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IHK-Neujahrsempfang in Freiburg: „Wie bleiben wir handlungsfähig?“

Von links auf dem Podium zu sehen sind: Dorothea Helmer (Glassomer), Viktoria Fuchs (Hotel Spielweg), Birte Hackenjos (CEO Haufe Group) und Mats Gökstorp (Vorstandschef Sick AG). Foto: Bernd Peters

Die Industrie und Handelskammer südlicher Oberrhein (IHK) in Freiburg hat eingeladen, und
rund 1.700 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind ihrem Ruf gefolgt. Beim Neujahrsempfang im Freiburger Konzerthaus war die aktuelle Wirtschaftskrise das Hauptthema.

IHK-Präsident Eberhard Liebherr betonte, dass die Lage der Unternehmen derzeit sehr ernst sei. In vielen Branchen herrsche eine Investitionszurückhaltung und Unsicherheit. „Viele fragen sich: wie bleiben wir handlungsfähig? “, so Liebherr.

Selbst Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe bereits eingeräumt, dass die eingeschlagenen Reformen in der Politik nicht weitreichend genug seien, den Unternehmen fehle es an Vertrauen. Außerdem herrsche eine regelrechte Regulierungswut von staatlicher Seite, Verfahren wie Bauanträge seien viel zu langwierig. Dazu kämen bekannte Probleme wie die hohen Energiepreise, der Fachkräftemangel und Unsicherheit, was die politischen Rahmenbedingungen angehe. „Auch unsere Region hat diese Probleme“, so der IHK-Präsident. Man spüre, dass das Potenzial für künftiges Wachstum stagniere. „Aber unsere Region ist auch stark und diversifiziert!“ Deshalb habe man für den IHK Neujahrsempfang auch das Motto „Da geht was“ gewählt.

In einer Podiumsdiskussion stellte IHK-Hauptgeschäftsführer Dieter Salomon denn auch vier Unternehmerpersönlichkeiten in den Mittelpunkt, die für südbadische Erfolgsgeschichten stehen: die Gastronomin Viktoria Fuchs vom Hotel Spielweg in Münstertal, die Freiburger Unternehmerin Dorothea Helmer von der Firma Glassomer, den Chef des Sensorenherstellers Sick aus Waldkirch, Mats Gökstorp, und die Chefin der Haufe Gruppe, Birte Hackenjos. Sie alle stünden für die Widerstandskraft der Region und seien Menschen, die „egal wie schlimm es in der Welt steht, jeden Morgen aufstehen und sich vornehmen, die Welt etwas besser zu machen“, so Salomon über seine Gesprächsrunde.

IHK-Präsident Eberhard Liebherr begrüßte die Anwesenden im Konzerthaus Freiburg. Foto: Bernd Peters

Ihr Unternehmen habe Veränderungen „immer umarmt“, so Hackenjos über den Erfolg der Haufe Gruppe, die unter anderem die Unternehmenssoftware Lexware herstellt und vertreibt. Um so erfolgreich handeln zu können als Unternehmen, müsse die Politik aber auch den Betrieben entsprechende Freiheiten gewähren, so Gökstorp. Deutschland sei, was die Umsetzung von neuen Ideen und Innovationen angeht, heute weniger flexibel als vor 20 Jahren, als er aus Schweden nach Deutschland gekommen sei, so der Sick-Manager. Es brauche wieder mehr „Mut, Freude und Freiheit“, um gute Ideen zum Erfolg zu führen. Dass dies möglich sei, beweise Dorothea Helmer, deren Unternehmen Glassomer neuartige Methoden entwickelt hat, um mit geringem Energieaufwand Glasprodukte herzustellen. Innerhalb von drei Jahren habe ihr in Karlsruhe gegründetes Start-Up in Freiburg ein erfolgreiches Unternehmen aus dem Nichts aufgebaut, so die Unternehmerin.

Viktoria Fuchs betonte auch die Bedeutung und Erfolgsaussichten, die mit einer dualen Ausbildung einhergehen: Es reiche nicht, zehn Betriebswirte in der Gastronomie zu beschäftigen, wenn hinterher keiner die Arbeit mache, so die gelernte Köchin.

Autor: Bernd Peters