Die Stadt Freiburg erlebt einen staureichen Sommer: Bauarbeiten auf der B31a und an den Stadtbahn-Gleisen in Zähringen bringen den Verkehr ins Stocken. Besserung ist in Sicht.
Dass Geduld auf Freiburgs Straßen stets ein guter Wegbegleiter ist, ist ja nichts Neues. Laut Angaben des Karten- und Navigationsspezialisten TomTom verloren Pendler in der Stadt Freiburg im vergangenen Jahr 61 Stunden im Stau (auf einer Strecke von zehn Kilometer). Die Durchschnittsgeschwindigkeit im Stadtgebiet betrug 28,8 Kilometer pro Stunde.
Zurzeit allerdings müssen Autofahrer besonders gute Nerven mitbringen. Vor einer Woche fiel der Startschuss für eine rund drei Kilometer lange Baustelle auf der B31a stadtauswärts Richtung Kaiserstuhl. Die Sanierungsarbeiten führen zu kilometerlangen Rückstaus auf einer der Hauptverkehrsadern durch Freiburg. Grund dafür sind die lange Einspurigkeit im Baustellenbereich und die auffahrenden Fahrzeuge an den einzelnen Zufahrten. Parallel dazu laufen im Freiburger Norden Sanierungsarbeiten der Freiburger Verkehrs AG an den Gleisen der Zähringer Straße. Auch dort staut sich der Verkehr.
Beim Regierungspräsidium Freiburg (RP), das für die Arbeiten an der B31a zuständig ist, stehen die Telefone seitdem nicht mehr still. „Verständlicherweise sind in den vergangenen Tagen Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern bei uns eingegangen. Wir erklären die Situation in jedem Einzelfall, verweisen auf die anstehende Entspannung und bitten um Verständnis“, berichtet Pressesprecherin Heike Spannagel.
Gleichzeitig geht man im RP davon aus, dass baldige Besserung in Sicht ist. Die Bauarbeiten gingen wie geplant voran, auch weil die zuständige Baufirma sich durch erhöhten Maschineneinsatz und Wochenendarbeit an den Zeitplan halte, so Spannagel. „Wir gehen davon aus, dass sich die Verkehrslage ab Donnerstag entspannen wird: Wie geplant, wird am Mittwoch die derzeit gesperrte Überholspur fertig saniert sein, so dass dann die Erneuerung der rechten Fahrspur beginnen kann.“ Diese werde abschnittsweise gesperrt und saniert. Los geht es an der Anschlussstelle Lehen. Dann wandert die Baustelle Abschnitt für Abschnitt bis zur Berliner Allee. „Zwar wird sich der Verkehr auf der B 31 auch in dieser Phase stauen, aber in deutlich geringerem Ausmaß“, so die RP-Sprecherin.
Vorwärts geht es laut Angaben der Freiburger Verkehrs AG (VAG) auch bei den Gleisarbeiten in der Zähringer Straße. Neben den jahrzehntealten Gleisen werden dort Haltestellen und im Untergrund Leitungen für Fernwärme, Gas und Wasser sowie die Kanalisation modernisiert. Die VAG rät den Fahrgästen des Schienenersatzverkehrs (SEV) dazu, Zeit mitzubringen. „Aufgrund der angespannten Verkehrslage kann es entlang der SEV-Strecke zu Staus kommen“, so die VAG, Verspätungen der SEV-Busse seien nicht ausgeschlossen.

Die perfekte Mischung aus Großbaustellen an gleich mehreren Ausfallstraßen sorgt dafür, dass auch Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst umdisponieren, um den Stau zu umgehen. So hält die Freiwillige Feuerwehr laut einem BZ-Bericht eine Fahrzeugbesatzung im Gerätehaus in der Tullastraße ständig einsatzbereit – für die berufstätigen Feuerwehrleute ist vor Ort sogar eigens ein Home-Office-Arbeitsplatz geschaffen worden. Der Rettungsdienst von Rotem Kreuz und Maltesern verlegte zusätzliche Rettungswagenbesatzungen nach Umkirch. Vermehrt kommt zudem der Rettungshubschrauer zum Einsatz.
Konsequenzen aus dem Stau-Dilemma will die Stadt Freiburg ziehen. Die Gleichzeitigkeit von Großbaustellen dieser Art soll rasch aufgearbeitet werden. „Wir laden noch vor der Sommerpause alle betroffenen Unternehmen und Bauherren zu einem Abstimmungstermin ein“, sagt Koja Mälicke von der städtischen Pressestelle. „Ziel ist es, die Abstimmung – und damit die Koordinierung und Planung – zu verbessern. So sollen nach Möglichkeit die verkehrlichen Auswirkungen verbessert werden.“


Autos, wohin das Auge sieht: Die Sanierungsarbeiten auf der B31a haben gerade erst begonnen. Foto: Thomas Kunz