig. Seit vielen Jahren arbeiten wir mit großem Einsatz daran, den Freiburger Wochenbericht verlässlich in jeden Briefkasten zu bringen. 52 Mal im Jahr mit einem kleinen und sehr engagiertem Team eine gute Zeitung herauszubringen, das ist eine Herausforderung. Wir machen das mit Leidenschaft! In den vergangenen Jahren haben sich die Rahmenbedingungen jedoch so grundlegend verändert, dass es uns leider nicht mehr möglich ist, den Wochenbericht lückenlos in jedem Stadtteil zu verteilen. Unsere bislang schon hohe Auflagenzahl reduzieren wir daher auf weiterhin starke 80.100 Exemplare pro Woche.

Martin Zenke, Geschäftsführer des Freiburger Wochenbericht. Foto: Joers

Welche Rahmenbedingungen meinen Sie?

Zenke: Neben dem seit der Corona-Pandemie vielfach höherem Papierpreis sind es zwei Entwicklungen, die das bisherige Modell besonders belasten: Zum einen steigt zum Jahreswechsel erneut der gesetzliche Mindestlohn um 8,4 Prozent. Für unsere Zustellerinnen und Zusteller ist das eine wichtige und richtige Anerkennung ihrer Leistung. Es führt aber zugleich zu deutlich höheren Verteilkosten pro Exemplar. Zum anderen verzeichnen wir spürbare Rückgänge bei den Anzeigen- und Beilagenumsätzen, obwohl unsere Inserenten nachweislich erfolgreich im Freiburger Wochenbericht werben. Deshalb gerät das Modell der kostenlosen Zustellung, das sich ausschließlich über Anzeigen und Beilagen finanziert, unter Druck. Wenn die Einnahmen sinken, kippt die Kosten-Nutzen-Rechnung der flächendeckenden Zustellung.

Was wird sich im neuen Jahr konkret ändern?

Zenke: Wir bündeln unsere Zustellressourcen dort, wo wir mit verlässlichen Zustellern die Gebiete besetzen können und setzen verstärkt auf eine bedarfsorientierte Verteilung. Das heißt, wir werden in einzelnen Stadtteilen statt der Haushaltszustellung sogenannte „Stille Verkäufer“ einrichten – also Abholstellen an gut erreichbaren, öffentlich zugänglichen Einrichtungen wie zum Beispiel in Bäckereien, Baumärkten oder Supermärkten (Anm.: die Liste der Sonderauslagestellen finden Sie hier).

Ändern sich auch die Inhalte des Wochenberichts?

Zenke: Nein! Unser Anspruch, die Menschen zuverlässig über das Stadtgeschehen zu informieren bleibt unverändert bestehen. Redaktionelle Qualität und lokale Relevanz stehen für uns nicht zur Disposition. Wir investieren wie bisher in Recherche, Themenvielfalt und Service und versuchen weiterhin lokale Einrichtungen wie Sport- oder Kulturvereine zu unterstützen.

Wie schwer fällt Ihnen der Schritt?

Zenke: Unser Anspruch, die Menschen in Freiburg zuverlässig zu informieren, bleibt bestehen. Der Freiburger Wochenbericht ist eine Marke und bei allem, was sich in Freiburg so tut, sind wir vorne mit dabei. Natürlich fällt es uns nach vielen Jahren extrem schwer unsere Auflage zu reduzieren. Doch wir sind davon überzeugt, dass wir weiterhin einen großen Teil von Freiburg abdecken können. Und nicht zu vergessen: Alles was uns ausmacht – aktuelle Lokalstories, Kinotipps, Sportberichte, Freiburg Privat und Neuigkeiten aus dem Einzelhandel und der lokalen Wirtschaft – gibt es weiterhin kostenlos online auf unserer Homepage sowie auf unseren Social-Media-Kanälen auf Instagram oder auf Facebook, wo uns allein über 27.000 Follower lesen. Auf unserer Internetseite findet man den Wochenbericht als E-Zeitung mit allen Stories und allen Anzeigen unserer Kunden, und im Übrigen auch über die BZ-App.

Welche Botschaft ist Ihnen wichtig?

Zenke: An die lokale Wirtschaft: Ihre Anzeigen wirken – gerade in diesen herausfordernden Zeiten. Werben Sie regional, unterstützen Sie Journalismus vor Ort und profitieren Sie von einer starken Leserschaft. Und natürlich wollen wir 2026 wieder mit guten Lokalstories aus Freiburg, wie zum Beispiel von Firmenjubiläen, für jede Menge Lesefreude sorgen. Und im Namen des gesamten Teams des Wochenberichts wünsche ich allen unseren Leserinnen und Lesern, Freunden, Partnern sowie ihren
Familien erholsame Feiertage sowie ein gesundes, friedliches und erfolgreiches neues Jahr 2026.


Hinweis: Die neue Gebietsstruktur des Freiburger Wochenbericht und die Liste der Sonderauslagestellen finden Sie online bei den Mediadaten auf unserer Internetseite.